Game 4-a-date: Wenn Elfen mit Terroristen flirten
14.02.2009 | 19:25 Uhr 2009-02-14T19:25:00+0100
Dating-Portale haben sich längst als Variante des Kennenlernens etabliert. Was aber, wenn Freunde von epischen MMORPGs und blutigen Shootern dort wegen ihrer Leidenschaft ignoriert werden? Hier tritt "Game 4-a-date" auf den Plan: Eine Dating-Seite nur für Gamer und Gleichgesinnte.
Für viele ist das Spielen an Konsolen und das Eintauchen in fremde Welten nicht nur ein Hobby, sondern Passion. Und damit auch ein Zeitvertreib, der viel Aufmerksamkeit erfordert. Das macht möglicherweise eine partnerschaftliche Beziehung zu Menschen kompliziert, die dem Gaming absolut nichs abgewinnen können.
Warum also nicht die zockenden Singles gezielt zueinander führen? Das ist auch die Argumentation der Dating-Seite "Game 4-a-date": Wer nicht nur im Schützengraben, sondern auch im Alltag einen zuverlässigen Partner an seiner Seite wissen möchte, findet hier Gleichgesinnte. Wo große Portale wie eHarmony gezielt damit werben, anhand der Interessen passende Dates anzubieten, ist bei "Game 4-a-date" die gewünschte Zielgruppe bereits vorhanden.
Und offenbar handelt es sich bei der Vermittlung liebesbedürftiger Spieler um eine Marktlücke. Denn hinter "Game 4-a-date" steckt der britische Verlag Future Publications, dem renommierte Gaming-Magazine wie Edge und GamesRadar angehören. Allerdings ist das Portal vertraglich an White Label Dating ausgelagert - eine Firma, die auch die Datenbanken der Vermittlungs-Seite "Rich Lady Love" und des sehr körperbetonten "Spice Dating" betreut. Eine illustre Runde also, in der sich "Game 4-a-date" aufhält.
Koop-Kampagne fürs Leben?
Die Anmeldung an sich verläuft im Gegensatz dazu seriös, beinahe schon nüchtern. Gratis können spielverliebte Singles jedoch lediglich ihre Daten und Fotos online stellen und sich die Profile der anderen Gamer anschauen. Für die tatsächliche Kontaktaufnahme werden dann Gebühren fällig. Ein Trostpflaster: Wer sich bis zum 15. Februar anmeldet, landet laut "Game 4-a-date" in einem Lostopf. Dem Gewinner winken - ganz auf die Zielgruppe zugeschnitten - eine PlayStation 3 mitsamt "Call of Duty: World at War".
Der Gedanke liegt nah, dass "Game 4-a-date" mit dem Klischee des einsamen und wenig sozialen Spielers kokettiert. Und damit droht auch die Gefahr, dass aus der eingeschworenen Gamer-Gemeinde eine geschlossene Gesellschaft entsteht. Offiziell wirbt "Game 4-a-date" noch nicht mit erfolgreichen Vermittlungen, die Risiken des Online-Datings jedoch sind hinlänglich bekannt. Eine am 9. Februar veröffentlichte Logitech-Studie belegt, dass 58 Prozent der Singles bereits in eine Dating-Falle getappt seien. Davor wären dann auch Gamer nicht gefeit.
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