Alone in the Dark: Produzentin Nour Polloni im Interview
27.03.2008 | 11:56 Uhr 2008-03-27T11:56:00+0100
"Alone in the Dark" ist eine Kultmarke die in den vergangenen Jahren etwas anfing zu bröckeln. Nun scheint Entwickler Eden Games dem Grusel-Action-Adventure wieder neues Leben zu geben. Wir haben mit Produzentin Nour Polloni über das Spiel gesprochen.
1. Guten Tag und vielen Dank das Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Könnten Sie sich bitte kurz unseren Lesern vorstellen?
Mein Name ist Nour Polloni und ich bin die Produzentin von „Alone in the Dark“. Ich arbeite für Eden Games in Lyon, Frankreich.
2. Was fasziniert Sie persönlich an „Alone in The Dark“ und was macht das Spiel, Ihrer Ansicht nach, für die Spieler so interessant? Der Titel hat ja bereits eine sehr lange Geschichte hinter sich.
Das Niveau der Interaktion ist eine wichtige Sache, die das Spiel für mich wirklich spannend macht. Wir haben es uns zum Ziel gemacht, jedes Objekt in die Spielwelt funktional einzubauen, so wie in der realen Welt. So gibt es nichts, was man nicht aufheben oder benutzen kann. Keine Tür, die sich nicht öffnet und kein Limit wie kreativ man Objekte kombinieren möchte, um neue Waffen und Werkzeuge zu bauen.
3. Was können Sie uns noch über die wichtigsten Neuerungen in AiTD sagen?
Eine weitere wirklich wichtige Neuerung ist die Art, wie wir die einzelnen Elemente zusammen gebracht haben. Eine offene Umgebung mit fantastischem Rendering, insbesondere in Betracht mit der praktisch unbegrenzten Anzahl von, in Echtzeit berechneten Lichtern. Die Interaktivität mit der Umgebung basierend auf den Regeln der realen Welt, ist wirklich spannend. Wir wollten die Klischees von dem, was die Spieler in einem Spiel erwarten würden aufheben und stattdessen im Bezug auf das Gameplay, von dem ausgehen was Sie in der realen Welt tun können. Das bedeutet, wenn Sie ein Objekt sehen, brauchen Sie sich nicht zu fragen wie es benutzt wird, da Sie es bereits wissen.
Das Feuer ist ebenfalls sehr wichtig. Feuer sieht in Spielen oft hübsch aus, ist aber entweder statisch oder komplett geskriptet. In „Alone in the Dark“ ist es nicht nur hübsch, sondern es folgt auch den gleichen Regeln wie in der realen Welt. Das bedeutet, dass es realistisch propagiert, auf sämtlichen brennbaren Oberflächen. Feuer ist ein sehr wichtiges Element und eine gute Waffe. Befinden Sie sich aber in einem brennenden Zimmer, kann es schnell zu Ihrem schlimmsten Feind werden.
4. Wo gibt es die innovative Ausrichtung des Spiels? Spielerisch wie atmosphärisch. In der heutigen Zeit, sind die Menschen ja „leider“ nicht mehr so leicht zu erschrecken.
Das Gameplay Erfahrung, die wir als Schwerpunkt setzen ist viel breiter, als man erwarten könnte. Wir arbeiten wirklich daran, um aus dem Genre auszubrechen und dem Spiel einen größeren Reiz zu geben. Zum einem versuchen wir das durch das Gameplay welches eine Mischung aus Action-, Kampf-, Fahr-, Erkundungs- und Rätsel-Elementen ist. In Bezug auf die Ängste im Spiel, das ist Alone in the Dark, natürlich haben wir hart daran gearbeitet, um einige echte Atmosphäre und Spannung aufzubauen. Wir wollten die Angst noch etwas interessanter und spannender aufbauen. Sie soll eher dadurch entstehen, dass der Spieler sich Gedanken darüber macht, was sich hinter der nächsten Tür versteckt oder in einer dunklen Ecke. Wir haben auch mit Urängsten wie Klaustrophobie oder Höhenangst gespielt. Ein Beispiel hierfür ist eine Szene, wo der Spieler sich an der Seite eines Gebäudes festhalten muss. Es war ein hartes Stück Arbeit, um ein echtes Schwindelgefühl zu erschaffen. Die Immersion ist der Schlüssel dazu die Emotionen der Spieler zu beeinflussen und wir haben das in einer Reihe von Möglichkeiten eingesetzt. Im Spiel gibt es kein HUD (Head-Up-Display), sondern eine Echtzeit-Inventarisierung in der Jacke, der Spieler kann Körperschäden erleiden und er muss Lichtquellen für sich nutzen. Die Kameras und das Sound-Design tun ebenfalls ihr Übriges dazu bei.
