Das aktuelle Wetter NRW 2°C

Ubisoft

Assassin’s Creed 2: Der poetische Killer

24.11.2009 | 18:19 Uhr
Assassin’s Creed 2: Der poetische Killer

"Assassin’s Creed" war schon ein Erfolg, aber der zweite Teil radiert alte Fehler aus und ist noch eine Spur interessanter. Neuer Held, neue Umgebung und Leonardo da Vinci als helfende Hand. Klingt doch spannend.

Erst einmal vergessen wir das ganze „Teil zwei ist besser, weil wir auf die Fans gehört haben“-Gerede und konzentrieren uns auf die Fakten. "Assassin’s Creed 2" hat einen neuen Protagonisten: Ezio Auditore de Firenze, kurz Ezio. Der neue Attentäter darf sich im wunderschönen Italien im Renaissance–Zeitalter beweisen. Schauplätze wie Florenz sind daher eure Besichtigungsziele.

Video
Die Lehrmeister und Helfer des neuen Helden Ezio aus "Assassin's Creed 2".

"Assassin’s Creed 2" ist das Bindeglied zwischen den Teilen 1 und 3 und knüpft direkt an die Ereignisse des ersten Teils an. Wer diesen nicht gespielt hat, sollte das also nachholen, da sonst gewisse Erzählstränge etwas schwer nachzuvollziehen sind. Hauptcharakter Desmond, das Alter Ego Altairs aus dem ersten Teil und jetzt Ezios, wird auch bei "Assassin’s Creed 3" dabei sein. Die Geschichte ist also längerfristig angesiedelt, was es umso wichtiger macht, dass der zweite Teil stimmig zwischen Vorgänger und Nachfolger platziert wird. Die Geschichte bleibt fürs Erste etwas rätselhaft. Im Mittelpunkt stehen die Assassinen und die Tempelritter. So wurde Desmond Miles im ersten Teil von der geheimen Organisation Abstergo Industries entführt und dazu gezwungen, sich mithilfe einer „Animus“ genannten Maschine auf mentaler Ebene in bestimmte Szenarien seiner Assassinenvorfahren zu versetzen. Diese hüteten das Geheimnis eines wertvollen Artefaktes, das die Templer wollen. Nachdem Desmond durch Altair das Geheimnis fast entschlüsselt hatte, kommen in "Assassin’s Creed 2" immer mehr dunkle Machenschaften zum Vorschein, und die bieten viel Stoff für ein "Assassin’s Creed 3".

Die Geschichte ist dabei wesentlich näher am neuen Helden Ezio und wirkt interessanter. Der Leidensweg von Altair war dagegen streckenweise regelrecht steril. Ihr erfahrt nicht nur mehr über die Organisation, sondern auch über Desmond. Neben den anderen Charakteren wirkt Letzterer jedoch immer noch etwas blass.

Kleine Änderungen, große Wirkung

"Assassin’s Creed 2" hat auf grafischer Basis einiges aufgefrischt. Florenz wirkt lebendig und man vergisst teilweise, dass dies der Schauplatz eines Action-Adventures ist. Der Stil des Spiels bleibt jedoch sehr nah am ersten Teil - große Sprünge wurden in Sachen Grafik nicht gemacht. Auch Ezios Kleidung und Gestik erinnern stark an Altair. Kunststück, es ist ja auch noch immer Desmond, der dank Animus-Technik in der Renaissance-Verkleidung steckt. So ersparen sich die Entwickler zumindest größere Design-Änderungen für den Charakter. Allerdings wirken die Animationen schon ein wenig feiner und besser abgestimmt als im Vorgänger. Die Mimik der Charaktere wurde jedoch streckenweise sehr emotionslos und unschön animiert. Hier hätten wir uns die gleiche Sorgfalt wie beim Rest des Spiels gewünscht. Kämpfe und die berühmten Klettereinlagen gehen gewohnt flüssig ineinander über.

Spielerisch bietet "Assassin’s Creed 2" mehr Freiheiten und Abwechslung. Leider müssen wir wie im ersten Teil immer wieder auf die hohen Aussichtstürme klettern, um von dort weitere interessante Orte erkennen zu können. Das ist im ersten Moment zwar nett und hübsch, macht aber nach dem zwanzigsten Turm irgendwann keinen großen Spaß mehr.

