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Letzte Ruhestätte für Rau, Brecht und Müller in Berlin

08.09.2013 | 05:45 Uhr
Letzte Ruhestätte für Rau, Brecht und Müller in Berlin
Helene Weigel und Bertolt Brecht - auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof ruhen sie direkt nebeneinander.Foto: dpa

Berlin.  Friedhöfe üben große Anziehungskraft aus, was nicht zuletzt am Pariser Ostfriedhof zu beobachten ist, wo Jim Morrison liegt. Auch Deutschland hat seinen morbiden Hot-Spot: Der Dorotheenstädtische Friedhof in Berlin beherbergt die Gräber Bert Brechts, Johannes Raus und vieler weiterer Prominente.

An der Chausseestraße in Berlin Mitte wird es tagsüber nie wirklich still. Zur Friedrichstraße sind es nur ein paar Schritte. Touristen strömen vor allem ins Naturkundemuseum. Hinter einer mannshohen Mauer versteckt sich eine weitere Attraktion: der Dorotheenstädtische Friedhof. Dort ist die Hektik der Hauptstadt allerdings plötzlich vergessen. Mitten in Berlin, zentraler als auf dem Zentralfriedhof, ruhen hier Dutzende von Prominenten: Schriftsteller wie Christa Wolf, der Architekt Karl Friedrich Schinkel, der Philosoph Herbert Marcuse oder der frühere Bundespräsident Johannes Rau.

Nein, Berlins größter Friedhof ist es nicht, auch keiner, der mit einer eindrucksvollen Parklandschaft punkten könnte. Aber kaum irgendwo sonst in Deutschland sind auf den Grabsteinen so viele berühmte Namen ganz unterschiedlicher Epochen versammelt - vom 18. Jahrhundert bis heute. Denn noch immer wird der Dorotheenstädtische Friedhof genutzt. Und mancher würde viel darum geben, hier bestattet zu werden - die Grabstellen gelten als ausgesprochen begehrt. Als der Friedhof 1763 angelegt wurde, war das nicht unbedingt abzusehen.

Der Friedhof hat den gewissen Ruf

Einen gewissen Ruf hat er sich aber ziemlich bald erworben: «Hier wurden schon früh viele bekannte Persönlichkeiten beigesetzt», sagt Helmuth Pohren-Hartmann von der Interessensgemeinschaft Historischer Friedhöfe Berlin. «Das lag schon daran, dass die Universität, die Charité und die Akademie der Künste ganz in der Nähe waren.» Akademie-Mitglieder ruhen tatsächlich Dutzende hier.

Und ein prominenter Autor hat gleich nebenan gewohnt: Bertolt Brecht lebte bis zu seinem Tod 1956 mit seiner Frau Helene Weigel in dem Gebäude, das rechts an den Friedhof anschließt. Heute ist das Brecht-Haus öffentlich zugänglich, beherbergt das Brecht-Archiv und ein Literaturforum, das die jährlichen Brecht-Tage veranstaltet.

Tochter liegt direkt neben Brecht

Ein schlichter Feldstein mit dem Namen des Toten in weißer Schrift ziert Brechts Grab. Links neben ihm ruht Helene Weigel, die Frau, die nicht nur in vielen seiner Stücke mitspielte, sondern mit ihrem Organisationstalent auch in anderer Hinsicht für seine Inszenierungen unverzichtbar war. Hanne Hiob, Brechts Tochter von seiner ersten Frau Marianne Zoff, ist direkt neben ihm begraben worden. Sie starb erst 2009 - mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem großen Schriftsteller und Dramatiker.

Brecht, der in Berlin schon in den Goldenen Zwanzigern mit Stücken wie der «Dreigroschenoper» große Erfolge an den Bühnen gefeiert hatte, ging nach dem Exil in Dänemark und den USA zunächst in die Schweiz. Dann kam das Angebot aus Ost-Berlin, das er schlecht ablehnen konnte. Und so wurde die Chausseestraße schließlich sein letztes Zuhause.

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Kommentare
09.09.2013
15:51
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1 Antwort
Letzte Ruhestätte für Rau, Brecht und Müller in Berlin
von heinz_schmidt | #1-1

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