NABU kritisiert hohe Luftverschmutzung durch Luxus-Kreuzfahrtschiffe

Viele neuen Luxusdampfer werden häufig mit giftigem Schweröl betrieben und verfügen selten über Rußpartikelfilter oder Entschwefelungsanlagen.
Viele neuen Luxusdampfer werden häufig mit giftigem Schweröl betrieben und verfügen selten über Rußpartikelfilter oder Entschwefelungsanlagen.
Was wir bereits wissen
Neue Luxusschiffe werden häufig noch mit giftigem Schweröl anstatt mit Dieseltreibstoff betrieben. Aus "Umweltschutzsicht ein Alptraum", meint der Naturschutzbund Deutschland. Die eigentlichen Luftverschmutzer sind jedoch die Frachtschiffe.

Berlin. Wieder ist ab Hamburg ein Luxusschiff mit giftigem Schweröl statt Dieseltreibstoff zu seiner Jungfernfahrt in See gestochen. Die Celebrity Silhouette sei aus „Umweltschutzsicht ein Alptraum“, kommentiert daher der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Das so genannte Traumschiff verfüge weder über einen Rußpartikelfilter noch über eine Entschwefelungsanlage. Allein auf ihrer 5000 Kilometer langen Jungfernfahrt stoße das 315 Meter lange Kreuzfahrtschiff „so viel Ruß aus wie 270.000 Autos, so viel Stickoxide wie 4,7 Millionen Autos und sogar so viel Schwefeloxide wie sämtliche Autos in Europa zusammen“.

Skandalöser Schwefelanteil

Mitte Mai hatte die in Berlin ansässige Umweltorganisation ähnlich kritisch die Indienststellung der „Mein Schiff 2“ begleitet. Es sei mit dem „billigsten und dreckigsten aller Kraftstoffe unterwegs“ und das verfeuerte Rückstandöl sei „Sondermüll mit einem skandalösen Schwefelanteil von bis zu 4,5 Prozent“. Wegen fehlender Abgastechnik blase das „Wohlfühlschiff“ im Hafen pro Tag so viel Schadstoff in die Luft wie 50.000 Autos.

Der NABU beklagt einmal mehr, dass sich Reedereien ihrer Verantwortung bei der Luftreinhaltung nicht stellen. Allerdings schränkt der Verbund gleichzeitig ein, dass nur 0,52 Prozent der weltweit auf den Ozeanen fahrenden Schiffe tatsächlich Kreuzfahrtschiffe sind. Das Hauptproblem seien demnach der Container- und Frachtverkehr. Allein die 15 größten Frachtschiffe der Welt stoßen statistisch jährlich mehr Schwefeloxide aus als alle 760 Millionen Autos weltweit. Dennoch: Kürzlich trat ein Abkommen in Kraft, das mit Schweröl getriebenen Kreuzfahrtschiffen verbietet, in der Antarktis zu kreuzen.