Vom Ashampoo 2 rauf auf den IKEA-Grat - ein Kommentar von Christian Leetz
29.06.2011 | 19:53 Uhr 2011-06-29T19:53:00+0200
Essen.Es ist ja inzwischen Alltag, dass Stadien, Rennserien oder ganze Bundesligen nach Firmen und Konzernen benannt werden. Wer aber meint, das Ende der „Kreativität“ wäre erreicht, der irrt: In Tirol gab es nun Bestrebungen des staatlichen Immobilienverwalters BIG, zwei Berggipfel an der Grenze zu Italien zu verscherbeln. Der „Große Kinigat“ sollte 92.000 Euro kosten, der „Rosskopf“ 29.000 Euro. Bis Ablauf der Angebotsfrist meldeten sich 20 Interessenten, darunter der Oldenburger Software-Hersteller Ashampoo, der nach eigenem Bekunden die beiden Zweitausender in „Ashampoo 1“ und „Ashampoo 2“ umbenennen wollte.
Glücklicherweise wurde aber von höchster Stelle in Wien ein Machtwort gesprochen, die Berge bleiben demnach im Bundesbesitz. Auch in Tirol selbst gab es viele kritische Stimmen: Diese „peinliche Diskussion“ schade dem Tourismusland Tirol, wetterte etwa Landeshauptmann Günther Platter.
Aber man sieht, wohin die Reise geht: Die Industrie greift nach den Bergen, Meeren und Sternen. Wer weiß: Vielleicht wandern unsere Enkel mal unter der Microsoft-Sonne über den IKEA-Grat zum Fiat-See (früher einmal Gardasee). Es wäre befremdlich.
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