Warum die Jagdsaison auf Malta Zugvögel gefährdet

Auch seltene Zugvögel dürfen während der Jagdsaison auf Malta abgeschossen werden.
Auch seltene Zugvögel dürfen während der Jagdsaison auf Malta abgeschossen werden.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
32 Zugvogelarten dürfen während der Jagdsaison auf Malta abgeschossen werden, darunter auch seltene Arten. Ein Kommentar von Christian Leetz.

Essen.. Der Mensch ist manchmal unbelehrbar. Und das leider sehr oft, wenn es um den Umgang mit seiner Umwelt und mit Tieren geht. Bestes Beispiel dieser Tage: die Eröffnung der Jagdsaison auf Malta.

Seit dieser Woche knallt es auf der beliebten Ferieninsel wieder allerorten. Kein Strand, an dem die Schüsse nicht zu hören wären.

Völlig sinnfrei pocht der Inselstaat für seine Traditionalisten bei der EU weiter auf diese internationales Recht brechende Ausnahmeregelung zum Abschuss von Zugvögeln.Malta ist damit der letzte Staat im europäischen Staatengebilde, der den Vogelschutz derart mit Füßen tritt. 32 Zugvogelarten sind zum Abschuss freigegeben, darunter auch bereits stark dezimierte Arten wie die Turteltauben, deren Bestände in den letzten zehn Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen sind. Und die meisten Jäger schießen auf Malta zum Spaß, nicht um die Beute hinterher zu verspeisen.

Die Fortpflanzungskette wird unterbrochen

Der Irrsinn in Zahlen: Auf einer Fläche der Größe der Stadt Bremen verwandeln 14.000 Jäger Malta in das weltweit am intensivsten bejagte Stück Erde. Zehn Umweltpolizisten sollen aufpassen, dass jeder während der Frühlingsjagd (bis Ende Mai) nur vier Vögel schießt. Dass die tatsächliche Zahl der getöteten Tiere viel höher ist, liegt auf der Hand.

Besonders tragisch: Die Frühlingsjagd auf Malta holt die Vögel vom Himmel, bevor sie in Deutschland oder anderswo brüten. Die Fortpflanzungskette wird besonders rücksichtslos unterbrochen. Der Mensch ist einfach unbelehrbar.

PS: Dass jetzt überhaupt geschossen wird, war eine knappe Entscheidung. 50,4 Prozent der Malteser stimmten für die Jagd. Der Rest war dagegen. Man darf also hoffen.