Dragon Age: BioWare holt sich die Rollenspielkrone
10.11.2009 | 17:46 Uhr 2009-11-10T17:46:00+0100
"Dragon Age" trat anfangs kaum in Erscheinung, ist aber mittlerweile für jeden Genre-Liebhaber ein Pflichtkauf. Was euch im Spiel erwartet, zeigen wir euch hier.
Electronic Arts hat mit dem Entwickler BioWare einen guten Fang gemacht. Das kanadische Unternehmen arbeitet derweil an "Mass Effect 2" und "Star Wars: The Old Republic", wobei BioWare auch schon auf eine erfolgreiche Vergangenheit blicken kann. Seit 2004 befand sich auch "Dragon Age: Origins" in der Entwicklung, ein Spiel, das anfangs nicht wirklich viel Aufsehen erregte, doch Anfang 2009 zu einem der Must-have-Titel des Jahres avancierte.
"Dragon Age: Origins" ist seit dem 5. November für die Xbox 360 und den PC erhältlich, die PS3-Version folgt am 19. November. BioWare ist ein großartiges Rollenspiel gelungen, das diesmal nicht wie "Mass Effect" in einer futuristischen Zeit im Weltraum, sondern in einer mittelalterlichen, fiktiven Welt voller Mythen spielt. Ihr schlüpft in die Rolle eines Grauen Wächters, der mit einer Hand voll Gefährten den einst ruhmreichen Orden der Wächter repräsentiert. Dabei wird euch eine von sechs unterschiedlichen Charakter-Geschichten zugelost. Jede dieser Geschichten ist perfekt in das restliche Story-Gefüge eingepasst und auch auf die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Charakteren wurde perfekt eingegangen. Ein wichtiges Detail, das wir in Spielen wie beispielsweise "Fable 2" vermissten.
Diese benannten Wächter hat das durch einen Bürgerkrieg zerstrittene Land jedoch auch bitter nötig, denn es drohen Gefahren. Die Welt wird von der so genannten dunklen Brut heimgesucht, die unter der Herrschaft eines Erzdämons das Land und die Menschen vernichten will. Inszenierung und Plot erinnern dabei anfangs stark an Tolkiens "Der Herr der Ringe", was sich jedoch mit der Zeit legt. Man sollte sich davon also nicht abschrecken lassen, dennoch hätten wir da etwas mehr von BioWare erwartet.
Die Entwickler setzen nach eigenen Angaben ähnlich wie in "Mass Effect" auf ein ausgearbeitetes Entscheidungssystem, das dem Spieler moralische Entscheidungen abverlangt. Persönlichkeit und Moralvorstellungen des Charakters werden somit geformt, was sich auch auf die Geschichte auswirkt. Das funktioniert in erster Linie auch sehr gut, besonders die Dialoge sind ein Erlebnis. Allerdings wird einem die Entscheidungskraft der Antworten nicht immer sofort vor Augen geführt, weshalb man im ersten Moment vielleicht nicht so viel von den moralischen Verwicklungen merkt. Auch in diesem Bezug nimmt das Spiel im weiteren Verlauf immer mehr Fahrt auf und weckt Emotionen, die von Unentschlossenheit bis Verärgerung und Trauer alles bedienen.
Diesen Winter spielt man "Dragon Age"
In Sachen Gameplay hinterließ "Dragon Age" einen sehr guten Eindruck und ist für Anfänger ebenso packend wie für mit dem Genre vertraute Spieler. Die Steuerung ist übersichtlich und schnell verständlich. Hier lehnt sich BioWare an das gute System von "Mass Effect" an. Leider trübten manche Dialog-Bugs und einige schwache Texturen (gespielt wurde die Xbox-360-Version) den ansonsten makellosen Eindruck. Im Großen und Ganzen überzeugte das Rollenspiel auf ganzer Linie, was nicht zuletzt mit der filmreifen Inszenierung und der guten Lokalisierung zu tun hat. Wer sich selbst davon überzeugen will, kann sich den neuen Trailer zum Spiel ansehen (Link unten). Neue Screenshots findet ihr in unserer Galerie.
19:34
Das Spiel ist ok, finde ich, aber es reicht weder an die Ästhetik von Baldurs Gate heran, noch an das Storytelling von Planescape: Torment, und auch nicht an die Atmosphäre von Fallout.
Ich habe mich etwa 4 Stunden nach der Installation des Spiels gefragt, was die Spielefirmen seit 1997 gemacht haben, dass sie die drei o.g. Spiele nicht übertreffen können. Sie hätten diese schon längst weit hinter sich lassen müssen, denke ich.