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Intel Friday Night Game

eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt

06.04.2009 | 18:12 Uhr

Das eSport-Event Intel Friday Night Game soll noch an sechs Standorten stattfinden, doch die wenigsten Städte scheinen mit dem Event glücklich zu sein. Nach Winnenden scheinen viele Städte die Veranstaltung nur noch zu dulden.

Offenbach, Hamburg, Köln, Nürnberg, Oberhausen, Bochum – das sind die Städte, in denen die Intel Friday Night Games noch ausgetragen werden. So ist zumindest der offizielle Plan des Ausrichters. Doch wenn man die Reaktionen der vergangenen Wochen vorbeiziehen lässt, stellt sich die Frage, ob die Städte es nicht lieber Stuttgart gleichtun sollten: Das Event einfach absagen und bloß nicht zu viel Aufsehen um die Veranstaltung erregen, auf der auch noch Counter-Strike gespielt wird.

So verhält sich Berlin lieber still diesem Thema gegenüber. Zeigen die Stadt und ihr Bürgermeister Flagge? Nein, denn eigentlich wollte man mit uns nicht wirklich über das Thema sprechen. Zumindest ging die Veranstaltung am 3.4. in Berlin planmäßig über die Bühne. Der nächste Termin findet am 17.4. in Offenbach statt. Leider war Oberbürgermeister Schneider im Urlaub, weshalb er uns keine Antwort auf die Frage geben konnte, ob er anfangs mit der Veranstaltung ebenfalls Probleme hatte.

Jugendamt soll aufpassen

Nach der heute aktualisierten Pressemitteilung bezüglich der Intel Friday Night Games warnt der Magistrat jedoch vor Computerspielen. In der letzten Sitzung kam man zwar zu der Entscheidung, das Event wie geplant stattfinden zu lassen, doch der Magistrat entschied ebenfalls, dass Fachleute des Jugendamtes als Gäste vor Ort sein sollen. Die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes soll dadurch überwacht werden. Gleichzeitig soll man sich einen eigenen Einblick vom Ablauf der Veranstaltung verschaffen – „als Grundlage für zukünftige Entscheidungen über derartige Veranstaltungen in Offenbach“, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Bürgermeisterin Birgit Simon und Dr. Michel Koch vom städtischen Jugendamt, der als Jugend- und Präventionsfachmann den Beratungen des Magistrats beiwohnte, betonten, dass neben den erwiesenen potenziellen negativen Auswirkungen, die das exzessive Spielen von Computerspielen wie "Counter-Strike", "Counter Strike: Source" und "Warcraft 3" bei einzelnen Jugendlichen haben können, zunehmend vor allem die oft unterschätzte Suchtgefahr zur Belastung der jugendlichen Spieler und ihres Umfeldes beitragen würde.

"Counter Strike" - auch bei den Intel Friday Night Games ein Streitthema.

Koch stützte sich dabei auf aktuelle Ergebnisse von Hirnforschern und auf die Untersuchung von Professor Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Institut Hannover, der im November 2008 bei einer Fachtagung zum Thema Gewaltprävention für Lehrkräfte, Pädagogen und Eltern in Offenbach zu Gast gewesen war. Die Forschung wurde bereits öfter in den Medien diskutiert. Während Gegner von Gewaltspielen die Studie für repräsentativ halten, sieht die Gegenseite, die ebenfalls aus Politikern und Medienforschern besteht, Pfeiffers Studie kritisch. NRW-Familienminister Armin Laschet (CDU) sagte kürzlich in der Phoenix-Runde, dass Pfeiffers Studie nicht die einzig wahre Erkenntnis sei. Man müsse sich auch mit anderen Aspekten auseinandersetzen.

Veranstaltung überdenken

Für Bürgermeisterin Birgit Simon war es nicht ungewöhnlich, dass sich der Magistrat dem Thema widmete. „Unsere Kolleginnen und Kollegen in Stuttgart haben vor kurzem erst entschieden, eine derartige Veranstaltung zu verbieten“, sagt Simon, die mit der jetzt gefundenen Lösung zufrieden ist. „Unser hohes Engagement in Sachen Jugendarbeit mit den Schwerpunkten Gewalt- und Suchtprävention hat eine Bestätigung gefunden – und nach der Veranstaltung im April werden wir die Frage, wie wir als Stadt mit derartigen Veranstaltungen zukünftig umgehen, noch mal auf die Tagesordnung setzen, sofern sich dies aus fachlicher Sicht als erforderlich darstellt.“

