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Ein Leben im Vulkankrater auf den Kapverdischen Inseln

28.06.2013 | 05:45 Uhr
Ein Leben im Vulkankrater auf den Kapverdischen Inseln
Der Pico do Fogo ist mit 2829 Metern der zweithöchste Berg im Nordatlantik.

Essen.  Seit nunmehr zwei Jahren ist der Krater unterhalb des Pico do Fogo auf den Kapverdischen Inseln die Heimat des Deutsch-Türken Mustafa und seiner Familie. Stolz präsentiert der ehemalige Europameister im Speed-Klettern sein außergewöhnliches Dorf und nimmt Touristen mit auf Klettertouren.

Wie durch einen fruchtbaren Garten schlendert er von Baum zu Strauch. Hier ein Apfel, dort eine Papaya oder Tomate. Selbst beste Weinreben gedeihen hier prächtig – in der Chã das Caldeiras, einem riesigen halbkreisförmigen Felskessel in 1600 Metern Höhe gelegen und mit einem Durchmesser von neun Kilometern. Der Krater unterhalb des Pico do Fogo auf den Kapverdischen Inseln ist die neue Heimat von Mustafa, dem Deutsch-Türken aus Aachen, der seit zwei Jahren mit seiner Frau Marisa und Sohn Sam im gleichnamigen Dorf Chã das Caldeiras lebt.

Stolz zeigt Mustafa, der ehemalige Europameister im Speed-Klettern, auf sein Dorf, in das er sich „bestens integriert“ hat, wie er immer wieder bestätigt. Kein Wunder, denn er ist ein wahrer Spezialist im Integrieren: Mustafa spricht acht Sprachen fließend. Auch sein Deutsch ist akzentfrei. In einem ostanatolischen Dorf geboren und aufgewachsen, kam der Kletterprofi nach Deutschland, um Bauingenieur zu werden. Nach dem Studium spezialisierte er sich auf Sicherungsbefestigungen.

"Der Krater vermittelt Geborgenheit und Freiheit zugleich.“

Sein Wissen führte ihn auf die Kapverden, wo er im Auftrag der Deutschen Entwicklungshilfe die Via Ferrata anlegte, ausbaute und sicherte. Den Kammweg oberhalb der Bordeira – jener steilen Felswand, die den Felskessel von Süden nach Westen hin begrenzt. Ein Einsatz, der sein Leben veränderte : Während der Arbeiten lernte er Marisa kennen. Nach anderen Einsätzen weltweit kehrte er ein gutes Jahr später in den Krater zurück. „Ich fühle mich hier zuhause. Der Krater vermittelt Geborgenheit und Freiheit zugleich.“ Das sagt einer, der drei Jahre lang Besitzer eines Around-the-world-Tickets war und durch die Welt jettete, um neue Klettersteige auszukundschaften. Doch man glaubt es ihm.

Am Pico Pequeño, einem kleinen Vulkan, der 1995 ausbrach, hält Mustafa inne. Von seinem Gipfel aus sieht man tief in den Schlund hinein, aus dem die Lava sprühte. Im Umfeld ist das Lavagestein noch heute so warm, dass ein Knäuel Reisig sofort Feuer fängt. Und der Blick wandert hinüber zum Dorf unterhalb, vor dem die Lavamassen zum Stillstand kamen. Alle 1300 Einwohner wurden evakuiert, erst sechs Monate später seien die ersten wieder ins Dorf zurück gekehrt. Der Ort blieb weitgehend unversehrt, doch die Lava zerstörte Anbauflächen. Für die Rückkehrer bedeutete dies einen Neuanfang.

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