Desmond scheint erstmal in Sicherheit

Abwechslungsreicher sind dagegen die Missionsabläufe. Wo wir früher stets dieselben Missionen bewältigen mussten, können wir nun unterschiedliche Aufgaben angehen. Mal einen Botengang hier oder eine kleine Prügelei dort lockern das sonst so eintönige Assassinen-Dasein auf.

Ezio kann sich jetzt Aufträge erteilen lassen und je nach Laune annehmen - so einfach kann das laufen. Manch schlechte Angewohnheit übernimmt das Spiel jedoch: Die Diebstahlaktionen beispielsweise sind „spannend“ wie immer – also in Wirklichkeit eher nervig und umständlich. Ansonsten hat Ubisoft durch die Änderungen einen großen Schritt nach vorne gemacht und schafft damit spannende sowie abwechslungsreiche Spielmomente.

Als neuer Attentäter braucht es zusätzlich neue Techniken, und da stoßen wir gleich auf einige Gameplay-Änderungen. Dass Protagonist Altair im ersten Teil nicht schwimmen konnte, war ein Problem, das die Entwickler im zweiten Teil aufgefasst haben. Ezio kann im Vergleich zu seinem Vorgänger nun schwimmen und tauchen, was nicht nur eine logische, sondern auch notwendige Änderung ist. Auf diese Art bekommt ihr neue Gameplay-Situationen aufgezeigt

Auf den Straßen können wir zudem mit Kunsthändlern, Ärzten, Schmieden und dunklen Gestalten Geschäfte machen und sie dafür bezahlen. Danach helfen sie uns in den Aufträgen beispielsweise auch mal beim Beseitigen einer Leiche. Obwohl das Kampfsystem als solches recht unbehandelt wirkt, gibt es doch einige Verbesserungen, die dabei helfen, Gegner aus Verstecken heraus anzugreifen oder sie zu überraschen.

Für die Waffen und Gadget-Ausrüstung steht Ezio zudem ein sehr bekannter Mann zu Seite: „Leonardo da Vinci ist für ihn das, was „Q“ für James Bond ist", erzählt Ubisofts Creative Director Patrice Desilets. Im weiteren Spielverlauf wird euch der gute Mann mit nützlichem Zubehör versorgen. Mit einem so kreativen Mann im Hintergrund kann Ezio ja nur coole Sachen im Gepäck haben. Das zeigt sich besonders bei den neuen Waffen, die er später mit sich führt.

Schöne Städte, tolle Animationen

Ubisoft hat mit "Assassin’s Creed 2" sein Versprechen gehalten und einige sinnvolle Verbesserungen eingebaut. Obwohl das Spiel fast schon etwas lahm beginnt, entwickelt sich mit der Zeit eine sehr gute und spannende Geschichte. "Assassin’s Creed 2" ist jedoch kein komplett neues Spiel. Wer eine völlig neue Grafik oder bahnbrechende Gameplay-Änderungen erwartet, muss umdenken. Der Titel bietet schöne Städte und tolle Animationen. Die spielmechanischen Verfeinerungen runden das gute Gesamtpaket ab und sogar die deutsche Lokalisierung ist diesmal annehmbar. Ezio ist wirklich ein guter Nachfolger von Altair - wir freuen uns schon auf den dritten Teil. In diesem Sinne: arrivederci!

Weitere Themen:

Assassin’s Creed 2: Der poetische Killer

Nicole Lange

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2155718/create

Neueste Aktivität
Aus dem Ressort
Drakensang: Rückkehr nach Aventurien
Video
Am Fluss der Zeit
Entwickler-Video zu Drakensang: Am Fluss der Zeit
Drakensang: Rückkehr nach Aventurien
Am Fluss der Zeit
Wenn alteingesessenen Pen&Paper-Rollenspiel-Veteranen bei einem Videospiel die Tränen in den Augen stehen, kann es sich dabei nur um eines handeln: „Drakensang: Das Schwarze Auge“. Wir waren bei Radon Labs, den Entwicklern, zu Gast und haben den zweiten Teil „Am Fluss der Zeit“ angespielt.
Video 1 Kommentare 1