Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Urteil

Ryanair muss nach Vulkanausbruch Hotelkosten zahlen

31.01.2013 | 13:37 Uhr
Flugunternehmen wie Ryanair müssen in Ausnahmesituationen gestrandete Passagiere betreuen. Dazu gehörte auch das Flugchaos nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull 2010.Foto: dapd

Luxemburg/Brüssel.  Vulkanausbrüche wie 2010 in Island können für Flugunternehmen teuer werden: Sie müssen gestrandete Passagiere in solchen Fällen betreuen. Zeit- und Kostengrenzen gibt es nicht. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Geklagt hatte eine Frau, die knapp 1100 Euro Auslagen von Ryanair verlangt.

Flugunternehmen müssen sich auch bei Verspätungen durch Vulkanausbrüche um gestrandete Reisende kümmern. Das entschied das höchste EU-Gericht in Luxemburg am Donnerstag (Rechtssache C-12/11). Im konkreten Fall klagte eine Frau, die wegen des Ausbruchs des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010 erst mit einer Woche Verspätung nach Irland zurückfliegen konnte. Ryanair hatte sie in dieser Zeit nicht betreut.

Die Richter des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) stellten klar: Die Flugunternehmen haben bei solchen "außergewöhnlichen Umständen" eine Betreuungspflicht. Sie müssen gratis Unterbringung, Nahrung, Kommunikationsmöglichkeiten und Transport bereitstellen. So sieht es europäisches Recht vor. Die Schließung des europäischen Luftraums nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull stelle einen "außergewöhnlichen Umstand" dar, befanden die Richter.

Passagiere können Auslagen zurückverlangen

Eine Zeit- oder Kostengrenze für die Betreuung ihrer Passagiere gibt es für die Flugunternehmen laut EuGH in solchen Fällen nicht. Gerade wenn Menschen länger am Reiseort ausharren müssen, befänden sie sich in einer besonders unangenehmen Lage. Die Kosten für die Betreuung könnten die Airlines einkalkulieren, urteilten die Richter. Sie ließen sich beispielsweise im Nachhinein auf die Flugpreise umlegen.

Wenn betroffene Passagiere selbst vorgestreckt haben, können sie ihre Auslagen vom Anbieter zurückverlangen. Dafür gibt es jedoch Grenzen: Die Ausgaben müssen notwendig, angemessen und zumutbar gewesen sein. Was das im Einzelfall bedeutet, müssten nationale Gerichte klären, so der EuGH. Zudem seien diese Kosten nicht mit einer Entschädigung zu verwechseln. Darauf haben Reisende nur Anspruch, wenn Verzögerung oder Ausfall organisatorische Gründe haben.

Vulkanausbruch auf Island

Klägerin verlangte von Ryanair knapp 1100 Euro

Die Frau, um deren Fall es ging, hat Ryanair vor einem irischen Gericht auf die Erstattung von fast 1130 Euro verklagt. Die dortigen Richter müssen entscheiden. Sie hatten ihre Kollegen beim EuGH aber um Hilfe bei der Auslegung des EU-Rechts gebeten.

Als der Eyjafjallajökull auf Island im März 2010 nach fast 200 Jahren Ruhe ausbrach, legten seine Aschewolken weite Teile des europäischen Flugverkehrs lahm. Hunderttausende Menschen saßen fest. (dpa)



Kommentare
Spezial
Borkum: Einfach mal durchatmen!
Anzeige
Reise
Die Nordseeinsel Borkum überzeugt durch ein gesundes Nordseeklima und lädt zur 3. Thalasso-Gesundheitswoche
Finnlines
Anzeige
Reise
Die Reederei Finnlines ist aktuell der einzige Anbieter von direkten Fährverbindungen von Deutschland nach Finnland.  Das Anbord-Konzept bei Finnlines ist wie Urlaub im hohen Norden selbst: Ruhig und entspannt! Ganz bewusst verzichtet Finnlines auf Unterhaltungsshows, Animation und Entertainment.
Holland-Freunde aufgepasst!
Anzeige
Holland-Freunde aufgepasst!

Ab sofort könnt ihr bei unserer „Pimp Your Bike“ Aktion einen mehrtägigen Hollandurlaub (im Wert von 649,- Euro) oder auch zwei hochwertige Koga Fahrräder (im Wert von je 999,- Euro) gewinnen. Einfach euren alten Drahtesel fotografieren, per Mail einsenden und Daumen drücken. Mehr Infos hier!

Umfrage
Um die verkürzte Schulzeit besser zu meistern, sollen G8-Schüler weniger Hausaufgaben bekommen. Richtig so?

Um die verkürzte Schulzeit besser zu meistern, sollen G8-Schüler weniger Hausaufgaben bekommen. Richtig so?

 
Fotos und Videos
Auf dem Welterbesteig durchs Donautal
Bildgalerie
Fotostrecke
Das Gartenbauland Höri
Bildgalerie
Fotostrecke
Regenschirm-Revolution in Hongkong
Bildgalerie
Proteste
Naherholung - Syrakus auf Sizilien
Bildgalerie
Fotostrecke