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Seine-Ufer in Paris soll vom Autoverkehr befreit werden

14.08.2012 | 11:45 Uhr
Seine-Ufer in Paris soll vom Autoverkehr befreit werden
Das Ufer der Pariser Seine soll für Fußgänger und Radfahrer freundlicher werden.Foto: Thinkstock

Paris.  An der Seine im Stadtzentrum von Paris sollen Fußgänger- und Radwege entstehen. Autobahnähnliche Schnellstraßen direkt am Fluss sollen verengt oder ganz geschlossen werden. Doch der Plan ruft auch viele Kritiker auf den Plan, sie sprechen von "höllischen" Zuständen, die dann auf Autofahrer in der Metropole zukommen.

Die "Revolution" kündigt sich in Paris durch Baustellen-Schilder an: "Hier entstehen Fußgänger- und Radwege" steht da an einer mehrspurigen Straße im Stadtzentrum zu lesen. Denn der sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoë hat sich in den Kopf gesetzt, die vom Verkehr beherrschten Seine-Ufer für Spaziergänger und Touristen "zurückzuerobern". Autobahnähnliche Schnellstraßen direkt am Fluss werden daher ab September verengt oder sogar ganz geschlossen.

Politische Gegner und viele Autofahrer befürchten einen Verkehrskollaps in der französischen Hauptstadt. Konkret geht es um zwei Großprojekte, die den Verkehr in Paris gründlich verändern werden und Erholungsorte für Fußgänger schaffen sollen: Vor dem Pariser Rathaus und gegenüber der berühmten Kathedrale Notre Dame soll die direkt am rechten Seine-Ufer verlaufende Stadtautobahn in einen Boulevard umgebaut werden, so dass die normalerweise dort entlangbrausenden Autos durch Fußgängerampeln gebremst werden und Spaziergänger auf breiteren Trottoirs flanieren können.

Schluss mit dem Schnellverkehr

Schon ab September soll dort Schluss sein mit dem stinkenden Schnellverkehr. Noch weiter geht das Projekt, das im kommenden Frühjahr am linken Seine-Ufer verwirklicht werden soll. Zwischen Eiffelturm und Musée d'Orsay soll die zweispurige Schnellstraße neben der Seine auf fast 2,5 Kilometern Länge für Autos ganz gesperrt werden; schwimmende Gärten, Cafés, Skate-Bahnen, Grünanlagen und futuristische Sitzstufen sollen dort entstehen. Auf rund 35 Millionen Euro werden die Kosten für beide Umbaumaßnahmen geschätzt.

In Paris, wo die Straßen schon jetzt oft mit Autos verstopft sind, befürchten viele künftig ein völliges Verkehrschaos. Denn allein die Achsen am rechten Seine-Ufer nutzen laut Stadtverwaltung täglich 40.000 Fahrzeuge, um rasch voranzukommen. Zu den Hauptverkehrszeiten liegt das Verkehrsaufkommen dort bei 4000 Fahrzeugen pro Stunde. Am linken Seine-Ufer sind es 2000 Autos. "Logischerweise" müsse der Verkehr dann auf die höherliegenden Boulevards am Seine-Ufer ausweichen, meint das Rathaus. Für das linke Seine-Ufer hat der Bürgermeister vorrechnen lassen, dass sich "der Weg quer durch Paris von Ost nach West um etwa sechs Minuten verlängert".

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