Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Australien

Mit einem Aborigine unterwegs in Australiens unberührten Wäldern

22.01.2013 | 18:34 Uhr
Mit einem Aborigine unterwegs in Australiens unberührten Wäldern
Australiens malerische Landschaften gehören zu den ältesten der Welt.

Australien.   Australiens Waldgebiete gehören zu den wenigen Orten weltweit, an denen man noch auf vom Menschen unangetastete Natur stößt. Die Ureinwohner lernten vor langer Zeit, mit ihr zu leben. Mit dem Aborigine Skip begeben wir uns in Gebiete, die um ein Vielfaches älter sind als die Menschheit selbst.

Australien ist eigentlich ein Irrtum. Wir halten das Land für jung, weil wir es erst vor gerade einmal 240 Jahren entdeckt haben. Dabei ist Australien älter als jeder andere Ort auf unserem Planeten. Wer mit Hilfe der „Zeitkapsel Australien“ unsere Erdvergangenheit kennenlernen will, landet am besten im Norden von Queensland. Hier sehen einige Gegenden noch so aus wie die Welt vor 135 Millionen Jahren. Dagegen ist die spektakuläre und sensible Unterwasserwelt des Great Barrier Reefs geradezu brandneu: Erst seit rund 600.000 Jahren schützt es die australische Ostküste vor wilden Pazifikwogen.

Von Port Douglas, 40 Kilometer nördlich von Cairns, lässt sich das gut per Boot erkunden. Doch neben diesem Unesco-Naturerbe gibt es hier gleich noch ein zweites: den Daintree-Regenwald. Ein Urwald, der direkt an den Sandstränden von Nord-Queensland beginnt und sich über 170 Quadratkilometer in die Berge hinaufzieht.

Den Lebensraum lesen wie einen Katalog

Hier, in dieser von der geologischen und menschlichen Weltgeschichte verschonten Ecke unseres Planeten, haben Pflanzen überlebt, die auch schon zu Zeiten der Dinosaurier wuchsen. Von den 19 Urpflanzen, von denen alles Grün dieser Welt abstammt, wachsen hier 13. Wenn es einen Wald gibt, der dem Grün des Paradieses am nächsten kommt, dann ist es dieser hier. Und es gibt Menschen, die nach wie vor in und mit diesem Paradies leben . Zum Beispiel Skip.

Der 35-jährige Aborigine arbeitet für das Informationszentrum an der Schlucht des Mossmann-Rivers. Wenn er, der eigentlich Yangkonda heißt und zum Volk der Kuku Yalaniji gehört, in den Wald geht, dann liest er den Lebensraum wie wir den Baumarkt-Katalog. Für ihn ist der Wald ein einziges Wesen, in dem jeder Stein und jeder Baum, jedes Beuteltier und jedes Insekt seinen Platz und seinen Zweck hat. Sie fügen sich vor seinen Sinnen zusammen wie die Buchstaben einer uns fremd gewordenen Sprache – und er liest seinen Weg. Einen Weg, den er nicht antritt, ohne die Ahnen um Erlaubnis angerufen zu haben, ob denn auch wir Ahnungslosen aus der westlichen Welt über seine Pfade ins dämmrige Grün stapfen dürfen.

  1. Seite 1: Mit einem Aborigine unterwegs in Australiens unberührten Wäldern
    Seite 2: Erzähler sind sterblich - Geschichten nicht

1 | 2

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7511663/create

Fotos und Videos
Funky Afro-Hair-Contest
Bildgalerie
Wettbewerb
Eine Oase in der Wüste
Bildgalerie
Wüstenstadt
Ein Tag in Dewenter
Bildgalerie
Anzeige
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Verbraucherzentrale kritisiert zu hohe Vorkasse bei Reisen
Verbraucher
Die Verbraucherzentrale NRW klagt gegen zu hohe Anzahlungsforderungen von Reiseveranstaltern und erringt Erfolge. Nun setzt sie die deutschen Fluggesellschaften unter Druck. Sechs von ihnen hat die VZ abgemahnt, weil sie unmittelbar bei Buchung den kompletten Kaufpreis verlangen.
Neun von zehn deutschen Badegewässern sind "ausgezeichnet"
Wasserqualität
Das Wetter ist derzeit nicht optimal. Aber wenn es demnächst sonnig wird, können die Deutschen in ihren Badeseen unbesorgt das kühle Nass genießen. Deutschland gehört zu den Ländern mit den saubersten Gewässern, berichtet die Europäische Umweltagentur. Schlechte Qualität gibt es europaweit kaum.