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Tourismusprojekt

In Sachsen entsteht mit dem Lausitzer Seenland eine neue Urlaubsregion

22.08.2012 | 15:35 Uhr
In Sachsen entsteht mit dem Lausitzer Seenland eine neue Urlaubsregion
Im Lausitzer Seenland soll künftig ein Leuchtturm die Urlauber auf ein Hotel aufmerksam machen.Foto: Getty Images

Hoyerswerda.   Mitten in Sachsen soll ab 2014 ein Leuchtturm zum Wahrzeichen für die Region werden. Denn in der Lausitz entsteht durch technische Höchstleistungen die größte Seenlandschaft Europas. Ob Chance oder Flop für die Region: Den Steuerzahler hat das Projekt bereits neun Milliarden Euro gekostet.

Ein Leuchtturm mitten in Sachsen? Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um sich so etwas auszudenken. Das Licht des rotweiß-geringelten Turmes soll künftig auf ein Hotel aufmerksam machen und Urlauber in das Lausitzer Seenland leiten. Darauf hofft Unternehmerin Heike Struthoff. Noch ist ihr extravagantes Leuchtturm-Hotel am Geierswalder See zwar in Planung, aber schon ist es Station einer offiziellen Pressereise des Freistaats Sachsen .

Mit der Eröffnung 2014 soll der Leuchtturm ein Wahrzeichen für das gesamte Seenland werden, wenn es nach der Unternehmerin aus Hoyerswerda geht. Wo früher Braunkohle abgebaut wurde, entsteht Europas größte zusammenhängende Seenlandschaft. Künstlich wurden die 23 Seen mit 13.000 Hektar Wasserfläche geschaffen.

Sie verteilen sich über ein Gebiet in Sachsen und Brandenburg, das größer ist als das Saarland. Zehn der Seen werden mit schiffbaren Kanälen verbunden. Der große Aufwand für die Renaturierung soll sich auch touristisch bezahlt machen.

Vom Bergbau zur Badewanne

Sachsen baut sich seine eigene Ostsee vor die Haustür. Was die Natur nicht gegeben hat, macht die Technik möglich. Seit 20 Jahren werden dazu riesige Erdmengen und Wassermassen transportiert. Eine technische Höchstleitung, die den Steuerzahler bereits mehr als neun Milliarden Euro gekostet hat. Ein gigantisches Projekt - vielleicht auch eine gigantische Chance für die Region - oder ein gigantischer Flop.

Aus der Industrieregion wird ein Urlaubsgebiet. Nur der große Besucheransturm blieb bislang aus, räumt der Vorsitzende des Zweckverbandes Lausitzer Seenland und Bautzener Landrat, Michael Harig (CDU), ein. Noch erinnern die künstlichen Seen an einsame Mondlandschaften. Aber immer mehr Urlauber wissen diese eigentümliche Kulisse zu schätzen. 2011 wurden im Seenland 400.000 Übernachtungen gezählt, 2020 hofft die Tourismusbranche auf eine Million.

Die Seen ziehen neben Badegästen, Radfahrern, Skatern und Seglern auch Surfer, Kitesurfer und Jetskifahrer an. An jedem See werde es eine andere Idee geben, verspricht der Zweckverband Lausitzer Seenland: Die Region sucht händeringend Investoren - "Menschen mit Engagement und Pioniergeist".

Heike Struthoff ist so eine Person. Gemeinsam mit Architekt Mike Meder realisiert sie ihren verrückten Traum vom Leuchtturmhotel. 26 Zimmer und Ferienwohnungen werden sich auf fünf Gebäude verteilen. Eines der Zimmer soll sich direkt im Leuchtturm, 22 Meter über dem See, befinden. "Das ist ein kleines Zimmer, aber ich kann Ihnen versprechen, das wird schön", sagt die umtriebige 50-Jährige.

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    Seite 2: Die Urlaubsregion entwickelt sich

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Kommentare
23.08.2012
17:40
Richtigstellung, Teil3
von SchichtimSchacht | #9

Und wenn man schon über Kosten nachdenkt, für die der Steuerzahler aufkommt, dann bitte auch darüber:
Wer zahlt die Kosten für die Wiedernutzbarmachung der alten Zechengelände und der unzähligen Halden sowie der Unendlichkeitslasten?
Wer zahlt die Kosten für den Rückbau der Atommeiler und für die Entsorgung des radiaktiven Abfalls? Hierzu:http://www.nachdenkseiten.de/?p=3393
Und wer zahlt die Subventionen für den Ausbau der erneuerbaren Energien?

23.08.2012
17:39
Richtigstellung, Teil2
von SchichtimSchacht | #8

Das hier aus Jux und Tollerei "riesige Erdmengen" bewegt werden, wie es dem Artikel nach den Anschein hat, ist völliger Quatsch. Die Erdmengen werden u.a. zur Stabilisierung/abflachung der alten Tagebauböschungen benötigt, damit diese bei den sich ändernden Lastbedingungen durch die Flutung der Gruben nicht brechen. Viel Geld wird auch für zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen verbraucht.
Der "Transport" riesiger Wassermassen dient der schnelleren, aber vor allem der kontrollierten Auffüllung der Restlöcher. Der natürliche Grundwasseranstieg in den Restlöchern würde Jahrzente dauern!

