Neue Schiffe, neue Ziele, neue Routen
20.09.2010 | 10:53 Uhr 2010-09-20T10:53:00+0200
Die Reederei Viking Flusskreuzfahrten mit Sitz in Köln will ab der Saison 2011 mit einem neuen Geschäftsmodell die Vielfalt an Schiffen, Reisezielen und Routen deutlich erhöhen. Dazu wandelt sich die Reederei zu einem Veranstalter, der künftig nicht nur die eigene Flotte, sondern zusätzlich weitere Schiffe anderer Gesellschaften zur Buchung anbietet. „Wir werden dem Gast auf diese Weise noch mehr Vorteile ermöglichen. Durch die neuen Schiffe können wir den Kunden demnächst auch Wellness an Bord oder Radausflüge an Land bieten“, so Guido Laukamp, Viking-Geschäftsführer, im Gespräch mit dem Reise Journal. Die Neuordnung habe darüber hinaus zur Folge, dass es in Zukunft so gut wie keine Überschneidungen mehr mit deutschen und amerikanischen Gruppen an Bord der Viking-Schiffe geben würde.
In der Vergangenheit war dies durchaus der Fall, da die amerikanische Muttergesellschaft Viking River Cruises bei Kapazitätsbedarf ihre amerikanischen Gäste mitunter auf die deutschen Schiffe einbuchte. Insofern ein unglücklicher Umstand, da die Gewohnheiten und Vorlieben der jeweiligen Gästegruppen als sehr unterschiedlich gelten. Künftig – so die Planungen – sollen nun nahezu alle Abfahrten der Viking-Schiffe für deutsche Passagiere vorbehalten bleiben. Laukamp: „Dadurch können wir auch individuelle Programme wie Rhein in Flammen oder die Bundesgartenschau in Koblenz in den Fahrplan integrieren.“
Der Großteil des Angebots 2011 besteht weiterhin aus Reisen mit Schiffen der Viking-Flotte. Schwerpunkt bleibt hier das Zielgebiet Russland mit zwei Schiffen, darunter die komplett umgebaute Viking Kirov. In der Ukraine ist Viking mit der teilrenovierten Lomonosov Richtung Schwarzes Meer unterwegs. Auf Rhein, Main und Mosel bietet Viking 2011 mit der Viking Fontane und der Viking Schumann zwei Schiffe, auf der französischen Seine verkehrt die Viking Spirit.
Viking will auf dem Jangtse neue Maßstäbe setzen
Ganz neu zu Wasser gelassen wird im nächsten Jahr die Viking Emerald (264 Passagiere), die auf dem Jangtse in China neue Maßstäbe setzen soll. Neu im Veranstalter-Programm sind zudem die Amadeus Diamond und Amadeus Elegant, die das Fahrtgebiet Rhein abdecken. Auf Rhein, Main und Donau wird die Amadeus Princess zum Einsatz kommen, während die Amadeus Royal ausschließlich auf der Donau verkehrt. Die Amadeus Symphonie rundet das Angebot auf europäischen Flüssen ab, sie fährt auf der Rhône/Saône. Die Schiffe der Amadeus-Klasse werden von dem österreichischen Veranstalter Lüftner Cruises betrieben. „Die Mehrzahl der Gäste wird aber künftig durch Viking gestellt, zudem gilt unsere Viking-Service-Garantie auch auf den Partnerschiffen“, erklärt Guido Laukamp. Dies gelte auch für das Fahrtgebiet Ägypten. Hier soll das Viking-Produkt mit den neuen Jaz-Schiffen noch hochwertiger werden. Die Jaz Omar El Khayam gilt als das derzeit beste Schiff auf dem Nassersee, sämtliche Kabinen verfügen über einen Balkon. Und bei der Jaz Minerva, die auf dem Nil zwischen Luxor und Assuan pendelt, handelt es sich um einen Neubau aus dem Jahr 2010.
„Mit unseren neuen Premium-Schiffen in China und Ägypten bieten wir den anspruchsvollen Best-Agern im Bereich Fernreise eine bequeme Alternative, hier liegt noch viel Entwicklungspotenzial“, glaubt Laukamp. Eine Absage erteilt der Viking-Geschäftsführer hingegen der Preispolitik einiger Wettbewerber, die sich mit immer günstigeren Angeboten gnadenlos unterbieten. „Eigentlich sollte doch jeder Marktteilnehmer ein Interesse daran haben, den deutschen Flusskreuzfahrtenmarkt vorrangig über Qualitätsmerkmale zu entwickeln. Billig kann doch kein Konzept sein.“
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