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Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn bringt 9000 Kilometer Eindrücke

18.10.2012 | 16:02 Uhr
Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn bringt 9000 Kilometer Eindrücke
Der Zarengold-Sonderzug fährt auf der längsten Bahntrasse der Welt, der Transsibirischen Eisenbahn.Foto: Roland Jung

Bahnfahren muss nicht eintönig sein: Eine Reise mit der Transsibirschen Eisenbahn ist ein Abenteuer. 9000 Kilometer geht es auf der längsten Bahntrasse des Planeten nicht nur durch mehrere Zeitzonen. Die Strecke zwischen Peking und dem Baikalsee ist auch eine Reise durch die Geschichte.

Chinesische Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Ein gewöhnungsbedürftiger Weckruf neuneinhalb Stunden nach der Abfahrt in Peking. Tag eins auf dem Weg Richtung Baikalsee – auf der längsten Bahntrasse der Welt, der Transsibirischen Eisenbahn . Immer noch China. In der Inneren Mongolei strahlt der Himmel wieder blau.

Die Smogglocke von Peking liegt 500 Kilometer zurück, der Kulturschock ebenfalls. Die schrille Hauptstadt mit ihrem Lärm, den Menschenmassen und der Vorliebe für Plastik in allen Farben und Formen wirkt nach – Erinnerungen an unvergessliche Momente in der Verbotenen Stadt, an Kaiserpaläste, Himmelstempel, den Platz des himmlischen Friedens. Diese Dimensionen passen nur schwer in einen Kopf.

Jede Menge Gegend ohne einen einzigen Menschen

Auf der Tour gen Norden hat man Zeit, sich zu setzen. Wie sagte schon Laotse: „Wer reist, der tut es, um Augen und Ohren zu öffnen und seine Seele zu erleichtern“. Der Zarengold-Sonderzug, den das Berliner Reiseunternehmen „Lernidee“ auf der 9000 Kilometer langen Strecke zwischen Peking und Moskau einsetzt, erleichtert die meditative Rückschau. Zwischen Plüsch und Messing, zurückversetzt in die Bequemlichkeit Nikita Chruschtschows in den 50ern, wird Reisen zu einem entschleunigten Erlebnis.

Gedanken fließen, der Blick, das Licht sind klar, die Landschaft auch. Das monotone Rattern des Schienenstrangs passt zu der kargen grünen Umgebung. Vereinzelt Bäume, alle 20 Minuten eine Schafherde – und jede Menge Gegend ohne einen einzigen Menschen. Im schier endlosen Nichts tauchen plötzlich die Ausläufer der quirligen Grenzstadt Erlian auf: Unwirtlich und wohl am Reißbrett entstanden. 40.000 Menschen leben hier, Tendenz steigend.

Sozialistische Plattenbauten zeugen von Goldgräberstimmung

Einfallslose sozialistische Plattenbauten sprießen aus dem Boden und künden von der neuen Goldgräberstimmung, vom Wirtschaftswachstum an der Schwelle zur autonomen Republik Mongolei. Die Menschen hier haben etwas vom Wahrzeichen ihrer Stadt, den Dinosauriern. Wegen der vielfältigen Saurierfunde in der Wüste Gobi haben sie den Monstern ein Museum errichtet.

Auf der anderen Seite der Grenze beginnt die größte Wüste Asiens – grün soweit das Auge reicht. Nach Stunden geht die Steppe in seichte Hügellandschaft über. Morgens hängt der Tau verwunschen in den Tälern, vor den sanften Höhenzügen stehen die Wolken Schlange. Dschingis Khan , der Nationalheld der Mongolen, mag im rasenden Tempo die Steppe hoch zu Ross durchquert haben. Im plüschigen Zarengold-Nostalgieabteil fällt die Hektik ab.

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