Braufest sorgt für erneute Jugendschutzdebatte
05.10.2009 | 16:40 Uhr 2009-10-05T16:40:00+0200
Das Oktoberfest ist in der bayerischen Kultur verankert. Alljährlich findet parallel dazu das Braufest in "World of WarCraft" statt, und obwohl in Europa bereits einiges aufgrund des Jugendschutzes entfernt wurde, wollen einige Kritiker das Online-Rollenspiel erst ab 18 Jahren freigeben lassen.
In "World of WarCraft" wird fast jedes große Ereignis der realen Welt auch auf virtueller Ebene gefeiert – unter anderem das Oktoberfest, das jährlich Hunderte von Alkoholleichen hinterlässt. Ab 16 Jahren dürfen Jugendliche rechtmäßig in Deutschland Bier trinken, und das ist für die Offiziellen auch durchaus vertretbar. Momentan stören sich jedoch einige Kritiker wieder an der Altersfreigabe von "World of WarCraft". Das Online-Rollenspiel ist ab 12 Jahren von der USK freigegeben und auch das Braufest, die virtuelle Variante des Oktoberfestes, ist frei zugänglich.
Bis gestern wurden Feierlichkeiten veranstaltet und im Rahmen des Festes auch einige Quests absolviert. Allerdings gibt es die Aufgaben, in denen man sich betrinken muss, um ans Ziel zu kommen, in der europäischen Version nicht mehr. Diese waren anfangs noch verfügbar, bevor sie kurze Zeit später wieder entfernt wurden.
Die Werte der realen Welt
Für manche Kritiker reichte das jedoch schon aus, um eine neue Debatte über die Altersfreigabe anzuregen. Das Spiel hätte damit eindeutig das Jugendschutzgesetz unterlaufen, sagte Christa Merfert-Diete von der deutschen Hauptstelle gegen Suchtgefahren gegenüber den Westfälischen Nachrichten und nahm damit ebenfalls an, dass die Quests im Spiel dauerhaft verfügbar waren. „Werte der realen Welt werden infrage gestellt“, so Merfert-Diete. Es würde keinen Unterschied machen, ob es sich um eine virtuelle Welt handele. Zudem würden die Inhalte bestehenden Gesetzen entgegenwirken und die Gefahr des Alkoholkonsums verharmlosen.
Auch das Bundesfamilienministerium hat sich diesbezüglich zu Wort gemeldet. Angebote mit der Botschaft „Saufen, um zu gewinnen“ seien sehr kritisch zu sehen. Prof. Christian Pfeiffer äußerte sich gegenüber den Westfälischen Nachrichten ebenfalls und untermauerte seine langjährige Forderung, "WoW" erst ab 18 Jahren freizugeben, wie folgt: „Es verharmlost nicht nur Alkohol, sondern verherrlicht auch Gewalt.“ Pfeiffer hält es für machbar, dass die Länder Bayern und Niedersachsen eine Altersfreigabe ab 18 Jahren durchsetzen.
18:18
Im übrigen, wenn erwachsene Menschen wie Merfert-Diete oder Pfeiffer wirklich denken, dass man sich in diesem Spiel selbst repräsentiert (um Bier zu trinken, Menschen zu töten etc. - also echte Gesetze zu unterlaufen oder gar zu brechen - was selbst dann unsinnig wäre, weil diese Gesetze auf nicht vorhandene Personen gar nicht anwendbar sind, da überhaupt nichts wirklich stattfindet) und nicht nur eine Fantasie-Marionette in einer Fantasiewelt fern jeglicher Realität an den Fäden zieht, der sollte sich ernsthaft überlegen, ob in den persönlichen Denkprozessen nicht ein grundlegender Fehler liegt.
Realrecht auf Fantasy-Welten projizieren oder zumindest ernsthaft seine rein persönlich, moralischen Gründe damit zu verargumentieren ist schon nahezu grotesk. Das ordentliche Recht/Gesetz wird hier m.E. - und leider durch einstudierten Aktionismus viel zu einfach gemacht - missbraucht.
Über so etwas mache ich mir eher ernsthaft Sorgen.
17:36
-Das Spiel hätte damit eindeutig das Jugendschutzgesetz unterlaufen-
-„Werte der realen Welt werden infrage gestellt“, so Merfert-Diete. Es würde keinen Unterschied machen, ob es sich um eine virtuelle Welt handele. Zudem würden die Inhalte bestehenden Gesetzen entgegenwirken und die Gefahr des Alkoholkonsums verharmlosen.-
Liebe Christa Merfert-Diete,
In dieser virtuellen Umgebung besaufen sich nicht virtuelle Kinder, sondern virtuelle Erwachsene. (so wie erlaubterweise auch in der realen Welt vor aller Menschen - auch junger - Augen)
Welche Werte der Realität werden nunmehr bitte in Frage gestellt?
