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Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche

10.05.2012 | 11:45 Uhr
Foto: /Paul Zinken

Berlin.  "Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen müssen.

"Völlig platt" war der eine. "Ich kann nichts sagen", bedauerte der andere auf die Frage nach Konsequenzen aus der plötzlichen Verschiebung der Betriebsaufnahme am neuen Berliner Hauptstadtflughafen .

Wer immer aus der Luftverkehrsbranche am Dienstag ans Telefon ging, war gerade aus allen Wolken gefallen. "Ich hätte noch gestern Abend mein Haus verwettet, dass der Termin steht", sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), Ralph Beisel. Offiziell nannte er die Verschiebung "keinen Beinbruch". Die künftige herausragende Rolle des Flughafens in Deutschland und Europa werde durch die Verschiebung nicht beeinträchtigt.

Zunächst retteten sich Politiker und Wirtschaft in den Allgemeinplatz, dass die Sicherheit der Fluggäste selbstverständlich über allem stehe. Tatsächlich aber machten sie sich an Ersatzflugpläne. Manche waren ehrlich: "Wir haben keinen Plan B."

Alle Beteiligten seien zuversichtlich gewesen

Air-Berlin -Chef Hartmut Mehdorn schrieb in der Pressemitteilung, er habe noch am Freitag den neuen Flughafen mit dem Kürzel BER besichtigt. "Dabei sind alle Beteiligten zuversichtlich gewesen, dass der BER seinen Betrieb am 3. Juni planmäßig aufnehmen werde."

Er befürchtete unkalkulierbare Kosten. Air Berlin hatte sich den neuen Flughafen als Drehkreuz vorgestellt. Die Lufthansa wollte dort 15 neue Airbusse stationieren, für die sie jetzt Stellplätze finden muss. Von Bodenpersonal und anderer Infrastruktur ganz zu schweigen, falls die Flieger den auf 100 Prozent Wachstum ab 3. Juni angelegten Flugplan aus der Hauptstadt von den beiden alten Airports umsetzen sollten. Im alten Tegeler Flughafen ist es zu eng, im existierenden Schönefelder Landeplatz wären die Kranich-Flieger echte Exoten.

Die beiden großen Fluggesellschaften brauchen wohl noch ein wenig Zeit, um ihre Logistik anzupassen. Tatsächlich dürfte das absolute Wachstum des Berliner Flugverkehrs Anfang Juni sich in beherrschbaren Grenzen halten. Da Tegel und Schönefeld-alt nun erst einmal weiter betrieben werden, werden Urlauber am Ende nur zu einem anderen Terminal anreisen müssen.

"Schönefeld ist ein menschenunfreundlicher Standort"

Wer jetzt verunsichert ist, sollte sich die Worte von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck merken, der am Dienstag sagte: "Es muss niemand Bedenken haben, seinen Urlaub nicht antreten zu können." Derselbe Mann, damals Umweltminister, hatte 1994 im infoRadio des heutigen rbb bei der Standortdebatte um diesen Flughafen erklärt, dass "… der Standort Schönefeld Süd hier in der Bewertung deutlich abfällt." Platzecks Regierungschef Manfred Stolpe hatte ergänzt: "Ich bin der Meinung, Schönefeld ist ein menschenunfreundlicher Standort.

Eine erhebliche Erweiterung wird da nicht durchführbar sein, weil sich von den 70.000 Betroffenen, die dort wohnen, mindestens einige finden werden, die entschlossen klagen und uns dann spätestens vor dem Bundesverwaltungsgericht auf die Bretter bringen." Dennoch steht der Flughafen jetzt genau da. (dapd)

dapd

Kommentare
30.05.2012
11:02
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
von Grobian57 | #2

Den herumstümpernden Dilettanten vom dortigen "Projektmanagement" und den vorgeblichen "Entscheidern" sei das Buch "Bärentango: Mit Risikomanagement...
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Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
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http://www.derwesten.de/reise/verzoegerung-am-neuen-berliner-flughafen-schockt-branche-id6636261.html
2012-05-10 11:45
Reise, Flugverkehr, Flughafen Berlin-Brandenburg, Eröffnung, Verschiebung,
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