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Jugendschutz

BIU fordert USK-Kennzeichnung für Online-Spiele

15.12.2009 | 17:52 Uhr
BIU fordert USK-Kennzeichnung für Online-Spiele

Im Zuge der anstehenden Novelle des Jugendmedienschutzstaatsvertrags forderte der BIU, dass die Zuständigkeit der Alterskennzeichnung von Online-Spielen bei der USK und den obersten Landesjugendbehörden der Länder liegen soll. Die bestehenden Regelungen würden das momentan verhindern.

USK oder PEGI? Seit einiger Zeit steht die Debatte im Raum, ob die Alterskennzeichnung von Video- und Computerspielen weiterhin in der Verantwortung der USK liegen soll. Besonders in letzter Zeit wird das Kennzeichnungsverfahren der USK angezweifelt. Viele Wertungen seien zu willkürlich, weshalb das EU-Parlament bereits angedeutet hatte, hier lieber die PEGI-Regelung einzuführen.

Dabei seien die unterschiedlichen USK-Wertungen eigentlich nicht verkehrt. „Ich finde es gar nicht schlimm, dass es möglicherweise in den Prüfverfahren, die mehrere Stufen haben, zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt", so Gerald Jörns, freier USK-Gutachter und Journalist. „Gerade bei Titeln, die möglicherweise als kritisch angesehen werden, finde ich es eher spannender und von der Sache her betrachtet sinnvoller, wenn ein zweites oder sogar drittes Gremium draufguckt. So wird dann einfach auch eine Kontinuität eingestellt. Das ist die eine Geschichte und auf der anderen Seite haben wir natürlich auch einen Kriterienkatalog, nach dem bestimmte Spiele bestimmte Alterskennzeichnungen erreichen können oder eben nicht. Da wird immer ein Prüfgremium, und das Gleiche passiert bei der FSK, möglicherweise ganz andere Urteile bekommen, weil sich da auch ganz andere ethische und moralische Wertvorstellungen entwickeln, wenn man das von außen betrachtet.

Insofern denke ich: Je mehr Prüfgremien da draufgucken, umso demokratischer finde ich die Entscheidung."

Die USK sieht jetzt hingegen ein neues Aufgabenfeld auf sich zukommen: Online-Spiele. Nachdem bereits im Mai eine Überarbeitung der Alterskennzeichnungen vollzogen wurde, beraten die Länder zurzeit über etwaige Änderungen bei den jugendschutzrechtlichen Regelungen im Internet. Der BIU forderte nun die Staatskanzleien der Länder dazu auf, den Jugendmedienschutzstaatsvertrag so zu ändern, dass die Alterskennzeichnung einheitlich auch auf im Internet dargebotene Computer- und Videospiele angewendet werden kann. Dazu müsste auch die Zuständigkeit der obersten Landesjugendbehörden der Länder ausgeweitet werden. Momentan beschränkt sich diese nur auf den Bereich der Datenträger. Eine Alterskennzeichnung für Onlinespiele wird bereits seit längerem angestrebt.

„Die bestehenden Regelungen verhindern die Ausweitung der etablierten Alterskennzeichnungssysteme auf das Internet. Die Trennung von Verfahren und Zuständigkeiten für über das Internet und den stationären Einzelhandel abgegebene Unterhaltungsmedien geht an den aktuellen Entwicklungen vorbei und verhindert die Verbesserung des Jugendschutzes bei Computer- und Videospielen im Internet", stellt Olaf Wolters, Geschäftsführer des BIU, fest. „Wir fordern die Ministerpräsidenten der Länder auf, an der Verbesserung des Jugendschutzes bei Computer- und Videospielen aktiv mitzuwirken."

Die USK hat mit dem neuen Geschäftsführer Felix Falk, schon den richtigen Mann dafür. „Die Bestellung des neuen Geschäftsführers ist ein konsequenter Schritt weiter in Richtung einer neuen USK, bei der auch der Online-Bereich in Zukunft noch stärker mit einbezogen werden soll“, so Olaf Wolters, Geschäftsführer des BIU.

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Nicole Lange

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