Eine Neiddiskussion aufgrund der für die Rekultivierung einer Bergbaufolgelandschaft benötigten staatlichen Gelder loszutreten, ist absurd. Wäre ja nett, wenn der Autor einen Vorschlag hätte, was man anstatt einer großflächigen Renaturierung machen könnte? Darf natürlich nichts kosten, und sicher sollte es sein! Aber der Artikel ist ja wieder einmal nur von anderen kopiert.

23.08.2012
17:38
Richtigstellung, Teil1
von SchichtimSchacht | #7

Junge, Junge, hier läuft aber so einiges schief.

Der Lausitzer Braunkohlenbergbau wurde nach der Wende eingestellt, weil er unter den neuen Rahmenbedingungen obsolet war.
Im Normalfall sieht das Gesetz schon während der Betriebsphase eine Planung für die Zeit danach vor, ohne deren Umsetzung ein Ende der bergbehördlichen Aufsicht nicht möglich ist. Leider gab es diese Planung nicht gemäß den westlichen Ansprüchen, auch deshalb nicht, weil eine so frühzeitige Einstellung der Betriebe nicht geplant war. Und Geld für die Umsetzung der Wiedernutzbarmachung war bei den Betrieben nicht zu holen, weil diese ja zuvor dicht gemacht wurden. Also wurde eine Gesellschaft gegründet, die LMBV, die mit Staatsmitteln die Umsetzung der Wiedernutzbarmachung erledigt.

23.08.2012
13:21
In Sachsen entsteht mit dem Lausitzer Seenland eine neue Urlaubsregion
von ExWalsumer | #6

Da zeigt sich mal wieder die deutsche Weitsicht. Wir sind nicht nur meister im CO2 einsparen oder schaffen es trotz Wirtschaftskriese mit Hungerlöhnen einen Einnahmeüberschuss bei den Steuern zu erzielen. Nein auch bei den steigenden Meerespegel und der Klimaerwärmung ziehen wir unseren Nutzen. Das überflüssige Wasser wird in künstliche Seen abgefüllt und dank Klimaerwärmung ist ja eh bald hier immer optimales Urlaubswetter und wir werden ein Tourismus land.

Dort wo was ist gibts Industriekultur und dort wo nix ist, ein Erholungsgebiet.

23.08.2012
09:20
In NRW
von jokel | #5

sind Landstraßen im Eimer, die Städte verfallen, aber schön das Steuergelder in dem Umfang sinvoll eingesetzt werden. Nichts gegen Naturschutz etc pp, aber bitte nicht so.

22.08.2012
23:02
In Sachsen entsteht mit dem Lausitzer Seenland eine neue Urlaubsregion
von GrauerGraf | #4

Der Braunkohleabbau in der danaligen DDR hat nun mal Mondlandschaften hinterlassen. Renaturierung gabs nicht, Rücksicht auf Menschen und Natur auch nicht. Da ist die Methode dort Seen anzulegen noch die billigste Möglichkeit die Verbrechen der DDR-Führung zu beseitigen. Einfach alles so zu lassen wie es zu DDR-Zeiten war, wäre deshalb ebenso ein Verbrechen.

22.08.2012
22:54
In Sachsen entsteht mit dem Lausitzer Seenland eine neue Urlaubsregion
von dutsche | #3

Nach solchen Berichten wird die Mauer in den Köpfen der sogen. "Westdeutschen" nie verschwinden!

22.08.2012
22:45
In Sachsen entsteht mit dem Lausitzer Seenland eine neue Urlaubsregion
von JanundPitt | #2

Das nächste Beispiel für gigantische Steuerverschwendung. Gerade noch habe ich mich über die - vergleichsweise kostenmäßig minimalen - Brandschutzbaumängel bei der Duisburger Mercatorhalle gemopst - und jetzt das!

"Eine technische Höchstleitung, die den Steuerzahler bereits mehr als neun Milliarden Euro gekostet hat." Gehts noch?

Im Westen reiht sich seit Jahren auf den Straßen Schlagloch an Schlagloch, es fehlen Tausende von Kita-Plätzen, den Kommunen im Westen fehlt das Geld, um Schulen zu sanieren, der Kulturbereich und damit unsere Lebensqualität wird auf ein Minimum zusammengestrichen und für eine Seenlandschaft in Deutschlands Osten - in der wagen Hoffnung auf zukünftigen Tourismus - werden Milliarden verblasen? Ich fasse es nicht. Heiland, schmeiß Hirn vom Himmel!

2 Antworten
@JanundPitt
von IchSagAuchWas | #2-1

- und wie meinen Sie, sehen die Straßen im Osten aus?! Es ist beileibe nicht so, dass die Bürger der alten Bundesländer leiden müssten, damit die Bürger der neuen Bundesländer ne hübsche Seenplatte bekommen!

Auch die Ostler greifen sich an den Kopf, warum dieses Projekt sein muss, währenddessen es an genau den gleichen Stellen, die Sie für den Westen beschreiben, fehlt.

Erst denken, dann schreiben.

In Sachsen entsteht mit dem Lausitzer Seenland eine neue Urlaubsregion
von Black123 | #2-2

ich kann leider keine quelle nennen doch ist es allg bekannt dass die straßen im osten in einem besseren zustand sind als im westen.

unabhängig davon bestreite ich nicht dass auch die "ossis" dieses projekt verteufeln

22.08.2012
22:17
In Sachsen entsteht mit dem Lausitzer Seenland eine neue Urlaubsregion
von trickflyer | #1

wieviel prozent vom globus sind wasser?und für so eine sch......wird der allseits geliebte soli versenkt.warum haben politiker nicht das lange leben einer eintagsfliege?

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