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Weltreise

Wie ein 66-jähriger Philosophie-Professor rund um die Welt radelt

02.10.2012 | 11:45 Uhr
Wie ein 66-jähriger Philosophie-Professor rund um die Welt radelt
Wolfgang Lenzen fuhr auf seinem Fahrrad 30.856 Kilometer rund um die Welt.Foto: dapd

Osnabrück.  Im September 2011 brach Wolfgang Lenzen zu einer Weltreise auf. Mit dem Fahrrad durchquerte der 66-jährige Philosophie-Professor fünf Kontinente und fuhr dabei 30.856 Kilometer. Seine Erfahrungen will er in einem Buch festhalten.

Wolfgang Lenzen ist 30.856 Kilometer mit dem Fahrrad um die Welt gefahren. Bei der Ankunft daheim nach genau einem Jahr ist er am Samstagabend dennoch auf die Minute pünktlich. Die Glocken des Osnabrücker Doms schlagen sechs Mal, als er mit seiner neongelben Weste vom Domvorplatz die letzten Meter gen Rathausplatz fährt.

Genauso war es geplant, als er am 29. September 2011 um 8.00 Uhr zu einer Weltreise aufbrach und fünf Kontinente durchquerte. "Damals war es nur sehr viel wärmer", erinnert sich der emeritierte Philosophie-Professor. Der Kopf des 66-Jährigen ist hochrot, als er unter dem Beifall von 50 Angehörigen, Freunden und Bürgern vor seiner Ehefrau Gertrud zum Stehen kommt und sie umarmt. Der Pensionär ist überwältigt. Tränen rollen unter seinen runden Brillengläsern die Wangen herunter. In diesem Moment erfüllt sich sein Lebenstraum. Wie ein Tour-de-France -Sieger streckt er die Arme in die Luft.

41.000 Euro Spenden kommen sozialen Projekten zugute

Der einzige Unterschied ist, dass seine Tour Tausende Kilometer länger und damit eine "Tour du Monde" war, wie er seine Weltreise gerne nennt. Seine auf der Fahrt von Sponsoren akquirierten Spenden in Höhe von 41.000 Euro kommen nicht ihm zugute, sondern der Aidshilfe für Afrika und dem Projekt "Cuenca - El Arenal", das armen Kindern in Ecuador hilft. Die letzte Etappe von Petershagen im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen hat er genauso generalstabsmäßig geplant wie seine komplette Reise. "Für die letzten 100 Kilometer habe ich ausgerechnet, dass ich bei Gegenwind 18 Stundenkilometer fahre, dann bin ich um 18.00 Uhr am Rathaus in Osnabrück", sagt er.

Dabei war Lenzens Fachgebiet an der Uni Osnabrück nicht Mathematik, sondern angewandte Ethik und Philosophie des Geistes. Von seinen Gefühlen auch eine Stunde nach der Ankunft immer noch völlig überwältigt, erzählt er, wie die Anspannung mit jedem Kilometer wuchs, die er seinem Heimatort näher kam. "Es war schon erhebend, bei Passau die Grenze nach Deutschland zu überfahren, dann kam die Landesgrenze von Sachsen zu Niedersachsen und heute schließlich der Landkreis und die Stadt Osnabrück."

Erinnerungsfoto am Ortseingangsschild

Beim Ortseingangsschild habe er sogar absteigen und ein Erinnerungsfoto machen müssen. Als er in der Einsamkeit Tausende Kilometer von zu Hause entfernt durchschnittlich acht Stunden täglich im Sattel saß, hat er viel über sich gelernt. "Die wichtigste Lehre aber war, wie sehr ich die Heimat, Freunde und Familie vermisse. Das hätte ich selbst nicht für möglich gehalten", sagt der passionierte Ausdauersportler. Nachdem der erfahrene Triathlet schon Herausforderungen wie einen vierwöchigen Trip mit dem Fahrrad quer durch Amerika hinter sich gebracht hatte, dachte er sich, dass die Weltreise die "logische Fortsetzung" wäre.

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Kommentare
02.10.2012
13:30
Wie ein 66-jähriger Philosophie-Professor rund um die Welt radelt
von Kritiker90 | #1

Hut ab. Eine tolle Leistung. Es gibt zum Glück ab und zu positive Berichte, sonst könnte man beim Zeitunglesen depressiv werden :-)

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