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Lippenbekenntnisse aus der Politik zum Welt-Klimagipfel

12.12.2011 | 09:19 Uhr
Lippenbekenntnisse aus der Politik zum Welt-Klimagipfel
Nichts als Lippenbekenntnisse brachte der Welt-Klimagipfel in Südafrika. Besonders bedenklich findet Kommentator Christian Leetz die von der Reiseindustrie geplante Verdopplung des Luftverkehrs bis 2030.

Durban.  Die Welt-Klimakonferenz hatte keinen Gewinner, nur einen großen Verlierer: das Klima. Außer reinen Lippenbekenntnissen wurde in Durban nichts beschlossen. Dazu ein Kommentar von unserem Reise-Redakteur Christian Leetz.

Als die 17. Welt-Klimakonferenz in Südafrika zu Ende ging, stand der Verlierer schon längst fest – unser Klima. Die 20.000 Delegierten aus 191 Ländern bewiesen einmal mehr ihre Unfähigkeit, an einem Strang zu ziehen. Ganz anders die Reiseindustrie: Allein die Fluggesellschaften Europas streben bis 2030 eine Verdopplung des Luftverkehrs an.

Aus klimapolitischer Sicht der totale Wahnsinn – aber sowohl der Großflughafen Berlin-Brandenburg als auch die vierte Landebahn in Frankfurt werden und wurden mit millionenschweren Subventionen der regierenden Parteien vorangetrieben. In NRW wäre es nicht anders. Was auch immer also in Durban beschlossen wurde – alles nur Lippenbekenntnisse.

Ziele mit langer Fluganreise werden intensiv beworben

Auch die Tourismusindustrie glänzt mit Scheinheiligkeit: Kein Chef eines Reisekonzerns wird müde zu betonen, dass doch gerade die Tourismus-Industrie an einer intakten Umwelt interessiert sei. Saubere Luft und Ozeane seien doch das, was sich der Kunde im Urlaub wünscht.

Es sei also ureigenstes Interesse, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen. Gleichzeitig aber haben die Großen im Geschäft das Jahr 2012 zum „Fernreisejahr“ ernannt. Heißt: Besonders Ziele mit langer Fluganreise werden intensiv beworben. Echtes Engagement sieht anders aus.

Nachhaltiges Reisen ist nicht immer teurer

Und trotzdem: Es blüht ein zartes Pflänzlein Nachhaltigkeit im Reisesektor . Oft sind es Nischenveranstalter, die sich wirklich engagieren. Im Forum „anders Reisen“ zum Beispiel haben sich 130 Veranstalter zusammengeschlossen, die ausschließlich nachhaltige Angebote in ihren Katalogen haben. Bei den Konzernen marschiert die TUI mit einem eigenen Umwelt-Management zumindest auf dem Papier vorweg. Jetzt sind die Verbraucher gefragt.

Werden mehr „grüne“ Reisen gebucht, steigt automatisch auch das Angebot. Und nachhaltiges Reisen ist oft noch nicht einmal teurer als die gewöhnliche Katalogreise – bietet aber oftmals viel mehr. Auch für kommende Generationen.

Christian Leetz

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