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In Finnland können Urlauber im Schnee-Iglu übernachten

In Finnland können Urlauber im Schnee-Iglu übernachten

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„Packen Sie warme Unterwäsche ein!“ empfiehlt Vermieter Jussi Eiramo schon im Voraus – immerhin beträgt die Innentemperatur in seinen Schnee-Iglus nur zwischen minus drei und minus 6 Grad. „Meistens erfüllen sich die Gäste, die hier einchecken, einen Kindheitstraum“.

Kakslauttanen. 

Vom Schlafzimmerfenster auf verschneite Berge und Täler zu blicken, während es drinnen kuschelig warm ist und sich allenfalls Raureif an den Fensterscheiben bildet – das ist für die meisten der Ausdruck winterlicher Romantik. Noch angenehmer wird es, wenn drinnen ein Kaminfeuer prasselt und die Glut rot funkelt. In einem Iglu zu liegen, der aus Glas oder aus Schnee besteht, ist da um einiges abenteuerlicher. Zumal der Veranstalter die Außentemperatur im Winter mit rund minus 30 Grad angibt.

„Packen Sie warme Unterwäsche ein!“ empfiehlt Iglu-Vermieter Jussi Eiramo schon im Voraus. Der Finne hat in Kakslauttanen, gute vier Stunden nördlich von Rovaniemi entfernt, ein Iglu-Dorf errichtet – oder besser, er errichtet es jeden Winter neu. Im April, spätestens im Mai, machen die Sonnenstrahlen die im November mühsam aufgebauten 20 Iglus zunichte.

Iglu mit Stromleitungen

Jedes Iglu bietet Platz für vier Personen, die Grundfläche beträgt rund zehn Quadratmeter. Dass ein Iglu einstürzt, braucht niemand zu befürchten: die Wände sind rund einen halben Meter dick, und sie sind aus Kunstschnee, der wesentlich stabiler ist als normaler Schnee. „Da kannst du sogar mit der Schneeraupe gegenfahren“, behauptet Jussi Eiramo, und es würde „nichts passieren“.

Gebaut werden die Iglus mit einer Blechschablone, über die mit Hilfe einer Schneekanone Kunstschnee gespritzt wird. Ist das Iglu fertig, wird die Blechschablone von einem Traktor unter der Kuppel weggezogen und die Front wird per Hand gebaut. Fackeln oder Kerzen braucht im Iglu niemand anzuzünden – Eiramo zieht sogar Stromleitungen „unter Putz“ in die Iglus, so dass Halogen-Strahler das Innere in weißes Licht tauchen. Um den Wildnis-Effekt zu erhöhen, sind die Betten mit Tigerfell-Bettwäsche überzogen. Und von roten Kopfkissen durch die kuppelförmigen Panoramafenster blickt man direkt in den romantischen Schneewald.

Polarlicht durch das Panoramafenster

Im Glasiglu kann man sogar nachts vom Bett aus den Sternenhimmel beobachten. Wenn man Glück hat, sieht man durch das Glasdach vom Bett aus sogar das Polarlicht.

Die Betten – das muss der Gast schon aushalten – sind ebenfalls aus Schnee. Doch keine Angst, zwischen Schlafsack und „Bettgestell“ befindet sich eine Kälteschutzmatte aus Spezialplastik, Rentierfellen und Lammhaardecken. Einen zweiwöchigen Urlaub plant sowieso niemand im Iglu-Hotel. Eiramo: „Meistens erfüllen sich die Gäste, die hier einchecken, einen Kindheitstraum und übernachten nur einmal im Iglu.“

InfoDie Preise sind auch nicht unbedingt für längere Aufenthalte geeignet: 138 Euro kostet die Nacht im Iglu – pro Person. Heißer Kaffee ist im Preis inbegriffen. Ebenfalls im Preis enthalten ist eine Prise Abenteuer. Da dringen Geräusche wie Eisklirren, Schneeknirschen oder dumpfes Plocken ins Ohr. Wer Wohnungen mit Zentralheizung gewohnt ist, wird in der Iglu-Nacht schon etwas die Zähne zusammenbeißen müssen. Die Innentemperatur in Schneeiglus beträgt nämlich nur zwischen minus drei und minus 6 Grad, im Glasiglu ist es etwas „wärmer“. Wem das zu kalt ist, für den hat Eiramo einige urige und gut geheizte Blockhütten im Angebot.

Mit dem Snowmobil durch die Winterpampa Lapplands

Besonders Japaner seien, so Eiramo, heiß auf die frostigen Nächte. Es kommen Menschen aus aller Welt: aus Spanien, Dubai, Australien, Argentinien und China. Abgehärtete Naturen probieren sich im „Eis-Schwimmen“ aus, dafür steht jederzeit ein abgedecktes Loch im Eis bereit – ein kurzes Vergnügen. In der Anlage gibt es vier Restaurants, die Spezialitäten wie gegrillten Lachs und Rentierfleisch anbieten. Zum Aufwärmen geht es danach in die Rauchsauna. Zum Aufwärmen wird diese spezielle Sauna mit einem weichen, mit Honig aromatisiertem Rauch gefüllt, der gleichzeitig eine desinfizierende Wirkung hat.

Nicht ganz billig sind auch die Ausflüge, die Eiramo seinen Gästen anbietet: Da ist zum einen die Husky-Tour, die mit rund 130 Euro pro Person zu Buche schlägt, zum anderen eine Snowmobiltour durch die Winterpampa Lapplands, die rund 150 Euro pro Person kostet.

Besuch bei Santa Claus

Günstiger ist ein Besuch bei Santa Claus, der mitsamt Elfenschar im benachbarten Santa‘s Resort residiert. „Santa und seine Elfen haben eine 50 Meter lange Brücke zum Gold Creek gebaut, und im Sommer graben die Elfen dort nach Gold“, heißt es im Prospekt. Neben dem Stall, in dem die Elfen ihre Rentiere halten, gibt es einen schönen Rodelhang. Und wer Glück hat, für den verstecken die Elfen einige kleine Goldnuggets.