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Die Insel der teuren Löcher

05.08.2008 | 10:39 Uhr
Die Insel der teuren Löcher

Golfspieler kommen hier voll auf ihre Kosten. Und das ist durchaus doppeldeutig gemeint: Denn billig ist der Sport mit dem kleinen weißen Ball auf Mallorca nicht.

Inzwischen gibt es 23 Plätze auf der Baleareninsel, auf der man fast das ganze Jahr abschlagen kann. Hauptsaison aber ist nicht im heißen Sommer, sondern im Frühling und Herbst, dann also, wenn es in Deutschland noch - oder schon - unbeständig und kühl sein kann, zwei Flugstunden entfernt aber eine wärmende Sonne über dem Golfplatz scheint.

Der Boom begann auf Mallorca in den 90er-Jahren, als der einstige Elitesport plötzlich zum Massenereignis avancierte und die Baleareninsel nach Willen der Touristiker zum größten Golfplatz im Mittelmeer umgestaltet werden sollte: Ziel war es damals, mehr als 30 Golfplätze zu entwickeln. Vor allem rund um die Inselhauptstadt Palma und im Nordosten haben sich so inzwischen wahre Golfzentren herausgebildet.

Eine Runde Golf kostet bis zu 150 Euro

Vom Billigurlaub sind die Golfer - wie übrigens mittlerweile die meisten Feriengäste auf Mallorca - weit entfernt: Die durchschnittlichen Gebühren für eine Runde liegen bei 84 Euro. Ausreißer nach oben ist die Anlage Son Gual mit 150 Euro, während man auf dem 9-Loch-Platz von Pollença schon für 45 Euro auf die Runde gehen kann. Zum sogenannten „Greenfee” gesellen sich oft noch happige Nebenkosten - wie z.B. die Miete für ein Cart mit ca. 40 Euro.

Auf die Frage, ob auf Mallorca das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimmt, gibt's recht unterschiedliche Antworten. Immerhin: Die meisten Anlagen stehen im Ruf, für hohe Kosten auch exquisite Leistungen zu bieten. Gepflegte Anlagen und Service auf hohem Niveau auch in den Clubhäusern, das, so das Argument, hat eben seinen Preis. Wer in einer Golfwoche haushalten möchte, kann immerhin die „4in1mallorca”-Karte buchen. In der Hauptsaison sind dann mit 295 Euro vier Runden auf namhaften Plätzen etwas günstiger bezahlt.

Die einfachen Plätze sind zu teuer

Christel Riebartsch, Ladies-Captain vom Golfclub Mülheim, kennt aus zahlreichen Urlauben auf Mallorca auch die Golfszene dort seit mehr als 16 Jahren gut: „Früher gab es wenige Plätze, die daher schon viel bespielt und somit nicht billig waren.” In der Zeit, als die Golfanlagen fast wie Pilze aus dem Boden schossen, sei teilweise das Preisniveau hoch gewesen, ohne dass man einen reellen Gegenwert dafür bekam. Inzwischen haben die meisten Anlagen aber so viel an ihren Plätzen getan, dass die hohen Gebühren wieder als fair empfunden werden.

Mit leuchtenden Augen erzählt Christel Riebartsch vom Aushänge-Projekt auf Mallorca: Eine Runde auf der Anlage Son Gual koste zwar mit 150 Euro viel, sei dafür aber auch ein Erlebnis. „Die Ruhe, der Platzzustand, die ganze Anlage, das Ambiente, der Service, die Gastronomie - Son Gual setzt einen neuen Standard! Ich spiele lieber eine Runde weniger und gönne mir dafür dieses Highlight.” Nicht die Top-Plätze verlangen zuviel Geld, findet die leidenschaftliche Golferin, sondern eher die einfachen Anlagen: „Die sind im Vergleich zur gebotenen Qualität in der Tat zu teuer. Die Anlagen, auf denen das Greenfee hoch ist, bieten dagegen einen fairen Gegenwert.”

Das sieht Stefan Blöcher, General Manager des Golf de Andratx in Camp de Mar, ganz ähnlich: „Auf den guten Plätzen ist das Greenfee gerechtfertigt, auf den qualitativ schlechteren Plätzen definitiv zu hoch”, sagt der Ex-Hockey-Nationalspieler und Kenner der Golfszene. Unbedingt spielen sollte man seiner Meinung nach im Golfclub Alcanada, in Son Gual und - welche Überraschung - natürlich in Andratx.