Die Musik ist dabei noch ein weiterer wichtiger Teil, um Atmosphäre zu erzeugen. Wir haben einige brillante Tracks, geschrieben von Oliver Deriviere die sehr dynamisch und gut auf das Gameplay eingestimmt sind. An das Thema wird man sich noch nach dem Spiel erinnern wird. Er lies dafür den preisgekrönten bulgarischen Chor "The Mystery of Bulgarian Voices" in ihrer eigenen Sprache darüber singen, was in New York und Carnby passiert. Einige Fans haben bereits mehrsprachige Übersetzungen auf einigen Online-Threads veröffentlicht. Das eröffnet einem eine weitere interessante Perspektive auf das Spiel. Musik ist generell sehr wichtig, aber in der Tat ist manchmal eine geschickt platzierte Stille genauso effektiv.
5. Wird es eine Xbox 360- exklusive Demo im Mai geben und was wird man spielen können?
Wir planen eine Demo für die Xbox 360 rund um den Start des Spiels. Die Demo wird einen Abschnitt des Spiels zeigen der dem Spieler ein Gefühl für die verschiedenen Gameplay-Arten geben soll. So wird man die Chance haben, mit einigen interaktiven Elementen zu spielen und eigene Waffen wird man auch selber kreieren können. Gleichzeitig kann man noch einige böse Feinde beseitigen und bekommt einiges an Action geboten.
6. Wir haben gehört, dass je nachdem, wie das Spiel verkauft wird, es neue Episoden geben wird. Wie sehen die Pläne im Moment aus?
Wir konzentrieren uns momentan auf die Fertigstellung des Spiels. Aber danach werden wir einen Blick auf die Möglichkeiten werfen, neue Inhalte auf diese Weise einzubinden. Das Format des Spiels sicherlich geeignet für neue Episoden via Xbox Live, aber wir haben keine konkreten Pläne zu diesem Zeitpunkt, nur Ideen!
7. Können Sie uns etwas über die neuen Inhalte erzählen? Was könnten Sie sich vorstellen?
Ich kann über unsere Ideen in dieser Phase noch nicht zu viel sagen, wie sie in direktem Zusammenhang mit der Geschichte stehen und wir wollen dass auch für den Spieler aufheben.
8. Was halten Sie von Spieleverfilmungen? Der Film zum Spiel von „Alone in the Dark“ war nicht sehr erfolgreich. Was denken Sie weshalb viele Filme nicht funktionieren?
PC, PS2, PS3, Xbox 360, Wii
Veröffentlichung: Mai 2008
Publisher: Atari
Entwickler: Eden Games
Ich habe den Film „Alone in the Dark“ noch nie gesehen, und ich habe nicht die Absicht dazu! Er hat wirklich nichts mit der Video-Spiel zu tun. Es ist schwer für mich zu sagen, warum Filme die auf Videospielen basieren, nicht so einschlagen. Unserer Meinung nach, können Videospiele mehr als Filme - sie bieten zwar alles was ein Film auch kann, aber mit dem „heiligen Gral“ der Interaktivität obendrein. In diesem Zusammenhang sehe ich persönlich nicht den Nutzen Filme von Spielen zu machen oder umgekehrt. Spiele und Filme sollte man getrennt erstellen und für ihre eigenen individuellen Verdienste beurteilen. Sie sollten nicht aufgrund von Marketing-Strategien erstellt werden. Games erreichen mittlerweile einen Punkt, an dem sie ihre eigene Entertainment-Sparte in den Medien haben. Wir sind der Meinung, „Alone in the Dark“ ist eine neue Art und Weise Spiele für die Zukunft zu präsentieren, durch den TV-Serien-Stil und die neuen Features wie das DVD-Kapitel, dass jedem erlaubt die Kapitel zu überspringen. Das bedeutet jeder kann das Spiel beenden, wenn auch auf Kosten der verpassten Sektionen. Wir hoffen, dass „Alone in the Dark“ ein Schritt in die Richtung zu einer neuen öffentlichen Wahrnehmung und des Konsums von Spielen in einer anderen Art und Weise als zu vor, sein wird.
9. Also sehen die Zukunftspläne weiterhin „dunkel“ aus?
In der Tat war „Alone in the Dark“ wirklich ein Traum-Projekt, daher ist es schwer zu sehen, dass dies nun bald erstmal der Vergangenheit angehören wird. Wir würden uns freuen, wenn wir neues Leben in die Marke mit diesem Spiel bringen. Dann könnte man zukünftig auf den großen Erfolg in der Zukunft aufbauen, aber wir müssen sehen...
Vielen Dank für Ihre Zeit!
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