Ein Besuch auf Kreta stimmt dieser Tage nachdenklich

Urlaub auf Kreta - das geht sehr wohl. Nur auf ein paar Hindernisse müssen sich Touristen einstellen.
Urlaub auf Kreta - das geht sehr wohl. Nur auf ein paar Hindernisse müssen sich Touristen einstellen.
Foto: Philipp Laage
Was wir bereits wissen
Urlaub auf Kreta - und nichts zu spüren von der großen Krise der Griechen. Eine fast unwirkliche Normalität hat unser Autor erlebt.

Essen.. Ich war diese Woche in Griechenland. Das Hilfspaket lief aus, der Milliardenkredit an den IWF konnte nicht zurückgezahlt werden. Und was passierte? Nichts. Ich war auf Kreta, alles ging seinen Gang. Nach den Untergangsnachrichten der vergangenen Wochen eine fast unwirkliche Normalität.

Und die Griechen? Begegnen mir mit einer fast schon unglaublichen Gastfreundschaft. So wie Ira von der Poolbar, sie arbeitet von April bis November sechs Tage die Woche zehn bis zwölf Stunden am Tag. Für 800 Euro. Ihr Bruder ist seit drei Jahren arbeitslos und findet keinen Job, ihr Vater (68) wartet seit drei Jahren darauf, dass ihm endlich seine Rente ausgezahlt wird. Immer wieder verschwinden die Anträge.

Alle, mit denen ich spreche, und es sind viele, hat es so hart getroffen, dass wir es uns hier nicht vorstellen können. Auf den Inseln geht es den Leuten nur noch einigermaßen gut, weil ihre Gärten jedes Jahr größer geworden sind. Wer arbeitslos ist, ist heute auf Kos, Kreta und Co. Selbstversorger – wie vor Hunderten von Jahren. Jeder tut was er kann, um zu überleben.

Dass sie nur 60 Euro am Tag abheben kann, klingt für die 28-Jährige und die anderen, die ich spreche, wie Spott – denn so viel jeden Tag auszugeben, können sich kaum noch Menschen leisten.

Doch das Schlimmste sei, sagt Ira, dass alle jetzt schlecht über die Griechen dächten. Eine Träne fließt. Ich fliege sehr nachdenklich nach Hause.