FDP-Abgeordnete gegen ein Verbot von Computerspielen
07.10.2009 | 14:43 Uhr 2009-10-07T14:43:00+0200
In der Politik wird ein Verbot von "Killerspielen" besonders nach den letzten Amokläufen immer wieder diskutiert. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Ulrike Flach hält Verbote jedoch für den falschen Weg und nimmt Stellung zur Forderung der Innenminister.
Im Juni trafen sich die Innenminister aller 16 Bundesländer und diskutierten über „Killerspiele“. Das Ergebnis war die Forderung nach einem ausdrücklichen Herstellungs- und Verbreitungsverbot derartiger Spiele. Im Fokus: Spiele, in denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen, andere grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen umfasst.
Bereits damals waren einige Politiker gegen ein solches Verbot. Zudem sah der Deutsche Kulturrat die Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit elementar berührt. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Ulrike Flach sieht derartige Forderungen ebenfalls als falsch an. Zwar sei Gewaltprävention notwendig, doch ein Verbot von Computerspielen sei der falsche Weg.
„Ich spiele zwar selbst solche Spiele nicht, habe mich aber wie meine Fraktion mehrfach kritisch zu den Forderungen nach einer weiteren Verschärfung der Gesetze im Bereich von Computerspielen ausgesprochen“, so Flach auf der Webseite abgeordnetenwatch.de. Ein Verbot würde an der falschen Stelle ansetzen.
Aktionismus nicht hilfreich
„Wenngleich nicht ausgeschlossen werden kann, dass derartige Spiele, ebenso wie der Konsum von Gewaltvideos, eine etwaige, ohnehin vorhandene Gewaltneigung negativ beeinflussen können, indem die Hemmschwelle zum Einsatz von Gewalt herabgesetzt wird, kann ein Verbot derartiger Spiele die Ursachen nicht bekämpfen. Vielmehr muss gegen die eigentliche Ursache von Gewalt vorgegangen werden. Der Aktionismus der Innenminister, die in einem Beschluss am 5. Juni 2009 den Deutschen Bundestag aufgefordert haben, ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot für Killerspiele zu ermöglichen, ist hingegen nicht hilfreich.
Abgesehen davon, dass ein derartiges Verbot nicht geeignet ist, Gewalttaten zu verhindern, führt es zudem dazu, dass alle Spielerinnen und Spieler von Computerspielen unter den Generalverdacht gestellt werden, zu Gewalttaten zu neigen.“
Es sei unverhältnismäßig, allen Menschen Computerspiele zu verbieten. Man würde aufgrund von Einzeltaten zahlreichen Menschen, die verantwortlich mit Computerspielen umgehen, ihre Freizeitbeschäftigung verbieten. „Computerspiele, die gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen, dürfen schon nach geltendem Recht nicht vertrieben werden. Verschärfungen über die geltenden Bestimmungen hinaus sind mithin nicht erforderlich.“ Weitere Meinungen zu diesem Thema findet ihr unter den folgenden Links.
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22:09
Super Statement der guten Frau Flach, fast genau meine Meinung. Nur fast, weil l4d2 wahrscheinlich wieder nur geschnitten auf den deutschen Markt kommt. Insoweit schließe ich mich Kaio an.
15:20
Diese sogenannten Killer Spiele sind doch eh erst ab 18 Jahren. Ich will mich als volljähriger Bürger nicht bevormunden lassen, sonder spielen was ich will. Die Zensur von V ideospielen ist doch eh schon seit Jahren im gange.