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In Island verbreiten Trolle zu Weihnachten Angst und Schrecken

20.12.2012 | 16:31 Uhr
In Island verbreiten Trolle zu Weihnachten Angst und Schrecken
Die raue Natur im isländischen Winter spiegelt den Stoff, aus dem die Weihnachtsgeschichte auf der Insel gemacht ist - es ist eine düstere Erzählung.

Reykjavik.  Sie heißen Pottasleikir, Gattapefur und Bjugnakraekir. Und gehören nicht zum Zwergenvolk dem "Hobbit". Sie sind drei von 13 grimmigen, isländischen Weihnachtsmännern, den Jólasveinar. Doch damit nicht genug: In Island gibt es zur Weihnachtszeit noch weitere düstere Überraschungen.

Seltsame Felsformationen erinnern an fiese Trolle, zu Eis erstarrt. An der Oberfläche brodeln heiße Quellen, während der unerbittliche Wind den Frost in die Glieder treibt. Die raue Natur im isländischen Winter ist der Stoff, aus dem dunkle Geschichten gemacht sind. So dunkel wie die Weihnachtsgeschichte .

Island liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Nördlichen Polarkreis. 80 Prozent der Insel sind unbewohnt. Am 20. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres, scheint die Sonne gerade einmal vier Stunden. Diese unwirtlichen Lebensbedingungen haben die Traditionen des einstigen Wikingervolkes geprägt.

13 unflätige Weihnachtsmänner

Und so haben die 13 Jólasveinar, die isländischen Weihnachtsmänner, kaum etwas mit dem freundlichen Santa Claus oder dem himmlischen Christkind gemein. Sie rülpsen, sie stehlen, sie knallen die Türen und schauen den Mädchen unter die Röcke. Schlimmer noch: Pottasleikir (der Topflecker), Gattapefur (der Türschlitzschnüffler), Bjugnakraekir (der Wurststibitzer) und Co. verbreiten Angst und Schrecken, gemeinsam mit ihrer Mutter Grýla und der Weihnachtskatze, die unartige Kinder sogar fressen.

Doch trotz der dunklen Geschichten wurde die isländische Hauptstadt Reykjavik vom US-Fernsehsender CNN im Jahr 2010 zur besten Weihnachtsdestination weltweit gekürt. Schneeflocken wirbeln durch die Luft, in den dunklen Straßen glitzern die Lichter mit dem goldgelben Dunst des Sonnenuntergangs um die Wette, die Weihnachtslieder, die am ersten Advent beim Erleuchten des Tannenbaums auf dem Austurvöllur Platz erklingen, sind mal ungestüm und wild, mal sanft und melancholisch.

Einheimische beklagen amerikanisierte Trolle

Beim dunklen, herben Weihnachtsbier erzählen die Einheimischen dann stolz von ihren einzigartigen Weihnachtsmännern, erinnern sich lachend an die eigene Furcht vor den Trollen und schütteln die Köpfe über deren schleichende Amerikanisierung, die mit roten Anzügen und weißen Bärten gelegentlich Einzug hält. Denn die alte Tradition ist es, die aus der isländischen Weihnachtszeit etwas Unvergleichliches macht. Die weihnachtliche Stimmung hier ist so echt, so magisch, dass sie trotz der fürchterlichen Geschichten ansteckend ist.

info
Reisen nach Island

Anreise: Mit Icelandair ( 069/29 99 78, www.icelandair.de) ab Frankfurt nonstop nach Reykjavik oder mit Scandinavian Airlines ( 06221/41 51 23, www.flysas.com) ab Düsseldorf über Oslo nach Reykjavik.

Veranstalter: Dertour ( 069/95 88 59 28, www.dertour.de) bietet eine achttägige Island-Rundreise „Rund um Reykjavik“ an, ab 1318 Euro p.P. (ohne Flüge).

Inspired by Iceland (www.inspiredbyiceland.com) informiert im Internet über Unterkünfte, Mietwagen etc.

Kontakt: Visit Reykjavik ( 00354/5 90 15 50, www.visitreykjavik.is)

Und so fremd diese Saga auch sein mag: Die isländische Trollfamilie ist viel älter als ihr entfernter Verwandter, dem von Coca Cola erfundenen Weihnachtsmann. Mutter Grýla wurde schon im 13. Jahrhundert erwähnt, ihre Söhne tauchen erstmals in einem Gedicht aus dem 17. Jahrhundert als bösartige Kreaturen auf.

  1. Seite 1: In Island verbreiten Trolle zu Weihnachten Angst und Schrecken
    Seite 2: Weiße Erde, weiße Luft und weißer Himmel

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Kommentare
26.12.2012
20:08
In Island verbreiten Trolle zu Weihnachten Angst und Schrecken
von heindaddel | #1

die Geschichte Ist symphatischer als der überkandidelte Schwachsinn vom "Christkind".

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