Christian Pfeiffer: "Verbote von Ballerspielen regeln nichts"
13.03.2009 | 17:21 Uhr 2009-03-13T17:21:00+0100
In einem Interview mit dem Nachrichtensender N24 wurde Kriminologe Professor Christian Pfeiffer über den Vorfall in Winnenden befragt. Dabei schlug er weichere Töne gegenüber Ballerspielen an. Verbote wären laut Pfeiffer ein Irrglaube.
Wenn ein 17-Jähriger Amok läuft, gibt es viele Experten und Psychologen, die diese Tat zu erklären und begründen versuchen. Klar ist, dass einem solchen Amoklauf viele unterschiedliche Faktoren vorausgehen. Doch was sind die Ursachen einer solchen Tat?
Viele Medien berichteten gestern von der Tat und ihrem möglichen Ursprung. Von Langeweile bis Schizophrenie waren viele unterschiedliche Diagnosen dabei. Fest steht nur, dass es keine 100-prozentige Erklärung für dieser Tat gibt. Über den Jungen Tim K. gibt es viel und doch so wenig zu berichten. Wer war dieser junge Mann eigentlich wirklich? Anscheinend wussten es noch nicht einmal die Eltern, sonst hätten sie wahrscheinlich nie im Leben eine Waffe ungesichert im Haus aufbewahrt.
Spieler mit dem Finger am Abzug
Psychische Hintergründe mag es viele gegeben haben. Doch wenn sich selbst Experten nicht sicher sind, können Außenstehende erst recht nicht begreifen, wie es zu dieser Tat kommen konnte. Dass jetzt auch das Wort „Killerspiel“ wieder eingebracht wird, liegt leider in der Geschichte dieser Amokläufe. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass Jungen dieser Altersklasse in vielen Fällen Counter Strike oder ähnliche Spiele auf dem Rechner haben. Dass "Counter Strike" in vielen Fällen zu Recht umstritten ist, ist streckenweise nachvollziehbar - besonders bei Leuten, die keinen Bezug zu diesem Medium haben.
Es ist schwer zu erklären, dass man als „normaler“ Spieler in "Counter Strike" keine Menschen abschießt. Ein Aktzeichner sieht im Moment des Zeichnens auch nicht den Körper als Lustobjekt. Ist der Spieler dann ein Mensch, der „den Abzug drückt“? Haben wir Mitleid, wenn wir die eigene Mutter beim Mensch-ärgere-dich-nicht aus dem Spiel schmeißen? Bewegt es uns, wenn wir in Der Pate sehen, wie ein Mann von hinten mit einem Drahtseil stranguliert wird? Und wieso ist es in einem Spiel dann nicht erlaubt? Mache ich mich so zum Mörder, und wenn ich den Film sehe, nur zum Mittäter, der sich dem Schauspiel eines ermordeten Menschen hingibt?
Professor Christian Pfeiffer wurde bei N24 ebenfalls heute Vormittag befragt. Auf die Frage hin, inwieweit solche Spiele einen ohnehin schon gefrusteten Jugendlichen beeinflussen können, sagte er: „Hunderttausende spielen Counter Strike, ohne dass sie Amokläufer oder überhaupt gewalttätig werden. Aber eines hat die Forschung bewiesen: Neurobiologen in den USA haben herausgefunden, dass solche Spiele doch desensibilisierende Wirkungen haben. Dass man ein bisschen abstumpft.“
Spieler, die solche Spiele nur gelegentlich spielen, seien dagegen vollständig in der Lage, normale Empathie und Mitleid zu generieren. Wer jedoch täglich diesen Tötungsphantasien nachsteige und zusätzlich labil sei, der befände sich schon eher in Gefahr.
„Wer sein Leben nicht im Griff hat und zusätzlich noch gefährdet ist, ist eher in Gefahr, sich an den Macho-Fantasien zu berauschen“, so Pfeiffer. Wenn zu diesen noch Tötungsphantasien, Hassgefühle und Menschen, denen der Täter den Tod wünscht, hinzukommen würden, könnten diese Phantasien immer wichtiger werden. „Wenn dann noch am Vortag einer das in den USA vormacht, dann ist plötzlich jede Hemmung weg“.
Verbote regeln nichts
Ein Verbot hält Christian Pfeiffer jedoch für falsch. „Es ist ein Irrglaube, dass man mit gesetzlichen Verboten etwas regelt“. Die Menschen müssten dazu verführt werden, solche Dinge nicht mehr so wichtig zu nehmen. „Wir müssen die Langeweile der jungen Menschen bekämpfen, und das läuft nicht über Verbote, sondern über Angebote.“ Laut Pfeiffer müssten die Schulen mehr Angebote liefern. Lehrer sollten mehr in die Lage versetzt werden, sich stärker um Außenseiter zu kümmern. Lehrer seien momentan zu stark unter Druck und hätten generell zu wenig Zeit. Das müsse man ändern.
