Regierung in Mexiko stockt wegen Drogen-Krieg Tourismus-Budget auf

Die Gewalt in Mexiko hält viele Urlauber davon ab, in gefährdete Gebiete zu reisen.
Die Gewalt in Mexiko hält viele Urlauber davon ab, in gefährdete Gebiete zu reisen.
Was wir bereits wissen
Die Schlagzeilen über Gewaltverbrechen und Terroranschläge sind der Grund für weniger Touristen in Mexiko. Das Land handelt und stockt sein Tourismusbudget von 494 auf 700 Millionen Dollar auf. Letztes Jahr reisten 22,5 Millionen Touristen ins Land.

Mexiko.. Weil ausgerechnet im „Jahr des Tourismus“ Schlagzeilen über „Drogenkriege“ Mexikos Ruf als Urlaubsziel schaden, steuert das Land nun mit verstärkten Werbeanstrengungen gegen. Die Regierung stockte das staatliche Tourismusbudget für 2011 um 17 Prozent auf 700 Millionen US-Dollar auf, umgerechnet 494 Millionen Euro.

Manche Touristen zieht die Welle der Gewalt aber regelrecht an: Ein „neuer Typ von Abenteuertouristen“ besucht die Schauplätze von Terroranschlägen und Massakern, bei denen seit Ende 2006 – damals startete das Land seinen Kampf gegen die organisierte Kriminalität – über 34.000 Menschen starben. Eine jetzt dazu veröffentlichte Studie berichtet von „mehr als 10.000 Touristen“, die gezielt die Orte des Schreckens besucht haben.

Die blutigen Schauplätze seien aber meist „weit entfernt von den touristischen Zielgebieten“, betont Tourismusministerin Gloria Guevara Manzo. Doch dies stimmt nicht in jedem Fall: Im beliebten Badeort Acapulco etwa brachte im vergangenen Oktober eine schwer bewaffnete Bande 20 einheimische Touristen in ihre Gewalt, ihre Leichen wurden später in einem Massengrab entdeckt.

Auswärtiges Amt warnt

Dem Image Mexikos als Reiseziel auch nicht förderlich ist der Entschluss von drei Reedereien, die beliebte Touristenhochburg Mazatlán neuerdings nicht mehr anzulaufen: Carnival Cruises Lines, Disney Cruise Line und Holland America Line machen sich Sorgen um die Sicherheit der an Land gehenden Passagiere.

Auch das Auswärtige Amt ist bei seinen „landesspezifischen Sicherheitshinweisen“ klar und deutlich: „Die Kriminalität stellt in Mexiko ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.“ Besonders ausgeprägt sei die Gewalt in den nördlichen Bundesstaaten an der Grenze zu den USA, „aber keineswegs auf diese beschränkt“.

Noch ohne Einfluss bleibt die landesweite Blutspur auf die offizielle Tourismusbilanz für 2010: 22,5 Millionen Touristen kamen aus dem Ausland, 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus der Bundesrepublik zog der Besucherstrom sogar um 16 Prozent an: 163.000 Deutsche reisten im vergangenen Jahr nach Mexiko.