Dr. Michel Koch, der Leiter des Kinder-, Jugend- und Kulturzentrums Sandgasse, sagte jedoch, dass das Phänomen des Computerspielens nicht durch Verbote tabuisiert werden soll. Computerspiele seien auch als Ausdruck von Jugendkultur zu begreifen. „Es genügt aber nicht, nur vor den Gefahren zu warnen. In der Jugendhilfe setze man vielmehr darauf, in Zusammenarbeit mit den Schulen den jungen Menschen Angebote zu machen, die mit einer positiven Selbsterfahrung und Erfolgserlebnissen verbunden seien und die somit das Selbstvertrauen stärken“, so Koch weiter.

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Nicole Lange

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Kommentare
07.04.2009
18:54
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von S.Schmidt | #14

Hallo,
also ich muss erlich sagen das ich von den Leuten sehr entäucht bin... den Gewinnspiele sind verboten jedoch klingelt alle 2min ürgend ein Call Center einen Menschen an und versucht Ihm einen Vertrag aufs augen zu drücken. Da haben Jugendliche sich über Jahre! eine eigene Community aufgebaut eSport was viele Investoren sogar heute unterstützen und es teilweise um mehr geht als nur spielen sondern um Gewinnen... Da stellt sich meine Frage warum werden wir als Community am Prannger gestellt ? Es gibt einige Faktoren die eine große Rolle spielen in Sachen Amoklauf & Selbstmord das sind nach aussagen vieler Jugendliche -> Familie / Freunde / Schule .. das man Musik sowie den eSport so schlecht redet kann ich leider nicht verstehen. Wir versuchen uns im Bereich Sport weiter zu endwickelt aber uns werden nur Steine in den weg gelegt ...

07.04.2009
14:05
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von kat | #13

Zu Manhunt: das Spiel ist in Deustschland beschlagnahmt, d.h. darf nicht verkauft werden. Auch an Erwachsene nicht.

Zu dem Jugendschutz insgesamt: Habe gestern ein Spiel aus England bekommen (Persona 4 eon Rollenspiel) und habe nochmal gesehen, wie stark der Jugendschutz von der Gesellschaft abhängt. Das Spiel ist in UK ab 16, da Schimpfwörter benutzt werden und da Liebe&Sexualität eine Rolle spielen. Diese Sachen werden in UK und USA als schädlich angesehen, Gewalt dafür weniger.

In Deutschland dagegen spielt Gewalt die wichtigste Rolle, andere Faktoren interessierwen kaum. Das Spiel ist ab 12.

Und wer hat jetzt Recht? Hat die Gewalt in Deutschland einen größeren negativen Einfluss auf Jugendliche als Schimpfwörter auf Jugendliche in England?

Für mich ist beides lächerlich. Ünberzogene Angst vor Gewalt in Spielen und die Angst vor unanständigen Sprache.

07.04.2009
12:55
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von Gabrielist | #12

Kann ich nicht verstehen - was ist das denn für Deutsch? eSport-Event intel Friday Night Gamme?

07.04.2009
12:53
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von derkauz | #11

Liebe Regierung,

bitte verbietet jegliche Art von Computerspiele und deren öffentliche Vorführungen.
Dazu gehören sowohl Egoshooter als auch Strategie- oder Rollenspiele.
Auch gehören alle Veranstaltungen rund um das digitale Medium verboten.
Sei es die IFNG oder auch Lanparties.
Darüber hinaus sollte die Regierung das Internet auf Otto.de und die Bahn sowie Arbeitsagentur beschränken damit man auch hier nicht auf gefährliche Inhalte stößt.
….

Ich war schon mehrmals auf der IFNG und kann mich nicht erinnern dass dort eine Lobby für Gewalt oder Amokläufer geboten wird.
Bitte liebe Politiker, wenn Ihr euch ein Objektives Bild machen wollt, diese Veranstaltungen sind öffentlich!
Auch die ElternLan wäre ein Event wo SIE sich mal selbst mit dem Thema „Ballerspiele“ auseinander setzen könnten.

Aber warum, argumentieren ohne sachlichen Hintergrund und schnelle Verbote sind einfacher als sich mit dem Medium zu beschäftigen.

