Türkische und israelische Touristen klagen über Schikanen an Flughäfen
05.09.2011 | 17:25 Uhr 2011-09-05T17:25:58+0200
Istanbul. Die aktuellen Spannungen zwischen der Türkei und Israel haben auch unangenehme Auswirkungen auf den Tourismus: Reisende beklagen, dass sie an den Flughäfen des jeweils anderen Landes durch Verhöre und Leibesvisitationen schikaniert werden.
Nach der jüngsten Eskalation der politischen Spannungen zwischen der Türkei und Israel haben Urlauber aus beiden Ländern über Schikanen der jeweils anderen Seite geklagt. Türkische Touristen berichteten laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu vom Montag, dass sie sich vor der Heimreise aus Israel am Flughafen von Tel Aviv anders als Bürger anderer Länder einer intensiven Leibesvisitation unterziehen mussten.
Ähnliche Klagen kamen von Israelis wegen Schikanen in Istanbul. Eine Außenamtssprecherin in Jerusalem sagte der Nachrichtenagentur AFP, die israelischen Touristen seien am Flughafen von Istanbul einzeln verhört worden. Ihre Pässe seien eingesammelt worden. Erst nach anderthalb Stunden hätten sie die Dokumente zurückerhalten.
Im Streit um den israelischen Angriff auf eine Hilfsflotte für den Gazastreifen im Mai 2010 hatte die Türkei vergangene Woche erklärt, der israelische Botschafter werde ausgewiesen. Grund ist die Weigerung Israels, sich für den Tod von neun türkischen Gaza-Aktivisten bei dem Angriff zu entschuldigen. (afp)
21:29
In der israelischen Zeitung Haaretz erfährt man dazu allerdings auch, wer damit „angefangen“ hat, dass man sich bis auf die Unterhose auszuziehen hat:
„Foreign Ministry officials told Haaretz on Monday that over the past year, there were dozens of complaints on the part of Turkish citizens who claimed they were humiliated by Israeli security personnel at Ben-Gurion airport.“
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/foreign-ministry-officials-admit-turkey-citizens-routinely-humiliated-at-israel-s-airport-1.382663
Nun lässt sich natürlich darüber streiten, wer denn wohl das höhere Sicherheitsbedürfnis haben könnte um so mit Passagieren umzugehen, andererseits auch über Ungleichbehandlungen.
Aber es geht ja um mehr, und so bleibt zu hoffen, dass es nicht zu Gewalttätigkeiten kommt und es vielleicht auch dazu führt, dass sich die humanitäre Lage im Gazastreifen verbessert und nicht noch in letzter Minute versucht wird, die Anerkennung eines Palästinenserstaates durch die Generalversammlung dubios zu verhindern.
Verhandeln auf Augenhöhe wird dann wohl eher möglich sein, und um diese gleiche Augenhöhe, scheint es auch zwischen der Türkei und der israelischen Regierung zu gehen.