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Potsdamer Ausstellung Friederisiko lockte Touristen an

31.10.2012 | 11:45 Uhr
Potsdamer Ausstellung Friederisiko lockte Touristen an
50.000 Gäste mehr als erwartet besuchten die Sonderausstellung zu Friedrich den Großen im Neuen Palais in Potsdam.

Potsdam.  50.000 Gäste mehr als erwartet besuchten die Sonderausstellung über Friedrich den Großen im Neuen Palais in Potsdam. Ein Ergebnis, über das sich die Stadt ganz besonders freuen kann. Denn teilweise stiegen die Touristenzahlen in Potsdam während der Ausstellung um bis zu 25 Prozent.

Exakt 348.796 Besucher in sechs Monaten - das ist die Bilanz der großen Sonderausstellung im Potsdamer Neuen Palais über Friedrich den Großen (1712-1786). Damit kamen knapp 50.000 Gäste mehr zu "Friederisiko" als erhofft.

"Wir sind sehr glücklich und zufrieden mit diesem fulminanten Erfolg", sagte der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh, einen Tag nach dem Ende der Ausstellung am Montag. Es seien nicht nur viele Besucher gekommen, fügte Dorgerloh hinzu. Sie seien mit durchschnittlich dreieinhalb Stunden auch außergewöhnlich lange geblieben - üblich sind eineinhalb bis zwei Stunden.

Friedrichs Bekanntheitsgrad wächst

Dies zeige, dass das Konzept aufgegangen sei, sagte Dorgerloh. Obwohl auch harte Fakten über Friedrich oder das 18. Jahrhundert allgemein vermittelt wurden, hätten sich die Menschen gut unterhalten gefühlt.

Die Macher hoffen, dass die Ausstellung auch nachhaltig positive Effekte haben wird. Erste Erfolge gebe es schon, sagte der wissenschaftliche Leiter der Schau, Jürgen Luh. So habe eine repräsentative Forsa-Umfrage ergeben, dass sich die Bekanntheit Friedrichs bundesweit erhöht habe.

Mehr Tourismus

Vor dem Friedrich-Jahr, das 2012 anlässlich des 300. Geburtstags des Herrschers begangen wurde, habe diese bei 32 Prozent gelegen, nun seien es 41 Prozent.

Auch der Tourismus profitierte von der Ausstellung. So wurden etwa im August 25 Prozent mehr Übernachtungen in Potsdam registriert, wie der Geschäftsführers der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Dieter Hütte, sagte. Er gehe davon aus, dass die Region durch die Ausstellung insgesamt mehr wahrgenommen werde.

Marmorsaal und andere beliebte Räume werden saniert

Seit dem 28. April wurde im Neuen Palais auf rund 6.000 Quadratmetern die Persönlichkeit Friedrichs beleuchtet. Insgesamt waren 72 Räume und Säle für die Besucher zugänglich, viele davon wurden aufwendig saniert und waren seit Jahren erstmals wieder betretbar.

Ein Großteil der neu sanierten Räume ist auch in Zukunft zugänglich und kann ab dem Frühjahr 2013 wieder besucht werden. Auf einige Highlights im Neuen Palais müssen die Gäste in den kommenden Jahren jedoch verzichten, etwa auf den Grotten- und den Marmorsaal. Die marode Decke zwischen den beiden Räumen muss instand gesetzt werden, voraussichtlich bleiben sie bis Ende 2015 geschlossen.

Mehr preußische Geschichte

Auch das Schlosstheater wird Mitte 2013 wegen Arbeiten am Dach gesperrt und kann vermutlich erst 2017 wieder eröffnet werden. Zudem wird das gesamte Sockelgeschoss saniert - dort dringt Feuchtigkeit ein.

Das Geld für die Arbeiten stammt aus dem Masterplan zur Rettung bedeutender Kulturgüter. Allein für das Neue Palais werden 25 Millionen Euro eingeplant, wie der Leiter des Masterplanteams, Ayhan Ayrilmaz, sagte.

Während am Neuen Palais gebaut wird, will die Schlösserstiftung an anderen Orten in Berlin und Brandenburg weiterhin preußische Geschichte aufleben lassen. Anlässe dazu böten sich auch in den kommenden Jahren, erklärte Dorgerloh. Allein 2013 gibt es wieder zahlreiche Jubiläen, wie etwa 300 Jahre Regierungsantritt von Friedrichs Vater, dem "Soldatenkönig", 250 Jahre Bildergalerie im Park Sanssouci oder 250 Jahre Königliche Porzellan-Manufaktur. (dapd)



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