Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Stadtfinanzen

Winterberg plant Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrags

16.09.2011 | 15:57 Uhr
Winterberg plant Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrags
Durch die geplante Abgabe möchte das sauerländische Winterberg die Stadtkasse aufbessern und den Tourismus weiter fördern. Bild: imago

Winterberg.  Um den städtischen Haushalt zu konsolidieren, plant Winterberg die Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrags. Dieser soll von allen Gewerbetreibenden und Freiberuflern im Stadtgebiet erhoben werden. 420.000 Euro sollen auf diese Weise zusammenkommen.

Die Stadt Winterberg wird voraussichtlich zum 1. Januar 2013 neben dem bestehenden Kurbeitrag einen Fremdenverkehrsbeitrag einführen. Diese Empfehlung gab der Stadtrat der Verwaltung  am Donnerstag. Mit dieser Abgabe, die alle Gewerbetreibenden sowie die Freiberufler im Stadtgebiet betrifft, sollen im Zuge der Haushaltskonsolidierung mindestens 420.000 Euro generiert werden. Damit sollen dauerhaft die Leistungen der Winterberg Tourismus und Wirtschaft GmbH mitfinanziert sowie der städtische Anteil an der Finanzierung des Tourismus möglichst gering gehalten werden, um so den städtischen Haushalt zu entlasten.

Ursprünglich sollten die 420.000 Euro über eine Erhöhung des Kurbeitrages eingenommen werden. Diese Pläne scheiterten aber an rechtlichen Hürden des Kommunalabgabengesetzes, nach dessen Vorgaben kein Spielraum für eine Erhöhung gegeben war. Sowohl CDU- als auch SPD- und FDP-Fraktion im Winterberger Rat sahen im Fremdenverkehrsbeitrag die gerechteste Alternative zur Kurbeitragserhöhung, da alle unmittelbar und mittelbar vom Tourismus betroffenen Unternehmen und Freiberufler herangezogen werden.

Standortfrage ist wichtig

Zudem könne bei der Höhe der jeweiligen Beiträge danach differenziert werden, wie stark das jeweilige Unternehmen oder der Freiberufler vom Tourismus tatsächlich profitiert. Wichtig sei auch die Standortfrage, so die einhellige Meinung im Rat.  So profitiert ein Bäcker in der Innenstadt Winterbergs sicher mehr vom Tourismus als ein Bäcker in einem nicht so stark frequentierten Ortsteil. Keine große Rolle spielten bei der Entscheidung eine Anhebung der Gewerbesteuer sowie die Einführung einer so genannten Bettensteuer als weitere Alternativen. Auch das pure Einsparen der 420.000 Euro im städtischen Haushalt sowie eine Neuverschuldung seien keine Lösungen, hieß es.

Für Tourismus-Direktor Michael Beckmann hat die Entscheidung des Rates auch wegweisende Bedeutung: „Ich bin mir sicher, dass andere touristisch geprägte Kommunen unserem Beispiel folgen werden. Schließlich erheben wir hier ähnlich der Wassergebühr einen Beitrag für Leistungen, die wir tatsächlich auch erbringen.“ Für Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler war das Votum des Stadtparlamentes schlicht folgerichtig, weil „es hier um die Sicherstellung des touristischen Leistungsportfolios geht“.

Ralf Hermann

Facebook
 
Kommentare
18.09.2011
19:45
Winterberg plant Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrags
von meinemeinungdazu | #3

Winterberg ist doch so schon unattraktiv. Wann scheint da mal die Sonne? Und nun diese Abkassiererei? Die Kunden müssen es ja bezahlen. Also bleibt man weg. Es gibt genug andere Möglichkeiten. So schießt man sich selbst ins Knie. Auch neue Gewerbetreibende werden wegbleiben.

17.09.2011
04:56
Winterberg plant Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrags
von Nie_wieder | #2

Und wieder eine neue Art der Abzocke. Was bitteschön hat der freiberuflich arbeitende Versicherungsmakler vom Tourismus ? Was der freiberufliche Journalist, der fürs Lokalblättchen für einen Hungerlohn schreibt ?

Die Stadt indes profitiert vom Tourismus. Und das nicht zu knapp. Nun sollten die Touristen handeln - und diese Abzockgemeinde einfach meiden. Man kann auch anderswo prima Wintersport machen. Dazu bedarf es nun wahrlich nicht der gierigen Winterberger Kommunalpolitiker.

16.09.2011
16:34
Winterberg plant Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrags
von Erbeck1 | #1

Selbst Winterberg ist klamm - das erstaunt mich nun aber doch . Hotelbetreiber sollen hier ja auch Bettensteuer zahlen . Solariumsteuer wurde aber gerade gekippt - auf ein Neues .

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/5069115/create

Aktuelle Fotos und Videos
AIDAmar-Taufe
Bildgalerie
Leser-Aktion
Die legendäre Titanic
Bildgalerie
Titanic
James Cameron taucht ab
Bildgalerie
Rekord
Orangenschlacht an Karneval
Bildgalerie
Brauchtum
Aus dem Ressort
Die Hälfte der Züge im Bahn-Fernverkehr bleibt leer
Bahn
Die Bahn will ihre Auslastung steigern: Sie liegt im Fernverkehr derzeit bei 48 bis 49 Prozent. Zweites Problem: Derzeit sind die Züge zwar pünktlich wie nie - jedenfalls nach Darstellung des Unternehmens. Das wird aber mittelfristig kaum so bleiben, sagt Bahnchef Grube
Die Golden Gate Bridge ist das Goldene Tor ins Jenseits
Brückenjubiläum
Die berühmte Brücke in San Francisco fasziniert Millionen Menschen. Und lockt Verzweifelte aus aller Welt. Zum 75. Geburtstag der Golden Gate kehrt eine alte Frage zurück: Warum macht man es Selbstmördern hier so leicht?
Foto