Computerspiele für Kinder: Darauf sollte man achten
28.04.2009 | 13:55 Uhr 2009-04-28T13:55:00+0200Kinderspiele sind erfolgreich wie nie. Nintendo oder Ubisoft haben diesen Markt längst für sich entdeckt. Doch worauf muss man als Elternteil bei Kinderspielen achten? Und wann sollte der Sprössling lieber eine Pause machen? Wir sprechen über das Thema mit Experten und stellen einige Spiele vor.
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Die "PONG"-Generation ist den Kinderschuhen längst entwachsen und muss sich nun mit weitaus ausgereifteren Medien und Techniken auseinandersetzen. Für Kinder und Eltern ist es dabei manchmal nicht einfach, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Konsolen, fürs Wohnzimmer oder unterwegs, sind bereits ein fester Bestandteil der Medienkultur. Resultierend daraus wird von den Eltern auch ein gewisses Maß an Medienkompetenz verlangt. Sie sollen auf Alterskennzeichnungen achten und möglichst beim Spielen mit dem Kind gemeinsam vor dem Bildschirm sitzen. Das kennenlernen, was die Kinder spielen. Und vielleicht selber auch mal mitspielen, auch wenn es nicht dem eigenen Geschmack entspricht.
Die USK als Wegweiser
Horst Pohlmann, Dipl.-Sozialpädagoge vom Institut für Medienforschung und Medienpädagogik in Köln, sieht diese Entwicklung ebenfalls. „Das Problem scheint tatsächlich zu sein, dass den Eltern Bildschirmspiele und Internetnutzung zu fremd sind. Sie überlassen es den Kindern, ohne sich dafür zu interessieren oder sich im Gespräch mit Kindern die Spiele oder Faszination von Medien erklären zu lassen.“ […] „In unseren Fortbildungen und Elternabenden müssen wir leider immer wieder feststellen, dass auf Seiten der Eltern nur selten die USK-Kennzeichen bekannt sind.“
Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) gibt vor, welche Altersfreigabe ein Spiel hat. Diese steht auf den Spiele-Verpackungen. Insgesamt fünf Kennzeichen unterteilen die unterschiedlichen Altersstufen: ohne Altersbeschränkung, ab 6 Jahren, ab 12 Jahren, ab 16 Jahren und „Keine Jugendfreigabe“. Diese Titel dürfen nur an Erwachsene abgegeben werden. Doch diese Kennzeichnung sagt lediglich etwas über den Gefährdungsgrad aus, nichts darüber, ob ein Sechs- oder Achtjähriger auch wirklich mit dem Spiel etwas anfangen kann.
Wie viel und was?
Pädagogen beantworten Ihre Fragen
Manche Fragen bleiben unbeantwortet: Wie lange sollte man seine Kinder beispielsweise generell am Tag spielen lassen? Michael Schnell, Projektleiter des Internetportals internet-abc.de, empfiehlt für Kinder im Grundschulalter nicht mehr als 30 Minuten Spielzeit pro Tag am Rechner. Für Kinder zwischen 10 und 13 Jahren gelten bis zu 60 Minuten und für ältere Kinder bis zu 90 Minuten als Obergrenze. Von der Stoppuhr neben PC oder Konsole rät Schnell allerdings ab: „Gerade bei den älteren Kindern empfiehlt es sich, ein frei einteilbares Wochen- statt eines Tagesbudgets festzulegen. Gute Spiele brauchen immer auch Zeit für die Einarbeitung und damit auch bis zum ersten Erfolgserlebnis. Eltern sollten den Kindern diese Zeit gewähren.“
Vor dem Kauf einer Konsole oder eines Spiels raten Medienpädagogen zum Aufstellen eines „kleinen Medienvertrages“, wie Schnell ihn bezeichnet. Ziel ist dabei, dass Eltern im Gespräch ihre Befürchtungen und Ängste mitteilen, Kinder ihre Hoffnungen. Fragen wie „Steht die Spieleplattform im Wohnzimmer oder Kinderzimmer?“ sollten besprochen werden und schließlich klare Nutzungsregeln feststehen – inklusive im Vorfeld festgelegter Konsequenzen für einen Regelbruch.
„Es gibt viele Möglichkeiten für die Eltern, sich zu informieren, selbst ohne das Internet zu bemühen“, sagt Rainer Schmidt, Vorsitzender von GameParents.de e.V. „Da sind als erste Anlaufstellen die Schulen zu nennen. Hier erhalten Eltern Kontaktdaten zu Ansprechpartnern, häufig sogar in der Nähe. Zudem finden, wenn auch viel zu selten, in den Schulen Veranstaltungen statt, die einen Einblick in die Welt der Medien geben.“
„Wenn man das Internet als Informationsquelle hinzunimmt, steigt das Informationsangebot für Eltern und Lehrer rapide an“, so Schmidt weiter. „Viele Organisationen und Initiativen bieten Wissenswertes rund um die Medien und deren Konsum an. Diese Informationen reichen von pädagogischen Betrachtungen über Wirkungsforschung bis hin zu Erfahrungswerten von anderen Eltern.“
Eltern, die sich eingehender mit dem Thema Kinderspiele beschäftigen möchten, finden auf Seiten gemeinnütziger Vereine wie Internet ABC e.V und GameParents Hilfestellungen und Gleichgesinnte. Wir beleuchten im zweiten Teil unseres Kinderspiel-Specials die Frage: Welche Konsole und welches Spiel ist die / das richtige? Außerdem stehen im Gewinnspiel über 30 Preise zur Verlosung – darunter ein ferngesteuerter Roboter, zahlreiche Spieltitel und Fanpakete.
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