Mit dem Desert Express auf eine mehrtägige Reise durch Afrika

Der Desert Express fährt durch die malerische Landschaft Afrikas und bietet seinen Fahrgästen erstaunliche Bilder.
Der Desert Express fährt durch die malerische Landschaft Afrikas und bietet seinen Fahrgästen erstaunliche Bilder.
Die malerische Landschaft Südwestafrikas lässt sich mit dem Desert Express erkunden. Das Personal kümmert sich um Essen und Schlafräume, während die Fahrgäste entspannt durch die Steppe fahren und die Aussicht genießen. Nach der Fahrt geht es mit einer Safari weiter.

Essen.. Poor Old Joe steht auf dem Schild am Bahnhof von Windhoek. Und Bahnenthusiasten wissen gleich Bescheid: Denn der arme, alte Joe ist eine von über 100 aus Deutschland importierten Schmalspur-Lokomotiven, die ab 1902 zwischen Windhoek und Swakopmund hin und her schnauften. Heute verkehren kaum noch Personenzüge in Namibia. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Alte Joe, der als Desert Express Touristen auf eine Rundreise durch das südwestafrikanische Land mitnimmt.

Von außen wirkt der Wüstenzug unscheinbar, aber innen überrascht er mit Luxus: 24 klimatisierte Schlafwagenabteile, liebevoll dekoriert und mit Minibädern ausgestattet. Der Name „Express“ ist allerdings irreführend, denn der Zug bringt es gerade mal auf 40 Kilometer pro Stunde.

Während draußen die von Wüsten und Halbwüsten geprägte Landschaft vorüberzieht, genießen die maximal 48 Gäste ihr erstes afrikanisches Abendessen. Erstaunlich, was die Köche in der winzigen Küche hervorzaubern. Diesmal kommt ein saftiges Kudu-Steak als Hauptgang auf den Tisch.

Faszinierende Landschaft bei entspannter Zugfahrt

Dazu passen ein südafrikanischer Rotwein oder ein kühles Windhoek Lager, gebraut nach deutschem Reinheitsgebot. Nach einem Absacker in der Bar geht’s in die Kabine, wo fleißige Hände die Polstersitze zu bequemen Betten verwandelt haben. Die erste Nacht im ruckelnden Zug bricht an.

Am nächsten Morgen steht mit dem Fish Canyon River die erste landschaftliche Attraktion auf dem Programm. Winzig klein erscheinen die Menschen am Rande des bis zu 550 Meter tiefen Abgrunds. Wie ein aufgeschlagenes Lehrbuch der Geologie sind die verschiedenen Felsschichten zu erkennen.

Nur mit Handgepäck für zwei Nächte in einer Lodge geht’s dann zu den Dünen von Sossusvlei. Am frühen Morgen teilt die aufgehende Sonne die Riesendünen in zwei Hälften: Eine leuchtet im milden Sonnenlicht goldfarben, die andere liegt im Schatten. Getrennt werden die Flanken der Sandberge durch vom Wind geformte, scharf geschliffene Grate. „Auf den Bergkämmen lässt sich der Anstieg am leichtesten bewältigen“, weiß Reiseführerin Preusker aus Erfahrung. „Aber kräftezehrend ist die Tour durch den weichen Sand allemal“, sagt sie weiter. Doch die Aussicht über das bis zum Horizont reichende Dünenmeer entschädigt für die Mühen.

Der Ort Swakopmund zeugt von der Kolonialzeit

Swakopmund, am kalten Atlantik gelegen, hält mit pastellfarbenen Jugendstilhäusern aus der Zeit Kaiser Wilhelms attraktive Fotomotive bereit. Namen wie Woermannhaus, Alte Brauereistube oder Hansa-Hotel erinnern an die deutsche Kolonialzeit von 1884 bis 1915.

Mit dem Desert Express geht es weiter in Richtung Osten. „Wir fahren jetzt auf der ältesten Trasse des Landes, die schon 1902 in Betrieb genommen wurde“, erklärt Preusker. Bei Usakos hält der Zug für einen Ausflug zur 1700 Meter hohen Spitzkoppe, die wie das Matterhorn aussieht – und ein Wahrzeichen Namibias ist. Nach der Durchquerung des Otavi-Hochlandes auf einer neu gebauten Bahnstrecke in Richtung Angola heißt es wieder für zwei Tage Abschied vom Desert Express zu nehmen. Mehrere Pirschfahrten im Etoscha-Nationalpark stehen auf dem Programm, und übernachtet wird in Safari-Lodges.

Tiere tummeln sich am Wasserloch

„Da! Da hinten. Seht ihr’s?“, flüstert der Guide und zeigt vom Jeep aus auf zwei Löwen, die sich unter einem Akazienstrauch räkeln. Nicht auf jeder Pirschfahrt sind die Könige der Tiere zu sehen. Etwas Glück gehört schon dazu. Immer was zu sehen gibt es dagegen an den Wasserlöchern. Vorsichtig nähern sich Springböcke und Zebras, später staken Giraffen heran, auch Elefanten kommen, sie haben Durst.

Auch auf der Rückfahrt nach Windhoek sind immer wieder Tiere zu entdecken. Erst als die ersten Häuser von Windhoek auftauchen kündigt sich die Rückkehr in die Zivilisation an. Und ein afrikanischer Traum geht zu Ende.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE