Liebe auf den zweiten Blick

Auf den „Killing Fields“ spült der Regen noch immer Kleidungsfetzen und Knochenfragmente nach oben.
Auf den „Killing Fields“ spült der Regen noch immer Kleidungsfetzen und Knochenfragmente nach oben.
Foto: Contzen
Was wir bereits wissen
Herrlich entspannt ist die Atmosphäre in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh. Kaum vorstellbar, dass dies mal anders war.

Der erste Eindruck von Kambodscha ist furchtbar. Auf den „Killing Fields“ von Phnom Penh wurden in den 70er Jahren 20 000 Menschen von den Roten Khmer mit allem, was eben greifbar war, erschlagen, zerhackt, massakriert – manche nur, weil sie zarte Hände hatten oder eine Brille trugen und damit keine Bauern sein konnten.

Kaum vorstellbar, wenn man heute die entspannte Atmosphäre der Hauptstadt genießt. Am Flussufer spielen Jugendliche Gitarre, Frauen treffen sich im Schein der Lichter zum Aerobic, junge Mädchen gehen in puscheligen Hausschuhen spazieren.

Selbst der Ticketverkäufer vom Touristenboot gibt anstandslos die Hälfte des Geldes zurück, als ich mich über die viel zu kurze Fahrt beschwere. Der Smog, das Knattern der Motorräder, das geschäftige Kaufen und Verkaufen – all das, was so viele asiatische Metropolen zu dröhnenden Hexenkesseln macht, verschwindet in Phnom Penh auf wundersame Weise mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages. Es ist eine Liebe auf den zweiten Blick.

Ihre Mona