Die Golflehrerin Hanna Baum, die teils auf Mallorca, teils in Deutschland lebt, verrät den Lesern des Reise Journals ebenfalls ihre Favoriten: „Auf keinen Fall sollten die Plätze in Alcanada, Capdepera und Canyamel unbespielt bleiben. Ihre Meinung zum Preisniveau: „Sehr fair, vor allem im Vergleich zum spanischen Festland und zu anderen Golfdestinationen.” 

Stefan Blümer

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Kommentare
12.08.2008
20:36
Die Insel der teuren Löcher
von GolfUTTI | #8

Ich spiele nun seit 15 Jahren Golf! Die Gebühren sind auf Mallorca einfach zu hoch. Bei aller Liebe zu diesem Sport, würde ich solche Beträge für eine Runde Golf nicht zahlen. Unsere Golferrunde fährt dann doch lieber nach England um vernünftige Plätze zu spielen. Hier Kosten die teuersten Championchip-Plätze circa 40 Pfund. Das entspricht circa 50.- €
Die meisten Plätze sind für unter 30.- Pfund zu bespielen. In Südengland ist das Wetter sehr gut.
Zu empfehlen sind Cornwall und Devon. Aber auch Wales ist nicht zu verachten.
Sehr

08.08.2008
11:33
Die Insel der teuren Löcher
von Danny | #7

da sieht man mal wieder wie wenig Ahnung die Leute haben. Es ist gesetzlich verboten, Grundwasser zur Bewässerung von Golfplätzen zu benutzen. Die meisten Golfplätze nutzen Brauchwasser der Gemeinden, die gereinigt und geklärt werden. Also erst mal informieren, bevor man schlaue Sprüche ablässt

08.08.2008
10:29
Die Insel der teuren Löcher
von Andreas | #6

Um den Kommentar des unwissenden Scouti zu korrigieren muss Ich an der Stelle Einspruch einlegen. Alle von ihm als Golfwiesen bezeichneten Plätze werden ausschließlich mit Brauchwasser bewässert, das ist Abwasser von den Hotels die in den Sommermonaten Unmengen an Trinkwasser verschwenden. Das Abwasser muss durch teilweise eigene Kläranlagen und Osmose Anlagen gereinigt werden und die Balearen Regierung ist dankbar dass die Golfplätze dies abnehmen da das Wasser sonst ungeklärt im Meer landet ! Wer also keine Ahnung hat, sollte sich auch zu manchen Themen nicht äussern !

07.08.2008
10:45
Die Insel der teuren Löcher
von Elmar Schreiber | #5

Die beste und fairste Information über den Zustand der Platze auf Mallorca bietet die website www. mallorcagolf.info

06.08.2008
20:33
Die Insel der teuren Löcher
von Weisskohl | #4

Ich wundere mich, wie lange dieser Artikel eingestellt bleibt! Es lieg sicher daran, dass unser Leben ohne eindeutige Zweideutigkeiten verbal ausgesprochen langweilig wäre!

05.08.2008
23:23
Die Insel der teuren Löcher
von peter | #3

na ja Mallorca habe ich imme falsch geschrieben.
Bitte nicht übel nehmen

05.08.2008
23:18
Die Insel der teuren Löcher
von peter | #2

wenn die Touris nicht in der Lage, sind sich im Vorfeld zu Informieren was da für Verhältnisse( Zeitung lesen, Nachrichten jede stunde) herrschen,
haben sie es nicht ander verdient..
Soll Mallorca doch mit den Golf-Spielern den grössen Wurf machen.
Nur dafür brauchen sie einige Jahre, und dann sind sie kaputt.
Die brauchen den kleinen mann,der mit seiner Familie Curry-Wurst und Pommes ist und der Alte sich ein Bier gönnt..
Ich habe keine Ahnung wie lange es dauern wird bis Malorca ein Golf Paradies wird.
Aber wenn sie es so wollen, es gibt doch auch noch andere schöne Orte.
Wenn die Golfer mal die Schnautze von Malorca
voll haben, gibt es für die Insel-Buben ein Problem. Haben wir ja an Österreich gesehen .

05.08.2008
13:25
Die Insel der teuren Löcher
von scouti | #1

Viel schlimmer ist hier, dass Wasser zur Bewässerung der Golfwiesen bzw. auch Trinkwasser in trockenen Sommermonaten vom Festland herangeschafft werden muss, wenn die Talsperre im Gebirge bzw. Wasserreservoirs nicht ausreichend gefüllt sind.

In einigen mallorquinischen Hotels wird extra gebeten den Wasserverbrauch einzuschränken.

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