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Schiffsunglück

Wrack der Costa Concordia wird zum Mekka für Schaulustige

14.08.2012 | 08:45 Uhr
Kaffeetrinken vor dem Wrack der havarierten Costa Concordia. Immer mehr Schaulustige besuchen den Ort des Schiffsunglücks.

Giglio.  Das Wrack des havarierten Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia zieht immer mehr schaulustige Touristen an. In dem Ferienort Giglio stehen Urlauber Schlange, um eine Bootstour zu dem Wrack zu machen. Hunderte lassen sich mit dem Schiff im Hintergrund fotografieren.

"Zehn Euro für die Hin- und Rückfahrt nach Giglio " lautet das Angebot, das Urlauber im Hafen von Porto Santo Stefano bekommen. In dem Ferienort in der Toscana stehen die Touristen in Shorts und Badelatschen Schlange, um eine Bootstour zum Wrack des untergegangenen Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia vor der Insel Giglio zu machen. "Klar zieht die Insel jetzt viele Leute dann, denn leider ist das Unglück attraktiver als die schönen Dinge", sagt die 23-jährige Daniela, die zusammen mit ihrem Freund Davide zum Wrack unterwegs ist.

"Es tut mir weh, einen solchen Koloss in einem derartigen Zustand zu sehen", ergänzt die blonde Mittfünfzigerin Lucia, als das Ausflugsboot nur Dutzende Meter an der verunglückten Costa Concordia vorbeifährt. Das 114.500 Tonnen schwere Kreuzfahrtschiff, das mit 4229 Menschen an Bord auf einen Felsen fuhr, liegt seit Monaten mit Schlagseite vor dem kleinen Hafen von Giglio. 32 Menschen, darunter zwölf Deutsche, starben bei dem Unglück am 13. Januar. "Aber das Leben auf der Insel muss weitergehen, deshalb wollten wir in den Ferien hierher kommen", erklärt Lucia ihre Entscheidung.

Urlaubsfotos mit dem Wrack im Hintergrund

Hunderte Touristen teilen ihre Meinung und lassen sich im Hafen mit dem Wrack im Hintergrund fotografieren. Andere baden am Strand vor der Kulisse des havarierten Luxusliners. "Wir haben diese Geschichte im Fernsehen gesehen, die nun den Tourismus anheizt", sagt Ettore aus Florenz, bevor er sich in die Fluten stürzt. "Der Tages-Tourismus hat zugenommen", sagt auch der Bürgermeister von Giglio, Sergi Ortelli.

Die Schaulustigen kommen, um ein Foto des Dickhäuters zu machen, der auf den Felsen liegt." Die Besucher seien sehr neugierig und besuchten Giglio "ein bisschen wie ein Museum", ergänzt Ortelli, der auf der Insel Ferienwohnungen und Motorroller vermietet. Der grüne Tourismus, auf den die für ihr sauberes Meer bekannte Insel setze, leide allerdings unter dem Unglück.

Die Zahl der Hotelreservierungen und Vermietungen von Ferienwohnungen sei zurückgegangen. Doch das liege vielleicht auch an der Finanzkrise, sagt der Bürgermeister. Er hoffe, dass das Wrack schnell weggeschleppt werde, ergänzt Ortellis für die Umwelt zuständiger Stellvertreter Alessandro Centurioni.

"Die Costa ist jetzt Teil unserer Landschaft"

"Die Costa ist jetzt Teil unserer Landschaft, hat sie aber auch verändert. Jedes Mal, wenn ich sie sehe, fühle ich Schmerz und Trauer." Nach den Plänen der Behörden soll das Wrack im Frühjahr 2013 abtransportiert werden. Allerdings ist das eine komplizierte Aktion, bei welcher der Koloss erst wieder aufgerichtet werden muss, bevor er in einen Hafen geschleppt und dann zerlegt werden kann. Derweil versucht die Justiz weiterhin, die Verantwortlichen des Unglücks zu belangen. Gegen neun Leute läuft ein Ermittlungsverfahren , unter ihnen der Kapitän Francesco Schettino , der das Schiff noch vor den letzten Passagieren verlassen haben soll. (afp)

Havarierte "Costa Concordia"

 



Kommentare
14.08.2012
15:58
Wrack der Costa Concordia wird zum Mekka für Schaulustige
von Gothaur | #1

Völlig korrekt,denn wann kriegt man schon ein solch gewaltiges Wrack zu sehen.
Ansonsten gehen wir in Museen um Wracks zu bestaunen, oder besuchen Trockendocks, bzw bestaunen Rekronstuktionen.
Beispiele gibt es dafür genug.
Folgich ist es nur recht und billig, auch dieses Wrack zu besuchen, wenn man sich denn in der Nähe befindet.
Gruß

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