Second-Hand
"Gebrauchte Videospiele sind nicht das Problem"
25.08.2010 | 13:06 Uhr 2010-08-25T13:06:00+0200
Der Weiterverkauf von Spielen ist vielen Firmen in der Branche ein Dorn im Auge. Während die meisten versuchen, den Handel mit gebrauchten Spielen einzudämmen, sieht CD-Projekt-Mitbegründer Michal Kicinski das Problem eher bei den Firmen. Sie hätten den Kern des Geschäfts nicht verstanden.
Viele Spielentwickler und Publisher dulden den Handel mit gebrauchten Spielen, würden jedoch am liebsten den Weiterverkauf ihres geistigen Eigentums verbieten. Nur wenige Firmen sehen den Second-Hand-Markt unproblematisch oder wie Chris Lewis, Microsofts Vice-President of Interactive Entertainment Business, als Teil eines ökonomischen Systems. Die Grundhaltung von Firmen wie EA, SEGA oder Take 2 sieht die Dezimierung von Second-Hand-Verkäufen vor.
CD-Projekt-Mitbegründer Michal Kicinski sieht im zweiten Spielemarkt jedoch keine Bedrohung, sondern rät den Firmen lieber dazu, gute Spiele zu entwickeln.
„Wir sind diesbezüglich in einer komfortablen Position, weil wir uns keine Sorgen über den Second-Hand-Markt machen. Unser Ziel ist es, ein großartiges Spiel zu entwickeln, das man, nachdem man es durchgespielt hat, nicht weiterverkaufen will. The Witcher 2 kann man viermal, fünfmal durchspielen und hat jedes Mal eine andere Erfahrung“, so Kicinski.
"Macht bessere Spiele"
Piraterie und Gebrauchthandel seien keine Bedrohung, sondern vielmehr ein Resultat daraus, dass die Branche den Kern des Geschäfts nicht verstanden habe.
„Ich glaube, dass die Probleme mit der Piraterie oder dem Second-Hand-Markt daraus resultieren, dass viele in der Games-Industrie den Kern des Geschäfts nicht verstanden haben. Der Kern ist doch, den Käufern eine tolle Spielerfahrung mitzugeben, sie zu erfreuen und glücklich zu machen, so dass sie gerne dazu bereit sind, für das Originalspiel Geld zu bezahlen. Man sollte versuchen, sie so glücklich wie möglich zu machen, damit sie das Spiel gar nicht weiterverkaufen wollen“, sagt Kicinski.
Die meisten Firmen wollen die Spieler möglichst lange an ihre Titel binden und bringen deshalb immer mehr Zusatzinhalte als Download heraus.
Kicinski: „Unsere Sicht ist da schon etwas anders als die von den meisten anderen Entwicklern und Publishern. Wir sehen das einfach aus den Augen der Spieler, weil wir selbst eben auch Spieler sind.“
Also wird es auch keine DLCs für The Witcher 2 geben?
„Wir sind generell nicht gegen Download-Inhalte, aber man sollte das schon vorbereiten. Das Schlimmste, was man machen kann, ist Pfeile für fünf Dollar zu verkaufen. Speziell in Europa ist das keine Option. Was wir in Erwägung ziehen, sind kleine Expansion-Packs für The Witcher 2 nach dem Release, die mit neuen Abenteuern für zusätzliche Spielzeit sorgen. Das ist allerdings noch nicht final. Aber wir planen keine DLCs mit kleinen Dingen wie besseren Waffen oder etwas in der Richtung, wofür man bezahlen muss. Das ist etwas, das wir nicht mögen", betonte Kicinski.
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