„Gameanzipation“
10.06.2009 | 12:04 Uhr 2009-06-10T12:04:00+0200
Das Bild war zu ungewöhnlich, als dass es unangenehm sein konnte: Da saß sie, die Kämpferin der Kommunikation, die Hebamme des Gesunden, alleine auf dem drei Meter breiten Sofa und diskutierte mehr mit dem Spiel als mit sich selbst, warum die Ratte und der Krebs sie gerade platt machen konnten.
Ihr Equipment war doch aufs Sorgfältigste ausgewählt. Ihre Waffen und Rüstung waren sowohl von den Fähigkeiten als auch vom Aussehen perfekt aufeinander abgestimmt. Sie war alles andere als hilflos. Eher sauer. Auf das Spiel, auf ihren viel zu entfernten Speicherpunkt und vor allem: auf UNS.
Ich war zu Besuch bei dem König unter meinen Nerd-Freunden, dessen Bekannte sich binnen weniger Monate von einem Vollblutweib zu einem Vollblutweib mit Gamepad in der Hand entwickelte.
Wir saßen ihr gespannt gegenüber, beschimpften sie freundschaftlich als Nerd und erfreuten uns an einem neuen Opfer in der nicht mehr ganz so kleinen Sparte der pickeligen Kellerkinder. Würde sie den nächsten Kampf gegen die Ratten-Krebs-Combo vielleicht mit mehr „Skill“ schaffen? Wie weit war der Vernerdigungs-Prozess bei ihr bereits fortgeschritten?! War sie schon so weit?
Ohne Popcorn, dafür mit mehr Neugierde motivierten wir sie zum Kampf. Sie sollte alles geben! Rauf auf die Schweineratte! Mit den Kettenhandschuhen gehörte der Krebs aufs Derbste vermöbelt! ... Sie war großartig. Professionell. Nerdig.
Binnen Hundertstelsekunden flogen ihre Finger über den Start-Button, der das Spiel pausierte, danach durch die Luft, dicht dem Gamepad folgend, das mit brachialer Gewalt auf das Sofakissen krachte.
„ICH KANN MIT EUCH NICHT SPIELEN! Ihr nervt ... Ich spiel später alleine weiter!“
Klammheimlich war sie eine von uns geworden.
14:13
Frauen an die Gamepads! :-)
14:24
hihihi^^
14:07
verstehe nicht, wieso es immer noch als etwas besonderes angesehen wird, wenn frauen spielen. die meisten hören halt nur damit auf, wenn sie erwachsen werden. wo der unterschied zum mann liegt, der regelmäßig erst in der midlife-crisis das erwachsenenstadium erreicht. ;)
16:32
Frauen und Gaming werden grundsätzlich unterschätzt!
Mehr sag ich als Frau da jetzt nicht zu, sonst würde da sicher etwas bei rauskommen, das länger wäre als die Kolumne! :p
13:20
Da kenn ich auch so eine Dame sie zoggt, alles is ruhig, aber trotzdem schnauzt sie ein an wenn es mal wieder nich nach ihrer Nase im Spiel geht :D
11:33
Wo bleiben die Fotos :D ?
15:06
ja ja!! Ich kenne keine frau die, wenn sie schon mal spielt, kein hater geworden ist!
14:25
Für mich nichts besonderes.
Meine Herzdame hat schon immer gezockt.
Als wir noch jung waren, auf dem Amiga North & South gegeneinander, später ist mir schwindelig geworden, wenn sie auf dem Mega Drive Sonic durch die Level gejagt hat.
Auf der Playstation haben wir uns nächtelange Frontschweinschlachten geliefert.
Heute spielen wir zwar eher alleine als mit/gegeneinander, aber die Konsole/ der Rechner bleiben selten mal einen Tag aus ^^
Dafür machen wir heute noch die Kinder bei BuzzJunior nass ^^
12:24
Netter Artikel.
Habe mit meiner Freundin einen ähnlichen Wandel mitgemacht. Ich hätte ihr wohl doch nicht meinen Guitar Hero Controller in die Hand geben dürfen. Naja, noch!!! bin ich besser, aber ich bin mir sicher, dass liegt nur an den anderthalb bis 2 Jahren mehr Übung.