Game-Entwickler bringen Homosexualität ins Spiel
24.08.2010 | 16:25 Uhr 2010-08-24T16:25:00+0200
Entwickler BioWare hat das Thema Homosexualität in Videospielen auf eine neue Ebene gebracht. Wir haben mit BioWare-CEO Ray Muzyka über diese Entwicklung gesprochen.
Als „Mass Effect“ kurz vor der Fertigstellung war, entbrannte 2007 die Diskussion über die darin enthaltenen Sexszenen. Obwohl es im Spiel weniger zu sehen gibt als in einer täglichen Seifenoper, war es für einige Kritiker dennoch Grund genug, diese Sequenzen genau unter die Lupe zu nehmen.
Auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften spielten im Spiel eine große Rolle. Zudem gab es in dieser Konstellation leicht erotische Momente mitzuerleben. Ein Thema, das vor drei Jahren heiß diskutiert wurde, wurde im Laufe der Jahre in BioWare-Spielen zur Normalität.
Brisantes Thema
Besonders in den USA ist Sex in Videospielen ein brisantes Thema. Dort gleicht die Diskussion über solche Inhalte der in Deutschland über Gewalt in Games. Doch besonders in der Gaming-Branche wird Erotisches und Sex oft plakativ und voyeuristisch eingesetzt. Davon kann sich zwar auch der Mass-Effect-Entwickler nicht ganz freisprechen, doch BioWare leistete in dieser Hinsicht wenigstens Pionierarbeit in Sachen gleichgeschlechtlicher Orientierung. "Homosexualität und zwischenmenschliche Beziehungen gehören zum Alltag", so wollte es die Entwicklerfirma zeigen.
„Homosexualität ist ein wichtiger Punkt für die Spielkultur. Wir hatten schon immer eine Vielzahl von unterschiedlichen Beziehungen in unseren Spielen - das geht bis „Baldur's Gate“ zurück. Einige davon können Freundschaften, Feindschafen oder eben auch Romanzen sein“, so Muzyka, Senior-Vize-President und Group-General-Manager der BioWare Corp.
Aufbau einer Romanze
„Eines der wichtigen Dinge, die wir in unsere Spiele einbauen, ist die Möglichkeit zu wählen, und dazu gehört auch die freie Wahl der Romanzen. Wir sind sehr froh darüber, dass die Spieler unterschiedliche Wege gehen und ausprobieren. […] Nicht alle Spieler streben danach, eine Romanze zu haben, aber wenn es jemand möchte, dann halten wir es auch für wichtig, unterschiedliche Wege aufzuzeigen - wie im richtigen Leben.“
Generell müsse man jedoch darauf achten, dass jede Art von Content in einem Spiel im richtigen Kontext steht. „Beziehungen wachsen über einen langen Zeitraum, manchmal sogar Jahre, und in einem Videospiel muss das natürlich wesentlich geraffter passieren, aber dennoch in einem glaubwürdigen Rahmen über die Spielzeit gesehen. In dem Zusammenhang glaube ich, dass wir eine respektvolle Herangehensweise haben, was den Aufbau von Beziehungen, Romanzen und das Thema Sexualität angeht. Auf eine gewisse Art und Weise spiegelt es vielleicht auch das Handeln im echten Leben wider.“
Weitere Themen:
23:27
Obwohl es im Spiel weniger zu sehen gibt als in einer täglichen Seifenoper....
Danke, dass ihr das schreibt! Gerade in Teil 2 ist mächtig auf die Bremse getreten worden, was Sexszenen angeht. Ich habe nie verstanden wie man sich über einen Haufen Pixel so aufregen kann... absolut im Rahmen meiner Meinung nach.
Finde es sehr gut dass Bioware es so handhabt. Es zeigt, dass Spiele als Kulturgut ihre Möglichkeiten zum Gesellschaftseinfluss auch (positiv) benutzen!
@#1
Schöner (und richtiger!) Satz :) Aber in Mass Effect wird übrigens auch viel geballert. Aber es kommt auch immer auf den Kontext an. Das Spiel hat eine sehr tiefgreifende Story und da fliegen eben auch Kugeln. Aber es ist kein Sinnlos Baller auf alles was sich bewegt Spiel...
15:08
In einer partikularistisch aufgespaltenen und mulitkulturellen Gesellschaft sind Marktforschung und Produktplacement schwierig geworden:
Da die heutige, infolge der 1968er Revolte von 2000 Jahren Sitte und Kirche entwöhnte Jugend sehr experimentierfreudig ist,
ist heute eher der diskrete Wechsel der Sexuellen Identität in den Verschiedenen Altersstufen möglich.
Schon Bismarck hat sich über die Altershomosexualität in Preussischen Amtsstuben und in der Armee aufgeregt.
Winston Churchill betrachtete als Kavallarist
seine verqueere Britische Marine immer mit einem abgründigen Sinn für Humor.
Leider zählen aber Schwule immer noch zu bevorzugten Verbrechensopfern in der BRD:
Die von L Ron Hubbard und den Spinnerten Scientologen eingeleitete Neofaschistische Gegenreformation ist allerdings bestrebt, alle Homosexuellen Menschen, diskret und klinisch rein zu ermorden.
Das diesbezügliche Konsumbild wirft also in Deutschland erhebliche Verwerfungen, von Toleranz und Neugier bis hin zur Vernichtung auf.
13:01
So viele sind es nun auch wieder nicht.
00:51
10 Prozent Schwule und 15 Prozent Bi-Sexuelle
Menschen bilden eben auch eine Marktmacht,
die es zu berücksichtigen gilt.
22:49
Mir sind im wahren Leben und auch in der virtuellen Welt der Games Männer allemal sehr viel lieber die Zärtlichkeiten, Liebe und Sex miteinander haben als welche, die mit Messern, Maschinengewehren und anderen Tötungsgeräten aufeinander los gehen.