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Stralsunder Ozeaneum soll um Mega-Aquarium erweitert werden

04.07.2012 | 08:45 Uhr
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Das Stralsunder Ozeaneum plant ein neues Mega-Aquarium. Foto: dapd

Stralsund.  Der Aquarien-Komplex Ozeaneum in Stralsund soll um ein riesiges Aquarium erweitert werden, welches zu den größten der Welt zählen würde. Gleichzeitig soll ein Hotel- und Kongresszentrum auf der Hafeninsel entstehen, mit Appartments, deren Fenster den Blick unter Wasser eröffnen.

Fast drei Millionen Besucher haben seit Eröffnung des Ozeaneums Stralsund vor vier Jahren die weltweit einzigartige Ausstellung zu Europas Kaltwassermeeren besichtigt. Nun soll der Komplex auf der Hafeninsel um einen spektakulären Neubau erweitert werden. "Wir möchten unmittelbar neben dem Museum eine Anlage mit einem Mega-Aquarium errichten", sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd.

Mit einem Volumen von 15 Millionen Litern würde das Riesenbecken fast sechs Mal so groß ausfallen wie das derzeit größte Aquarium des Ozeaneums , das mit 2,6 Millionen Litern die Unterwasserwelt des Nordostatlantiks präsentiert und damit derzeit Deutschlands Nummer eins im Ranking der Super-Becken ist. Die Kosten für den neuen Komplex würden sich auf rund 40 Millionen Euro belaufen. Der Bau des gesamten Ozeaneums kostete 2008 etwa 65 Millionen Euro.

Agentur arbeitet an Wirtschaftslichkeitsanalyse

Eine Hamburger Agentur prüft derzeit, ob das Projekt wirtschaftlich betrieben werden kann. "Wir werden für unsere Stiftung Deutsches Meeresmuseum kein unüberschaubares Risiko eingehen", unterstrich Behnke. Gebaut werde erst, wenn die Wirtschaftlichkeitsanalyse positiv ausfalle und Gelder zur Verfügung stünden. Die Studie soll im Herbst vorliegen.

Den Plänen zufolge wird der Erweiterungskomplex in eine etwa 40 Meter breite Baulücke zwischen zwei historischen Hafenspeichern gesetzt. Die derzeit zum Teil leer stehenden Gebäude sollen zu einem Hotel- und Kongresszentrum umgebaut werden. Für dieses, noch einmal rund 40 Millionen Euro teure Projekt stehe ein Privatinvestor bereit, sagte Benke.

Appartments mit Sichtfenstern in die Ozeantiefen

Beide Vorhaben sollen zwar unternehmerisch getrennt voneinander betrieben, aber baulich auf spektakuläre Weise miteinander verbunden werden. Nach Benkes Vorstellungen sollen die Gäste zum Beispiel von der Hotellobby aus direkten Einblick in die Unterwasserwelt bekommen. Auch mehrere Appartements sollen mit Sichtfenstern aus mehr als 40 Zentimeter starkem Acrylglas ausgestattet werden, durch die der Gast in seinem Zimmer direkt in die Ozeantiefen schauen kann.

Tolle Tour an die Ostsee

Thematisch könnte das Riesenbecken, das zu den größten der Welt zählen würde, die museale Reise durch Europas Meere abschließen. "Wir wollen die Fischwelt des offenen Atlantiks präsentieren", sagt der amtierende Aquariumleiter Mirko Becker. Unter anderem könnten dort große Haie und Rochen, Wrack- und Zackenbarsche, riesige Congeraale sowie Thunfisch- und Makrelenschwärme gezeigt werden.

Bau könnte in vier Jahren beginnen

Welche Tierarten für die Stralsunder Schaupräsentation am besten geeignet wären, erkundet derzeit die Chefaquarianerin des Ozeaneums, Nicole Kube. Die Meereswissenschaftlerin erfülle sich mit einer einjährigen Privatexpedition einen Lebenstraum und werde in deren Verlauf die Gewässer vor den Azoren betauchen, sagte Museumsleiter Benke. An den vorgelagerten Unterseebergen seien in den vergangenen Jahren viele sehr interessante Fische entdeckt worden.

Unterdessen werben die Stralsunder bereits für ihr Vorhaben. Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) sagte, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei über das Großprojekt in ihrem Wahlkreis informiert. Auch die SPD signalisierte bereits Zustimmung. SPD-Haushaltsexperte und Bundestagsabgeordneter Carsten Schneider, der schon die Fäden zur Finanzierung des Ozeaneums gezogen hatte, kündigte im Juni nach einem Museumsbesuch an, zur Haushaltsdebatte 2013 im Herbst einen entsprechenden Antrag auf Förderung zu stellen. Der Bau könnte dann in vier Jahren beginnen.  (dapd)

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