Im übrigen möchte ich gerne einmal den Gesetzestext lesen, in dem steht, dass nicht vorhandenes - lediglich dargestelltes - Bier trinken verboten ist. Einen solchen Paragraphen habe ich nicht wirklich im Jugendschutzgesetz gefunden. Also was wird dort unterlaufen?
Das ist schon ziemlicher Unsinn und untergräbt unsere Gesetzestexte schon eher.
Was bezwecken sie wirklich mit dieser willkürlichen Gesetzesbiegerei? Was kommt als nächstes?
Hier werden Sachverhalte kriminalisiert, welche völlig wahllos zunehmen könnten. Dies ist keine Gute Entwicklung für eine rechtsstaatliche Gesellschaft, in der der Einzelne in Zukunft wohl vor allem erst einmal Furcht haben muss, dass es ihn/sie unabhängig von echten Gesetzen ebenso wahllos ungerechtfertigt trifft.
Überlegen Sie sich bitte ernsthafte Konzepte gegen Alkoholsucht! Dies ist einfach nur rein verschleiernd und ineffektiv.
16:08
Hirnlos...echt hirnlos
wenn ich mir manche quests anschaue, z.B in der Boreanischen tundra den 1nen Typen quälen muss, damit der informationen preisgibt...da frag ich mich echt *gehts noch?!?* quests zum besaufen werden verboten und sowas wird geduldet?! unsere politiker ham sowas von keinen schimmer
09:06
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08:53
Ach ja, sind wir Gamer nicht alle total verkommen?
Den ganzen Tag nur Sex, Gewalt und Alkohol.
Moment...
Wenn ich spiele, gucke ich kein Fernsehen.
07:23
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01:40
es ist doch leider so, das bundesfamilienministerium und die hauptstelle für suchtgefahren haben anscheinend nichts besseres zu tun wie sich um ein online-rollenspiel und dessen inhalte zu kümmern. sicher wird es die damen und herren nicht interessieren was wir hier von uns geben, ebenso wie sie es wenig interessiert was in deutschland abgeht.
das ist wieder ein trauriger versuch um auf sich aufmerksam zu machen und jedem anderen die schuld in die schuhe zu schieben, dass sich jugendliche ab 12 oder früher ins koma saufen. meine damen und herren, dies liegt nicht an einem rollenspiel. ich werde ganz sicher nicht anfangen mich ins koma zu trinken und 65m zu fallen nur weil das mein zwerg in wow kann.
die gründe wegen welchen jugendliche/erwachsene zu alkohol bzw drogen greifen kann man keinem spiel in die schuhe schieben,da gehört mehr dazu! ich selber bin seit 18 jahren süchtig und dies ist auf ganz andere probleme zurückzuführen wie auf ein onlinespiel. ich vermute,wenn sich die oben genannten institutionen bemühen würden gefährdeten jugendlichen eine perspektive zu bieten, sei es alleine in form eines sportvereins oder sonstigem, würden die wenigsten zur pulle greifen. ebenso gehört aufklärung und ein gutes umfeld dazu. mit einem keine macht den drogen plakat kommt ihr da nicht weiter. jedoch ist es einfacher tausende von euros zu verschleudern um eine arbeitsgruppe zu finanzieren wo sich mit world of warcraft befasst wie eine wo bestmögliche aufklärung seitens alkohol oder drogen in schulen etc betreibt.
zumal, wenn sie mal ehrlich zu sich selber sind, was annimiert eher zum trinken? ein spiel oder die bilder der presse/des fernsehns wo gezeigt wird wie sich tausende mitmenschen in münchen literweise bier in den hohlen kopf schütten? und das ganz legal, da es ja zur kultur gehört alkohol zu trinken?
es ist ja schon fast zwang mitzutrinken, wenn ich sage nein danke,nehme ne cola werde ich schräg von der seite angeschaut und es kommt meist der spruch dir gebe ich keines mehr aus! so sieht doch die wirkliche welt aus, und die hat mit spielen nichts gemein!
20:42
sowas von lächerlich dieser artikel
und diese pseudo experten sollte man nach china asuweisen da könne die schön alles zensieren
12:37
Man sollte meinen, dass heutzutage Kriminologen wichtigere Untersuchungsfelder haben, als relativ harmlose Computerspiele(r). Und man kann es doch auch so sehen: Je mehr die Jugendlichen vor ihren PCs hocken, umso seltener fahren sie U-Bahn und treten unschuldige Mitmenschen tot...
12:08
Nicht mal Rauchen kann man...