Viele Klicks zum teuren Flug - wie Reiseportale Nutzer abzocken

Flüge, die als Schnäppchen angepriesen werden, entpuppen sich oftmals als gar nicht so preiswert.
Flüge, die als Schnäppchen angepriesen werden, entpuppen sich oftmals als gar nicht so preiswert.
Was wir bereits wissen
Die Suche nach günstigen Flügen führt viele Urlaubshungrige auf Reiseportale im Internet. Diese versprechen einen einfachen Vergleich dank Meta-Suche und eine direkte Buchungsmöglichkeit. Doch ganz so einfach ist der Weg zum Ticket dann meist doch nicht - und man tappt schnell in die Kostenfalle.

Essen.. Man sei nur wenige Klicks vom Traumziel entfernt. Das wollen uns im Internet zahllose Buchungsportale für günstige Flüge weis machen. Dass dem nicht so ist, ist nicht erst seit gestern ein offenes Geheimnis. Immerhin wurden opodo.de, fluege.de, ab-in-den-urlaub.de und Co. mittlerweile gesetzlich dazu angehalten, schon bei der ersten Suche den tatsächlichen Endpreis anzuzeigen, so dass auf den Kunden nicht erst bei den weiteren Buchungsschritten Mehrkosten warten.

Die vermeintlich günstigsten Angebote werden also dank Meta-Suche im Internet zuerst angezeigt. Aber stimmt der Preis auch tatsächlich? Nein! Denn bei der finalen Zahlung wartet auf den Kunden noch ein kleiner „Bonus“, der den angeblichen Endpreis noch einmal steigen lässt! Wir haben uns durch die Welt der angeblich günstigsten Flüge geklickt – von „wenigen Klicks“ kann da beileibe nicht die Rede sein.

Wer schlau ist, bucht direkt bei der Airline

Denn die Portale haben sich längst neue Tricks einfallen lassen, um den potenziellen Fluggästen noch ein paar Euros aus der Tasche zu ziehen. Hat man sich seine Reise herausgesucht, beginnt die im Netz groß angelegte Suche nach dem günstigsten Flug. Immerhin: Preislich sieht das schon mal ganz gut aus. Doch dann geht es erst richtig los. Erfreulicherweise kann man auf den einschlägigen Portalen mit ein wenig Geduld – aber auch erst bei genauerem Hinsehen – diverse und natürlich kostenpflichtige Versicherungsangebote umgehen. Dass beispielsweise fluege.de bei einem „Nein“ zur Versicherung sogleich einen bedrohlich wirkenden roten Kasten aufleuchten lässt, kann man da gerne noch als „Schönheitsfehler“ übersehen.

Gefühlte 100 Klicks weiter: Wir haben unsere Daten offengelegt und wollen nun endlich bezahlen – und jetzt geht’s los! Denn bei allen getesteten Portalen steigt der vormals günstig anmutende Flugpreis jetzt noch einmal um knapp 50 Euro. Denn die Portale lassen es sich nicht nehmen und verlangen entweder Service-Entgelte (wofür?) oder auch noch hanebüchene Gebühren für die Kreditkartenzahlung, die zumeist das einzig akzeptierte Zahlungsmittel ist. Es sei denn man ist beispielsweise im Besitz der Mastercard Gold von fluege.de, dann ist die Zahlung gebührenfrei. Ansonsten werden teils saftige Zuzahlungen fällig: Ebookers zum Beispiel verlangt fast 30 Euro, bravofly.de gar 33,40 Euro! Offenbar spekulieren die Portale darauf, dass der Verbraucher nach einer knappen Viertelstunde „Geklicke“ entnervt zustimmt.

Dabei kann es viel einfacher gehen – und meist tatsächlich auch um einiges preiswerter – wenn man den Flug direkt über die Airline bucht. Das dauert nur knapp zwei Minuten, man wird nicht von Versicherungsangeboten genervt und kann zum Abschluss der Buchung ganz bequem per PayPal, Einzugsverfahren und sogar kostenlos (!) per Kreditkarte zahlen.