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Interview

Tuifly-Umweltexperte sieht keine Zukunft für Billigairlines

24.12.2012 | 05:45 Uhr
Fliegen ist etwa dreimal so schädlich ist wie Auto fahren. Viele Airlines engagieren sich daher verstärkt für den Klimaschutz.

Essen.  Fliegen ist in etwa dreimal so klimaschädlich wie Autofahren. Schon allein aus Image-Gründen bemühen sich Fluggesellschaften daher zunehmend, auch auf die Umwelt zu achten. Tuifly-Umweltexperte Jörn Mahringer erklärt, was Fluggesellschaften schon tun und was das Problem an Billig-Airlines ist.

Klimaschutz spielt auch für Fluggesellschaften eine immer größere Rolle. „Treibstoffeffizienz“ ist das neue Zauberwort. Jörn Mahringer, Pilot und Umweltexperte bei Tuifly, erklärt, was Airlines heute dafür alles tun.

Herr Mahringer, Tuifly ist im Airline Index 2012 der Klimaschutzorganisation „atmosfair“ als klimaeffizienteste Charterairline ausgezeichnet worden. Ist Fliegen nicht generell unökologisch?

Jörn Mahringer: Jede Art von Reise verbraucht Treibstoff. Gerade bei längeren Strecken kann man dadurch, dass ein Flugzeug nicht an Straßen gebunden ist, direktere Verbindungen nehmen. Den Tuifly-Verbrauchswert von 2,63 Litern pro 100 Passagierkilometer erreichen Sie mit dem Auto nicht.

Der Weltklimarat IPCC schätzt, dass Fliegen etwa dreimal so schädlich ist wie Auto fahren, weil die freiwerdenden Emissionen in der Atmosphäre stärker zum Treibhauseffekt beitragen als am Boden.

Mahringer: Solche Aussagen sind umstritten, weil sich auch Wissenschaftler und Klimaschutzorganisationen darüber nicht einig sind.

Wie errechnen Sie den Pro-Kopf-Verbrauch pro 100 Kilometer?

Mahringer: Mithilfe einer international etablierten Formel, die Treibstoffverbrauch, Streckenlängen und Passagierzahlen berücksichtigt.

Tuifly-Flugzeuge verbrauchen im Vergleich zum Branchendurchschnitt von vier Litern etwa ein Drittel weniger Treibstoff. Was macht Tuifly besser als andere Airlines?

Mahringer: Zum einen setzen wir sehr moderne Flugzeuge mit einem Durchschnittsalter von sieben Jahren ein, die wir speziellen Wartungsprogrammen unterziehen. Zum Beispiel waschen wir regelmäßig die Triebwerke. Außerdem haben wir an den Flügelspitzen Winglets angebracht. Das sind Anbauten, die den Luftwiderstand an den Flügeln verringern. Zum anderen schulen wir unsere Piloten, wie sie treibstoffsparend fliegen. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, weniger Kerosin zu verbrauchen.

Wie knapp kalkuliert Tuifly dabei aus Sparzwecken mit Kerosin?

Mahringer: Wir kalkulieren, was der Gesetzgeber vorschreibt. Außerdem haben alle unsere Piloten jederzeit die Freiheit, zu sagen, dass sie mehr möchten. Dafür müssen sie sich hinterher auch nicht rechtfertigen.

Aus der Halle in die Luft

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Kommentare
27.12.2012
08:10
Tuifly-Umweltexperte sieht keine Zukunft für Billigairlines
von DerRheinberger | #1

Würde das Kerosin genauso besteuert wie das Autobenzin, sähe die Bilanz dieses Tuifly-Lobbyisten ganz anders aus. Leider wären die Flugpreise ohne die Existenz der Billigflieger heute für normalverdienende Menschen unbezahlbar.

Dank Ryanair und Konsorten sind die Pilotengehälter heute niedriger als das Gehalt einer Bundeskanzlerin und das Kabinenpersonal arbeitet mittlerweile für einen Hungerlohn. Nur noch die Managergehälter der Fluggesellschaften steigen noch im 2-stelligen Prozentbereich.

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