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Halbinsel Fischland, Darß und Zingst - Erholung für Touristen und Künstler

15.06.2012 | 11:45 Uhr
Halbinsel Fischland, Darß und Zingst - Erholung für Touristen und Künstler
Auf der Halbinsel Fischland, Darß und Zingst fühlen sich Künstler und Touristen gleichermaßen wohl.Foto: dapd

Fischland.  Die Halbinsel Fischland, Darß und Zingst zählt zu den schönsten Regionen der deutschen Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern. Der wohl bekannteste Ort ist das Fischerdorf Ahrenshoop. Hier suchten unter anderem schon Albert Einstein und Bert Brecht Erholung.

Der Rundblick vom 35 Meter hohen Darßer Leuchtturm ist grandios. Die Sicht am frühen Morgen ist klar. Nur am fernen Horizont türmen sich schneeweiße Wolken auf, die dramatische Akzente setzen am azurblauen Himmel. Soweit das Auge reicht, spannt sich die schwarzblaue Ostsee wie ein glattgezogenes Seidentuch. Kein Wind kräuselt die Wasseroberfläche. Im Norden sind die Konturen der Kreidesteilküste der dänischen Insel Mon zu sehen. Im Nordosten das autofreie Hiddensee, die kleine Schwester von Deutschlands größter Insel Rügen .

Im Osten - 40 Kilometer entfernt - ragen aus dem flachen Land die Turmspitzen der mächtigen mittelalterlichen Backsteinkirchen der Hansestadt Stralsund empor. Im Süden erstrecken sich Sanddünen und sumpfige Dünensenken. "Wind und Wellen formten am Standort des Leuchtturms seit Jahrtausenden eine Landschaft, die auf dem Globus einzigartig ist", schreibt die Ostseekennerin und Autorin Kristine von Soden. Die Halbinsel Fischland, Darß und Zingst zählt zu den schönsten Regionen der deutschen Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern .

Vor rund 7.000 Jahren wurde diese Küstenlandschaft durch die vergangene Eiszeit geschaffen. Fischland, Darß und Zingst waren einst Inseln, die von Wind und Wasser im Laufe der Jahrhunderte zu einer Halbinsel vereint wurden. So bildeten sich auch die Bodden heraus, eine sich bis Rügen erstreckende Lagunenlandschaft, die die natürliche Grenze der Halbinsel zum Festland bildet. Und die Elemente wirken weiter auf die Landschaft ein, tragen an der einen Stelle Sand ab, um ihn an anderer Stelle anzuhäufen.

Lebensraum für Kranich und Seeadler

Das flache, nur vier Meter tiefe Brackwasser, hat zwar Zugänge zur Ostsee, aber einen wesentlich niedrigeren Salzgehalt. An vielen Stellen ist der Bodden von einem Schilfgürtel umgeben, an den sich großenteils beweidete Salzwiesen anschließen. Die Vorpommersche Boddenlandschaft ist in ihrer Art und mit 800 Quadratkilometern Größe einzigartig.

Seit 20 Jahren als Naturpark geschützt, ist sie ein idealer Lebensraum für zahlreiche Vögel wie Kraniche und Seeadler. Auf der Autobahn Berlin-Rostock weist wenige Kilometer vor der Hansestadt unerwartet ein Hinweisschild auf eine "touristische Nebenstrecke", die zum Fischland führt. Die Route führt durch eine typische, dünn besiedelte norddeutsche Landschaft mit gelb leuchtenden Rapsfeldern und saftig grünen Wiesen, auf denen Pferde und Rinder, Schafe und Ziegen weiden.

In den kleinen Dörfern sind die ersten mit Rohr gedeckten Bauernhäuser und Katen zu sehen. Im Westen und im Osten führt jeweils eine Straße zur Halbinsel Fischland, Darß und Zingst. Auf der westlichen Route liegt Ribnitz-Dammgarten, direkt am Bodden. Ein ausgezeichnetes Restaurant am Ufer bietet zu günstigen Preisen den Fischreichtum der Region. Flunder und Zander, Barsch und Hecht, Ostseestör und Hering stehen auf der Speisekarte.

Das größte Bernsteinmuseum Europas

Sehenswert in dieser Kleinstadt ist das in einem ehemaligen Kloster eingerichtete Bernstein-Museum, das nach eigenen Angaben das größte in Europa ist.  Der Schmuckstein, bis zu 250 Millionen Jahre alt, wird an vielen Küsten in der Welt gefunden, gilt aber gleichwohl als typisch für die südöstliche Ostseeregion. "Nach den Herbst- und Winterstürmen, besonders zwischen März und Mai sind die Chancen auf einen Bernsteinfund an den Stränden der Region am größten", heißt es im Museumsprospekt. Kurz hinter Ribnitz-Dammgarten beginnt die Halbinsel.

Die parallel zur Küste verlaufende Straße führt vorbei an den Ostseebädern Dierhagen und Wustrow nach Ahrenshoop. Die Architektur der Dörfer ist geprägt von rohrgedeckten, ein- bis zweistöckigen Häusern, von denen manche mehrere Hundert Jahre alt sind. Sie sind der ganze Stolz ihrer Besitzer.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts, als die Dampfschifffahrt die Segelschiffe verdrängte, waren in der Region vor allem Fischfang und etwas Forst- und Landwirtschaft sowie Viehzucht die wichtigsten Einkommensquellen. Inzwischen dominiert längst der Tourismus das Wirtschaftsgeschehen und hat den Bewohnern der Halbinsel beträchtlichen Wohlstand beschert. Die Region wirkt so saturiert, als seien hier Sorgen und Nöte ausgeblendet.

Galerien und Ateliers

Ahrenshoop ist der kleinste, aber einer der bekanntesten Orte der Halbinsel. Bereits Anfang des vergangenen Jahrhunderts kamen zahlreiche Intellektuelle und Kreative, so dass schnell von einer Künstlerkolonie die Rede war. Dabei handelt es sich nicht um ein bestimmtes, von Malern und Bildhauern bewohntes Viertel. Vielmehr verteilen sich die Häuser der Künstler willkürlich entlang der Durchgangsstraße und beherbergen heute Galerien und Ateliers. Das ehrwürdigste hat 1894 die Künstlerin Elisabeth von Eicken errichten lassen.

Es ist heute eine der feinsten Adressen der Halbinsel. Sechs Hotelzimmer, eine Kunstgalerie und ein Gourmetrestaurant beherbergt es. Der deutsche Alt-Rocker Udo Lindenberg hat sich mit "Glückwunsch, Ahoi!" im Gästebuch verewigt. Auch früher schon schätzte die intellektuelle Elite den Charme von Ahrenshoop. Der Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein oder die Schriftsteller Bertolt Brecht und Uwe Johnson sind nur einige, die in dem beschaulichen Ostseeort mit seinem weiten, feinen Sandstrand Erholung suchten. (dapd)



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