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Für jeden Fall gewappnet - Rucksackreisen, aber richtig

10.11.2011 | 08:45 Uhr
Für jeden Fall gewappnet - Rucksackreisen, aber richtig
Rucksack auf, Daumen raus und auf geht es ins Abenteuer Backpacking.

Dresden.   Den Kopf voller Vorfreude, den Entdeckergeist spüren, den Rucksack auf dem Rücken und die Weite der Welt vor Augen - der Urlaub als Backpacker ist spannend und individuell. Damit aber alles glatt läuft, gibt es hier einige Tipps zum richtigen Packen.

Wer als Backpacker in ein fremdes Land reist, nimmt außer einer gehörigen Portion Idealismus meist nicht mehr mit als seinen Rucksack. Dieser sollte allerdings schlau gepackt sein, raten erfahrene Backpacker. Gerade weil im Urlaub eines Individualtouristen fast alle Entscheidungen spontan fallen, muss ein solcher auf möglichst viele Situationen gefasst sein - so findet man vielleicht nur eine dreckige Unterkunft, erkrankt im Nirgendwo plötzlich oder muss sich über ein leeres Konto wundern.

Rückreise nicht vergessen

Was für die meisten Urlauber selbstverständlich klingt, ist für so manchen Abenteurer schon zum Verhängnis geworden: "Man muss sich vor Reiseantritt unbedingt um die Rückreise kümmern. Wenn das Geld plötzlich aufgebraucht ist und man kein Flugticket hat, wird die Reise schnell zum Horrortrip", sagt Nico Lange aus Dresden, der mit einigen anderen Rucksackreisen-Fans die Online-Community backpacking.de betreibt. Ebenso essenziell seien Ausweise und eine Kreditkarte.

Auch eine eigene Rucksackapotheke mit Durchfall-, Schmerz und Erkältungsmitteln hält er für unverzichtbar. "Wenn man die Fachbegriffe für die Wirkstoffe nicht kennt, ist es oft unmöglich, sich auch nur Kopfschmerztabletten zu besorgen."

Unbedingt zum Inventar gehört ein sogenannter Hüttenschlafsack - bei dem es sich trotz des Namens eher um eine Art mobilen Bettbezug handelt. "Man weiß vorher nie, wie die Zustände in einem Hostel sind. So kann man unbesorgt in jedem Bett schlafen." Auch ein Reiseführer ist laut Nico Lange zu empfehlen: Er sollte sich dezidiert an Rucksacktouristen richtet und beispielsweise Hostels auflisten.

Nicht zu vergessen ist der Rucksack selbst: "Das ist das teuerste Einzelstück der Ausrüstung. Am besten nimmt man einen großen Trekkingrucksack, für den man mindestens 100 bis 150 Euro einkalkulieren muss", sagt Lange. Bleibe man mehrere Tage an einem Ort, empfehle sich zudem ein kleiner Rucksack für Tagestouren.

Gewicht reduzieren

Schlau packen heißt aber auch: weglassen. "Gewicht ist ein wichtiger Faktor. Man muss sich genau überlegen, was man alles mitschleppen will", sagt Lange. So ließen sich Hygieneartikel und Sonnencreme in fast allen Ländern der Welt spontan beschaffen, wenn man sie gerade benötige. Dasselbe gelte für Lebensmittel. Die Parfümflasche sollte vor einer Reise in eine warme Gegend sogar tunlichst zu Hause bleiben, da viele Duftwässer Mücken anlockten.

Studenten, bei denen Backpacking besonders populär ist, begingen zudem oft den Fehler, Lernmaterialien mitzunehmen. "Dann hat man die ganze Reise über ein schlechtes Gewissen, weil man nichts tut. Aber man kommt definitiv nicht zum Lernen." Ganz wesentlich Gewicht sparen lasse sich bei der Kleidung. "Man plant besser damit, unterwegs zu waschen. So kann man die Anzahl der Kleidungsstücke deutlich reduzieren", sagt er. Die meisten Hostels böten die Möglichkeit, Schmutzwäsche zu reinigen. "Meistens reicht es, Unterwäsche für vier Tage mitzunehmen, zwei Hosen sowie zwei bis drei Oberteile."

Wer viel unterwegs sei, denke besser über ein zweites Paar Schuhe nach. In kälteren Regionen gehöre natürlich auch eine dicke Jacke ins Gepäck. Was sonst noch in den Rucksack gehört, ist für Nico Lange vor allem dem Reisenden überlassen. "Es heißt nicht umsonst Individualtourismus. Und der fängt eben schon beim Gepäck an", sagt er. Entscheidungshilfe kann er allerdings geben: Im Internetangebot von backpacking.de hat er eine Reihe von Checklisten zusammengestellt. (dapd)

Von Sebastian Stoll

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