Fallout 3: Broken Steel mit Höhen und Tiefen
08.05.2009 | 11:00 Uhr 2009-05-08T11:00:00+0200
Ganz oben auf sämtlichen „Das stört mich an 'Fallout 3'"-Listen rangiert wohl das erzählerisch wenig befriedigende Ende. Genau hier, nach den Geschehnissen im Jefferson Memorial, setzt die dritte Download-Erweiterung "Broken Steel" an.
Lassen wir mal den ganzen Frust über fehlerhafte Installationsroutinen auf dem PC hinter uns. Tun wir so, als hätten Achievement-Jäger das dicke Fressen gefunden. Was bleibt da noch? Eine Erweiterung, die es krachen lässt, die dem herrlich freien Questdesign des Hauptspiels den Rücken kehrt und euch als Streiter der Brotherhood of Steel gegen die letzten Reste der verfeindeten Enklave in die Schlacht schickt. Wieso, weshalb, warum? Achtung: Spoiler.
Weil euch die Blechkameraden nach dem Hauptspiel aus dem langsam kollabierenden Jefferson Memorial retten und für die Auslöschung des großen Feindbilds einspannen. Wer "Broken Steel" spielen will, muss also zuerst die Hauptstory beenden, bevor sich ein „zwei Wochen später“-Schriftzug ins Bild schiebt und ihr in der Zitadelle der Brotherhood wieder zu euch kommt.
Projektile statt Worte
Die Aufgabe ist klar, das Design der paar neuen Quests unheimlich überschaubar: Rottet die letzten Splittergruppen aus, die sich ins Ödland zurückgezogen haben. Dafür schickt euch Bethesda zunächst mit einer Gruppe der Bruderschaft los und den wütenden, gefühlte zwei Einfamilienhäuser großen Liberty-Prime-Roboter vorneweg. Entsprechend actionreich geht es zur Sache, wenn eine Explosion nach der anderen in den Himmel züngelt. Ehrlich: Der Bildschirm wird teilweise dermaßen hart durchgeschüttelt, dass man sich ein ehrfürchtiges Nicken nicht verkneifen kann. So schön diese grell schimmernde Wucht auch sein mag, so herrlich effektvoll das Ganze aussieht – schade ist, dass es neben dem bleigespickten Weg kaum noch Alternativen über Rhetorik oder andere Seitenpfade gibt. Wo sind die verschachtelten Quests des Hauptspiels, die mit multiplen Lösungswegen die Freude am Experimentieren wecken? Jedenfalls nicht in Broken Steel.
Immerhin wurde die Levelobergrenze von 20 auf 30 erhöht, was das ruppige Techtelmechtel in Hinblick auf die Charakterentwicklung interessant macht. Und die Gegner sind keine weichen: Freut euch auf knackige Kämpfe gegen Deathclaw-Monster und Enklavensoldaten, die zackig austeilen und unheimlich viele Treffer wegstecken. Wer auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad spielt, dürfte angesichts der Übermacht an Geschützen und Mutationen, mechanischen und menschlichen Feinden schon mal in Bedrängnis geraten.
Der Hund, der nicht sterben wollte
Wie will Bethesda den mit etlichen Leichen gepflasterten Weg zu Level 30 reizvoll gestalten? Mit einer Hand voll neuer Perks, die beim Stufenaufstieg winken. „Atomare Anomalie“ etwa entfacht eine gefräßige Explosion, die alles gierig dahinrafft, sobald die eigene Lebensenergie unter die 20-Punkte-Grenze fällt. Und wer so richtig Angst um Dog Meat hat, macht ihn mit „Welpe“ gewissermaßen unsterblich. Jedes Mal, wenn der Flohteppich im Kampf alle Viere von sich streckt, wird er kurze Zeit später als Welpe wiedergeboren.
Die Motivation des Charaktersystems stachelt an, keine Frage – leider füllen die neuen Quests bestenfalls die Zeit bis zum Erreichen von Level 24. Danach kann man weiterspielen und fleißig Mutanten metzeln, um sich die restlichen Sporen zu verdienen. Oder sich ärgern, dass Broken Steel schon nach rund fünf bis sechs Stunden die letzte Quest abhakt. Denn obwohl man rhetorische Finessen und Questdesign-Kniffe vermisst: Leerlauf gab’s kaum und Spaß gemacht hat’s trotzdem.
"Broken Steel" ist seit dem 5. Mai zum Preis von 800 MS-Punkten (zehn Euro) auf dem Xbox-Live-Marktplatz oder über den Games-for-Windows-Dienst für PC-Spieler erhältlich.
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13:04
Noch kein Politiker in Sicht, der wie ein aufgescheuchtes Karnickel durch die Gegend hüpft und das Spiel verbieten lassen will?