Tourismus in exotische Länder bedroht ganze Völker
14.08.2012 | 05:45 Uhr 2012-08-14T05:45:00+0200
Osnabrück. Reisen in exotische Länder oder dem Regenwald können für die einheimische Bevölkerung dramatische Folgen haben. Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt deswegen vor einer Ausbeutung solcher Regionen und fordert von deutschen Reisekonzernen eine Selbstverpflichtung, damit nicht noch mehr Lebensart zerstört werde.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor einer Ausbeutung exotischer Reiseziele. Sie ruft deutsche Reisekonzerne zu einer Selbstverpflichtung auf, damit nicht noch mehr Lebensart zerstört werde. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe) sagte der Tourismusexperte der Organisation, Ulrich Delius: "Studienfahrten locken mit Besuchen im Regenwald oder in Ureinwohner-Dörfern auf Papua-Neuguinea."
Das Leben der mehr als 250 Ureinwohner-Gruppen im Inselstaat werde zunehmend durch solchen Tourismus beeinträchtigt. Betroffen seien etwa die Baumhäuser, die traditionelle Unterkunft 40 bis 50 Meter hoch oben in den Bäumen des Regenwaldes. Mittlerweile lebten die meisten Ureinwohner schon gar nicht mehr in den Baumhäusern, sondern in Blechhütten daneben.
Dramatische Folgen für die Ureinwohner
Nicht viel besser sehe es auf Bora Bora aus, einem Atoll in Französisch-Polynesien. "Der Luxus-Tourismus hat dort zum Bau von Bungalow-Dörfern geführt. Mitten in der Lagune", sagte Delius. Die Folgen seien dramatisch, denn plötzlich fehle den Ureinwohnern ein Zugang zum Meer. Delius forderte eine Selbstverpflichtung der Reiseveranstalter. "Es wäre sinnvoll, wenn die Tourismusindustrie genauer hinschauen würde, was durch Projekte ausgelöst wird." (dapd)
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