07.04.2009
11:36
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von 466BergerFelder | #10

Richtig ist das das Spiel in der BRD beschlag nahmt wurde und man über den Sinn von spielen wie Manhaunt kann man sicher streiten. Eins ist aber sicher unstrittig, es gehört bestimmt nicht in Hände von Kindern.
Aber ein nach dem Gesetz Erwachsener Mensch sollte in meinen Augen frei wählen dürfen was er spielt. Ich glaube da an einen selbstregulierungs Prozess, alle mit denen ich gesprochen habe denen war das Spiel zu heftig und ich kenne keinen der dies weiter als bis zum 2 Level gespielt hat. Ich gehe davon aus wenn ein Spiel keine Nachfrage für einen Nachfolger gibt, wird auch keine auf dem Markt erscheinen.

Die Frage ist doch die wenn ich dazu neige nach spielen von CS Menschen zu erschiessen, was ist dann mit spielen wie Civilization oder Alpha Centauri dort habe ich Atom und Chemiewaffen gegen meine Gegner eingesetzt. Jetzt weiß ich warum die Männer mit den Sonnenbrillen mich immer verfolgen! ;-)

Ich persönlich gehe davon aus das in etwa 10 Jahren zumindest Spiele wie FIFA, als ganz normale Sportveranstalltungen gesehen werden. Zudem hätte ich auch kein Problem damit wenn Multimediaspiel in Vereinen angeboten werden, dann häte man dann sogar die Möglichkeit über das eigentliche spielen hinaus an die Jugendlichen heranzukommen.

Eine weitere Sache die bei CS vergessen wird das es ja ne Mod is von Half-Life, ja auch von Fans geschaffen wurde, ich sehe solche Spiele zum Teil auch als Einstieg ins Berufsleben.

07.04.2009
10:06
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von TitanioLeserin | #9

@ 3
Die Patei mit Sonneborn und Co. wäre mir aber definitiv lieber:-)

07.04.2009
09:44
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von HenningN | #8

@#6: full ack

Allerdings wäre mir lieber, wenn es Manhaunt nicht geben würde. Das ist ein Spiel das muß noch nicht mal ein Erwachsener haben.
Weswegen es meines Wissens in Dland nicht nur indiziert ist. Oder irre ich mich da?!

07.04.2009
09:02
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von 466BergerFelder | #7

Ich finde es immer nur traurig das da Leute entscheidungen treffen die solche Spiele sicher noch nie ernsthaft gespielt haben sondern sich auf irgendwelche Studien verlassen. Wenn jemand von Ihnen ernsthaft Interesse hat sich mit dem Thema auseinander zusetzen, lade ich Ihn gerne einmal ne Abend mit mir zu Spielen.
Klar gibts Spiele die nicht in Kinderhände gehören, (z.B. Manhaunt) aber gerade durch Verbote und Indizierungen werden diese Spiel zu Art Statussymoblen auf Schulhöfen. Ich habe das und das Spiel und schon ist man ne Coolesau. Das war vor 15 Jahren so als ich in dem Alter war und das ist heute genauso.
Wobei CS und WoW sicher nicht zu der Art gehören die nicht in Kinderhände gehören.
Das Problem ist doch das ich bei Spielen soviel Jugendschutz einrichten kann wie ich will, wenn es der Interessent nicht im Laden bekommt, dan auf dem Schulhof oder auf den einschlägigen Seiten im Internet als Raubkopie.

07.04.2009
09:01
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von NichtImmerAllesVerteufeln | #6

Das Ganze sieht irgendwie nach Exempel statuieren aus, hier wird verteufelt, die Hexe verbrannt, mit dem Hammer daraufgehauen ohne genauer zu analysieren. (. Die Spiele selbst sind nicht schuld. Mein Sohn (jetzt Student,24) hatte Counterstrike und ähnliche auch jahrelang gespielt. man muss nur schauen, dass es nicht zuviel wird und die menschlichen Kontakte darunter leiden. Gerade so LAN-Parties machen doch einen tollen Reiz aus, man trifft sehr viele Gleichgesinnte und es bilden sich da viele Gemeinschaften und Freundschaften.

07.04.2009
08:08
eSport-Event: Von Städten geduldet, aber nicht geliebt
von lordbucki | #5

@3

Sehr gut! Danke für den Lacher am Morgen.

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