Urlaub beim Zwischenstopp: "Stopover"-Angebote der Airlines

Hong Kong bietet sich als Zwischenstopp für Australienreisen an.
Hong Kong bietet sich als Zwischenstopp für Australienreisen an.
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Wer auf langen Flugreisen zwischen zwei Fliegern wechseln muss, kann auch gleich einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Das bieten die Airilines.

Essen.. Unbändige Lust, 20 oder mehr Stunden am Stück mit dem Flugzeug unterwegs zu sein, dürften die wenigsten haben. Und weil selbst die größten Flieger nicht so lange am Himmel bleiben können, nutzen einige Reisende gerne die Zwischenlandung, um dort ein kleines bisschen länger zu bleiben. Der sogenannte Stopover bietet neben der Milderung der Reisestrapazen die Möglichkeit, für vergleichsweise wenig Geld eine interessante Metropole zu erkunden. Etliche Airlines helfen ihren Kunden dabei mit speziellen Stopover-Programmen. Allerdings sollten beim Planen und Buchen einige Dinge beachtet werden.

Favorit Singapur

Einer, der sich mit Stopover-Flügen richtig gut auskennt, ist Roland Peyer. Er kümmert sich um die Redaktion der unabhängigen Informationsseite stopover-info.de. Peyers Erfahrung nach werden Stopover besonders bei Reisen von mehr als zwölf Stunden gewählt. Somit kommen sie für Europäer insbesondere bei den Endzielen Australien, Neuseeland, aber auch Hawaii in Frage. „Eine Reise nach Australien dauert mindestens 20 Stunden, man muss mindestens eine Nacht im Flugzeug verbringen, meistens zwei Nächte“, erläutert Peyer. Das schreckt viele ab.

Richtung Australien bieten sich vor allem Singapur und Hongkong für den Zwischenstopp an. Das waren Anfang des Jahres bei einer Befragung des australischen Online-Magazins Australian Business Traveller auch die Spitzenreiter der Leser. Beide Metropolen gelten als angenehme Ziele.

Visumsvorschriften rücken in den Fokus

Experte Peyer: „Der Flughafen ist jeweils sehr gut angebunden, sie sind kulturell beziehungsweise urban interessant, passen klimamäßig, bieten gute Einkaufsmöglichkeiten, liegen im Reiseablauf zeitlich günstig und werden von zuverlässigen Fluggesellschaften bedient. Beide Destinationen sind überdurchschnittlich sicher, mittlere Englischkenntnisse ermöglichen ein problemloses Orientieren.“

Bangkok, sagt Peyer, sei in punkto Verkehrsanbindung problematischer, und der vierte „Klassiker“, Kuala Lumpur, stehe ab dem zweiten Halbjahr 2015 deutschen Reisenden nur noch eingeschränkt zur Verfügung, da Malaysia Airlines die Flüge ab Frankfurt eingestellt hat.

Dafür rücken seit einer Neuregelung der Visumsvorschriften chinesische Destinationen in den Blick der Stopover-Reisenden. Wer es vorab beantragt, erhält am Flughafen ein 72-Stunden-Transitvisum. Somit machen Peking, Shanghai und Guangzhou für einen Stopover Sinn. „Vermehrt kommen auch die arabischen Städte wie Dubai, Abu Dhabi oder Muskat auf den Plan“, berichtet Rüdiger Berger vom Unternehmen Explorer Fernreisen, das einen eigenen Stopover-Katalog herausgibt. Berger sieht ebenso in Taipeh (Taiwan) und Südkoreas Hauptstadt Seoul beliebte Stopover-Ziele.

Angebote mit den eigenen Ansprüchen abgleichen

Die von Fluggesellschaften aufgelegten Pakete bieten in der Regel neben vergünstigten Hotels und dem Flughafentransfer Stadtrundfahrten, Eintritte zu Sehenswürdigkeiten und Restaurant-Rabatte. Trotz auf den ersten Blick verlockender Preise sollten Interessierte die Angebote mit den eigenen Ansprüchen abgleichen. In ihrem neuen „Stopover-Premium-Programm“ haben Singapore Airlines ein Paket geschnürt mit Bustransfer zum Flughafen und zurück, WLAN im Zimmer, Eintritt zu mehr als 20 Stadt-Attraktionen, 50 Prozent Nachlass im zugewiesenen Hotel-Restaurant und weiteren Rabatten.

Preis pro Person und Nacht im Luxushotel-Doppelzimmer: ab 176 Euro. Andererseits findet man in Singapur „qualitativ ausreichende saubere Ein- und Zwei-Sterne-Ketten, die einen Bruchteil kosten“, sagt Roland Peyer.

Fallstricke bei den Airlines

Er kennt Fallstricke: Manche Airlines bieten ihre Programme nur für bestimmte Economy-Buchungsklassen an. „Dies kann ein Problem werden, wenn man vorab einen Flug gebucht hat und später den Stopover hinzubuchen will.“

Zudem solle man sich fragen, ob der Stopp zur Reise passt. Wer im Januar nach Down Under möchte, wird leichte Kleidung mitnehmen. Für den Stopp in Peking oder Hongkong ist zu dieser Jahreszeit warme Kleidung angeraten. Sie müsste man durchs sommerliche Australien transportieren.