Gestrandet in Tunesien
20.04.2010 | 08:35 Uhr 2010-04-20T08:35:00+0200
Wie viele Touristen sitzt auch Christian Leetz, Objektleiter Content des Reise Journals, noch immer unfreiwillig in seinem Ferienort auf Djerba fest - eine Momentaufnahme.
Am Montag habe ich das erste Mal einen Flug verschlafen. Absichtlich. Ich bin mit einem Freund auf der Ferieninsel Djerba gestrandet und bereits Sonntag war klar, dass der Rückflug wegen des Vulkanausbruchs gestrichen ist. Soweit so gut: Über die Situation in Deutschland sind wir bestens informiert, TV und Internet halten uns auf dem Laufenden. Dazu arbeitet die Freundin meines Mitreisenden bei der Deutschen Flugsicherung.
Hinter dem großen Rest aber steht ein aschefarbenes Fragezeichen. Wann fliegen wir hier bitteschön wieder ab? Wohin zieht die Wolke? Wer zahlt das Zimmer? Und in welcher Reihenfolge werden die ausgefallenen Flüge nachgeholt?
Ohne all diese Fragen könnte man sich über ein paar Tage unverhofften Urlaub freuen. Aber so herrscht Unsicherheit. Mein ITS-Reiseleiter Kamel Fassatoui ist keine Hilfe: Er spricht mit den Touristen in gebrochenem Deutsch wie ein verärgerter Lehrer mit Schulkindern, die schwer von Begriff sind. 33 Dinar, umgerechnet 15 Euro koste das Doppelzimmer (4-Sterne-Landeskategorie) pro Nacht und Person inklusive Halbpension. Soviel kann er sicher sagen, mehr nicht. Oder doch: Er sagt noch, dass jetzt täglich eine Zusatzfähre mit 1600 Plätzen ab Tunis nach Genua geht. Aha.
In der Hotellobby brodelt die Gerüchteküche. Die Informationen des Reiseleiters sind nahrhafter Boden für die wildesten Szenarien. Man könnte ja irgendwie ins 600 Kilometer entfernte Tunis fahren, meint ein Mann aus Paderborn, dann weiter mit besagter Fähre, vorausgesetzt man bekommt ein Ticket. Fahrtzeit: 24 Stunden bis Italien. Von dort mit dem Zug oder Leihwagen weiter gen Norden. Verrückt klingt das alles. Ein bisschen nach einem unvergesslichen Abenteuer, für das ich drei bis vier Tage und rund 500 Euro einkalkuliere. Geld, das mir kein Veranstalter dieser Welt erstatten würde. Ein Roadtrip, der derzeit aber vermeidbar scheint. Gestrandet in Tunesien.
Nicht wenige fühlen sich das erste Mal in ihrem Reiseleben auf sich allein gestellt. Ein Beispiel: Nicolas König aus Frankfurt hat seine Reise Last Minute über das Internetportal Expedia gebucht. Per E-Mail hat man dem 30-Jährigen mitgeteilt, dass ITS sein Reiseveranstalter ist. Einen Teil der Reiseunterlagen nahm er am Flughafen Frankfurt in Form eines Thomas-Cook-Vouchers in Empfang. Geflogen wurde mit Condor. Vier Marken – vier kostenpflichtige Servicehotlines, bei denen kaum ein Durchkommen war: überall überforderte Callcentermitarbeiter. Und ITS-Reiseleiter Kamel fühlt sich für meinen Rückflug nicht verantwortlich, weil auf dem Flugvoucher das Thomas-Cook-Logo prangt. Condor solle ich anrufen. Bei der Airline fühlt man sich aber auch nicht zuständig, nennt stattdessen vier Nummern in Tunesien und verweist auf ITS. Willkommen im Touristikdschungel der Nichtverantwortlichkeiten.
Wie geht es weiter? Auch wir erfahren von den Rückholaktionen der Airlines und Reiseveranstalter. Von der TUI weiß ich inzwischen, dass von Djerba Touristen nach Österreich ausgeflogen wurden. Und Dienstag kamen tatsächlich insgesamt 11.000 Reisende mit Flugzeugen aus anderen Regionen zurück nach Hause. Für mich gab es von ITS leider bis dato keine freudige Nachricht an der Rezeption. Während Franzosen, Schweizer, Österreicher und auch einige Deutsche, die mit Air Berlin fliegen, packen, habe ich gestern von ITS und der REWE Touristik die Kündigung meines Reisevertrages erhalten. Wegen höherer Gewalt heißt es darin, trete der Veranstalter von seinen Pflichten zurück. Kurz gesagt: Um meinen Rückflug wird man sich noch kümmern, auf den zusätzlichen Hotelkosten werde ich wohl sitzen bleiben. Kulanter zeigen sich TUI und Thomas Cook Reisen und ihre Marken 1-2-Fly, Airtours, Robinson, Neckermann und Bucher. Hier übernimmt der jeweilige Veranstalter die Mehrkosten komplett.
