Hotels im Münchener Umland sind zum Oktoberfest fast ausgebucht

Das Oktoberfest lockt viele Besucher in die Hotels des Umlandes.
Das Oktoberfest lockt viele Besucher in die Hotels des Umlandes.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Zwei Wochen vor Beginn des Münchener Oktoberfestes sind auch die Hotels im Umland fast ausgebucht. Gäste schätzen die günstigeren Preise und die familiärere Atmosphäre. Städte wie Augsburg, Erding und Dachau freuen sich über die hohen Übernachtungszahlen.

München.. Knapp zwei Wochen vor Beginn des Oktoberfests sind auch im Münchner Umland die Hotels für die Wiesn-Zeit fast ausgebucht. In Augsburg, Erding und Dachau sind nach Angaben des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) und der Regio Augsburg Tourismus GmbH nur noch Restplätze frei. "Die Gäste schätzen das Münchner Umland, weil es dort familiärer zugeht", sagt Andreas Mayr, Vorsitzender der DEHOGA-Kreisstelle Erding.

Die Übernachtungspreise seien außerdem deutlich günstiger als in München. Zudem sei das Oktoberfest mit Zug oder S-Bahn von vielen Orten aus gut zu erreichen. Bereits seit einigen Jahren profitierten die Augsburger Hoteliers vom Oktoberfest, sagt Götz Beck, Tourismusdirektor der Stadt. "Man sieht viele Leute in Tracht, die den Zug nach München nehmen", berichtet er. Beck führt dies auf die gute Bahnverbindung und auf die niedrigeren Preise in Augsburg zurück, schließlich brauche ein ICE von Augsburg nach München nur etwa eine halbe Stunde.

Hotel-Mitarbeiter kleiden sich in Tracht

Besonders viele Wiesn-Gäste werden in Augsburg im Hostel "Übernacht" erwartet, dem einzigen Hostel der Stadt. Ein Bett im Mehrbettzimmer ist dort bereits ab 23 Euro pro Nacht zu haben. Damit auch in Augsburg Wiesn-Stimmung aufkommt, wollen die Mitarbeiter des Hostels sich dieses Jahr in Tracht kleiden, sagt Geschäftsführerin Katharina Schumacher. Auch Erding spüre den Ansturm zur Wiesn, sagt Andreas Mayr, Vorsitzender der DEHOGA-Kreisstelle Erding.

Die Hotels in seinem Landkreis seien "sehr gut gebucht", nur einzelne Zimmer seien noch frei. Viele Gäste kombinierten ihren Wiesn-Besuch mit einem Aufenthalt in den Erdinger Thermen. Von dort dauert die S-Bahnfahrt nach München etwa 50 Minuten. Ähnlich gestaltet sich die Situation im Kreis Dachau, wie die stellvertretende Vorsitzende der DEHOGA-Kreisstelle Dachau, Gabi Eser, bestätigt. Wer direkt in Dachau übernachtet, gelangt in knapp 20 Minuten mit der S-Bahn nach München.

290 Euro für ein Doppelzimmer

Mit Blick auf die Hotelpreise in der Landeshauptstadt liegt es nahe, dass die Besucher sich auch nach Unterkünften im Umland umsehen. 290 Euro - das ist der Preis, der beim Buchungsportal trivago.de derzeit im Durchschnitt für ein Doppelzimmer in München während des Oktoberfests gezahlt werden muss. Das Portal hotel.de gibt für die von ihm vermittelten Hotels einen durchschnittlichen Zimmerpreis von 193 Euro an. Doch auch im Münchner Umland liegen die Preise im Vergleich zum Monat August deutlich höher. In Erding kostet laut trivago.de ein Doppelzimmer während der Wiesn derzeit durchschnittlich 158 Euro, in Dachau 145 Euro. Günstiger ist dagegen eine Übernachtung in Augsburg, wo laut trivago.de bereits für 110 Euro im Schnitt eine Hotelübernachtung gebucht werden kann.

In München gibt es zur Wiesn kaum noch Zimmer

In München bleibt die Nachfrage nach Hotelbetten hoch, auch wenn ein Teil der Wiesn-Gäste auf das Umland ausweicht. Nach Angaben des DEHOGA Bayern sind auch in diesem Jahr bereits über 90 Prozent der Betten belegt. Der Sprecher des DEHOGA Bayern, Frank-Ulrich John, betont: "Die Wiesn ist mit die beste Zeit für Hoteliers in München." Zu dem Vorwurf, dass die Übernachtungspreise in München während des Oktoberfests unverhältnismäßig ansteigen würden, sagt John: "Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis."

Es entspreche den Regeln des Marktes, dass die Preise während einer großen Veranstaltung höher seien. Neben den Hotels und Gaststätten bieten in München allerdings auch Privatpersonen Übernachtungsmöglichkeiten an. Auf Plattformen wie wimdu.de oder 9flats.de stellen sie ihre Anzeigen für Zimmer oder Wohnungen ein. Die Preise der Privatunterkünfte variieren stark, bei der Plattform wimdu.de findet sich neben einem Doppelzimmer für 40 Euro auch ein Zwei-Zimmer-Appartement für 260 Euro pro Nacht. (dapd)