Katastrophe in Japan überschattete Internationale Tourismusbörse ITB in Berlin
14.03.2011 | 15:29 Uhr 2011-03-14T15:29:33+0100
Berlin. Die Internationale Tourismusbörse (ITB) ist nach Messe-Einschätzung erfolgreich verlaufen, obwohl weniger Besucher kamen. Die Branche erwartet Wachstum. Die Katastrophe in Japan hat die positive Stimmung überschattet.
Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin informierten von Mittwoch bis Sonntag 11.163 Unternehmen aus 188 Ländern über weltweite Reiseziele und touristische Dienstleistungen. Damit waren nach Messe-Angaben so viele Aussteller wie nie zuvor auf einer ITB vertreten. Vergangenes Jahr waren 11.127 Firmen aus 187 Ländern zur Tourismusschau nach Berlin gekommen. Die Zahl der Fachbesucher war mit 110.791 etwas niedriger als im Vorjahr (110.953). Auch die Zahl der Privatbesucher ist ersten Hochrechnungen zufolge im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen: Rund 60.000 besuchten die ITB 2011, vergangenes Jahr waren es 68.398.
Die Messe geht nach eigener Darstellung davon aus, dass wie im Vorjahr Geschäfte in einem Umfang von sechs Milliarden Euro abgeschlossen wurden. Die Zahl der Geschäftsabschlüsse sei vermutlich deutlich höher als im Vorjahr, sagte Göke. Der Generalsekretär der Welttourismus-Organisation (UNWTO), Taleb Rifai, geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Branche das im vergangenen Jahr erzielte Wachstum im Tourismus 2011 festigen können wird. Angesichts der revolutionären Umwälzungen in den beiden wichtigen Reisezielen Ägypten und Tunesien habe die ITB dieses Jahr eine besondere Relevanz gehabt. Er sei "überwältigt" von der Solidarität, die die internationale Tourismusgemeinschaft diesen beiden Ländern auf der ITB entgegengebracht habe.
Weiterer Aufschwung erwartet
Auch nach Einschätzung des Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Klaus Laepple, wird sich der Aufschwung der Branche in diesem Jahr fortsetzen. Das bewiesen die hohen Austeller- und Besucherzahlen auf der ITB. Nach Worten des Präsidenten des Deutschen Reiseverbands (DRV), Jürgen Büchy, ist die ITB der zentrale Marktplatz der Branche sowie die wichtigste Kontaktbörse für alle im Tourismus tätigen Menschen. Der DRV sei davon überzeugt, dass Ägypten und Tunesien als Reiseziele nichts von ihrer Attraktivität verloren hätten und bald wieder so stark nachgefragt würden wie vor den Unruhen.
Die Reiselust der Deutschen habe insgesamt deutlich zugenommen, fügte Büchy hinzu. Die Chefin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), Petra Hedorfer, zeigte sich davon überzeugt, dass die ITB 2011 wesentlich dazu beigetragen habe, die Position Deutschlands als eines der beliebtesten Reiseländer Europas weiter auszubauen. Die Freude darüber werde "jedoch von den Nachrichten getrübt, die uns gegenwärtig aus Japan erreichen und die uns sehr betroffen machen". Der Japan-Stand auf der Börse wurde bereits am Samstagnachmittag vorzeitig geschlossen. (dapd)
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