Ich habe kein sauberes T-Shirt mehr, nur noch ein paar Socken und eine frische Unterhose. Es wird Zeit, endlich wieder nach Düsseldorf zu kommen. Angeblich soll es am Mittwoch in den Abendstunden einen Condorflug geben. Es gibt also Hoffnung, nicht als moderner Robinson Crusoe von Djerba in die Geschichtsbücher einzugehen.
12:51
Hallo Herr Leetz,
tja selbst Reisebüro gespielt und selbst kümmern müssen. Wir sind für unsere Kunden selbst am Sonntag ins Büro gegangen und haben Ihnen weitergeholfen. Und wenn man einen Veranstalter wie z.Bsp TUI gebucht hatte dann hat TUI sehr kulant gehandelt und auch nicht die Verträge gekündigt Wir haben uns auf jeden Fall um unsere Kunden gekümmert und ich hoffe dass so ein Ereignis zeigt, dass Service und Qualität im Reisebüro viel besser sind als eine Callcenterhotline anzurufen wo die Leute dann auch sehr unfreundlich reagieren.Reisen bucht man eben nicht bei Billigdiscounter und Co!
14:34
Hallo #4 Robinhood,
auch im freundlichen Reisebüro nebenan kann man so ein zusammengewürfeltes Paket kaufen, für das sich der ITS Reiseleiter nicht zuständig fühlt. Bei mir war das eine Reise von Tjaereborg Indi. Das das Wort Indí für kümmere dich selbst um deine individuellen Probleme steht habe ich erst am Urlaubsort bemerkt.
Ich hatte nicht um eine besonders günstige Reise gebeten und vor die Wahl gestellt, hätte ich sicherlich gerne eine Reise mit inkludiertem Service gebucht.
08:24
- oh - empfehlen # vergessen
08:22
zur Sache :
Herr Leetz:
dieser Hr. Kamel .... war bei unseren vergangenen Zwei, sehr schönen Urlauben , April u.Oktober 2008
auch ohne derart widrige Umstände keine Koryphäe
er ist einfach - unnett - mal so gesagt !
der Veranstalter spart anscheinend an Personalkosten ;
aber wir brauchten ihn ja auch nicht
er ist der Typ : Abblocker;
ansonsten kann ich allen Meckeren die Djerba nicht kennen
erst hinfliegen dann motzen !
schönen Urlaub allen und überall
20:34
Tunesien, Türkei, Pakistan, Iran, Irak usw. als Urlaubsgebiet meiden.
Dann lieber Österreich,Kroatien,Italien und vor allen Deutschland.
17:47
Das ist auch wieder ein Journalist nach der nach dem Motto bucht: Das billigste Angebot ist gerade gut für mich! Das war sicher Dynamaic Package von XThomascook!
Soche Veranstalter kaufen den nicht verkauften Ramsch von diversen Veranstaltern zusammen, machen einen Umschlag drum und dann Gute Reise!
Hätte der superschlaue Journalist im stationären Reisebüro eine reguläre Veranstalterreise gebucht, würde sich jetzt jemand um ihn kümmern und informieren.
Ich könne jedem Sparfuchs das Erlebnis, ohne Rückflug dazustehn. Wann lernen die menschen endlich - dass man für seinen eigenen Geiz auch selbst bezahlen muss! Billig muss nicht gut sein!
17:30
Reiseleiter Kamel Fassatoui ist jedenfalls keine Hilfe; er spricht mit den Touristen in gebrochenem deutsch wie ein verärgerter Lehrer mit Schulkindern, die schwer von Begriff sind..
Hotelterasssen.
flattert Überall Wäsche
Fernseh und Internet halten uns
Östrerreich
Hat der radebrechende Kamel auch den Artikel geschrieben?
Jetzt mal ernsthaft,Rechtschreibung ist schon ein bißchen journalistisches Grundhandwerkszeug,oder?
10:15
Bei der Qualität der WAZ müsste das eigentlich Objektleiter Incontinent heißen
08:43
Wer,bitte, sitzt da fest?Der Objektleiter Content?
So,so.