16:59
@Pit01: herr Pfeiffer tritt vor allem durch dumme Falschaussagen in Vorschein. Und wer eine Unternehmen hat das Kontrollsoftware vertreibt hat ein persönliches finanzielles an solchen Verboten. Sowas nennt man Befangenheit. Das ist ungefähr so, als ob der Leiter einer Entzugsklinik für den freien Drogenverkauf eintritt.
Unter dem Strich gehört dem Mann einfach die Aufmerksamkeit entzogen. Der wird total überbewertet. Und Kompetenz ist zum Glück was anderes...
14:12
ich spiele selber gerne auf der konsole, ja, genau solche Games wie Resident Evil & Co, jedoch darf man nicht vergessen, das es ein Spiel von bewegten Pixeln ist, einfach Unterhaltung.
Für den einen Stumpfsinnig für den anderen einfach nur ein Spiel.
nein, ich bin kein sozial dummer junge, sondern leite eine Firma mit 40 Mitarbeitern und glücklicher Vater
11:50
Ich glaube dass die Mehrheit hier Christian Pfeiffer gar nicht kennt. Da ich ihn persönlich kennenlernte, glaube ich zu wissen, dass er als ehemaliger Innenminister von Niedersachsen und Chef des kriminologischen Instituts durchaus kompetent ist. Er weiss wovon er redet.
11:48
Wenn Killerspiele sinnlos sind, dann sind Waffen aber mal so was von sinnlos. Trotzdem gibt es sie aber. Killerspiele haben hingegen den Vorteil, dass man mit ihnen die Zeit vertreiben kann und Aggressionen abbauen kann.
19:25
@Rüdiger: Ziemlich seltsame Ansichten,die Sie haben. Es gibt sehr viele Sachen im Leben, die keinen Nährwert haben wie z.B. 90% der Sendungen, die im Fernsehen laufen. Dennoch werden die Sendungen angeschaut.
Muß man hart arbeiten um solche Spiele nicht mehr zu spielen? Sollen die Menschen nun 16 Stunden am Tag arbeiten, damit wir alle direkt von der Arbeit ins Bett gehen?
Woher soll die Arbeit kommen in einer Zeit in der die Firmen nur auf Gewinne in Milliarden Höhe aus sind und das auf Kosten ihrer Arbeitnehmer?
War da nicht auch noch so etwas wie eine Wirtschaftskrise?
Wenn ich 40 Stunden in der Woche arbeite, dann habe ich also keine Zeit mehr diese Spiele zu spielen....hmmm....ja ne ist klar. Wenn man schon keine Argumente findet, dann kommt man mit solchen Äußerungen. Erinnert mich etwas an Arbeit macht frei.. Arbeit, die Lösung für alles.
Sie haben Durchfall? Gehen sie arbeiten und sie haben keine Zeit mehr für den Stuhlgang.
Verstehen sie mich nicht falsch! Ich bin weder Freund noch Feind dieser Spiele und will diese Spiele nicht verteidigen aber die Diskussion über Nährwert solcher Spiele ist totaler Quatsch, sie dienen als Freizeitbeschäftigung und mehr nicht.
Ebenso könnte die Leute auch abends in die Kneipe gehen und sich Bier in den Hals schütten, nur stellt sich da die Frage, was für einen Nährwert hat das sinnlose Bier trinken. Mal abgesehen von den Kalorien.
16:12
Und in zwei Monaten erzählt er wieder das Gegenteil.
Der Mann ist so überflüssig wie seine Aussagen, der verdient soviel Medienpräsenz überhaupt nicht...
13:41
Was ist mit dem Los ?
Keinen Hass mehr gegen WoW und Css ?
Hat Herr Pfeiffer möglicherweise einen Css Clan gegründet und schätzt es Online zu Spielen oder ist sein Enkel auf Platz 1 in der Esl ? Fragen über Fragen ! Aber seine neue Einstellung ist schon mal besser wie die Alte !
10:14
# Ruediger
Hast ja recht, aber wo gibt es denn zur Zeit sooo viel Arbeit fuer alle?
09:51
Wenn alle hart arbeiten würden,hätten sie auch keine Zeit,diesen Müll zu spielen.Diese Spiele haben überhaupt keinen Nährwert,einen sittlichen schon gar nicht.
Leute geht schuften,daß steigert dann auch das Bruttosozialprodukt.
09:43
Ich fordere, Struwelpeter, Max und Moritz, Haensel u. Gretel, Schneewittchen und alle anderen Kinderbuecher in denen Gewalt gezeigt wird, sofort vom Markt zu nehmen.
Bin durch diese Schweinebuecher in meiner Jugend richtig versaut worden. Bin heute noch ein ganz schlimmer Finger.
Ach ja, die Bloed, NRZ und alle andere Zeitungen sofort mit verbieten.