Wie das Land, so die Friesen
21.09.2009 | 10:46 Uhr 2009-09-21T10:46:00+0200
Die Goldenen Linie: Eine Reise auf der Suche nach der Grenze zwischen Friesland und Ostfriesland
Wo verläuft hier bloß die Goldene Linie? Kein Hinweis, kein Schild, kein Nichts. Links geht's nach Jever, rechts zur Küste. Plattes Land, weiter Blick, kein Schandfleck aus Beton stört den Idyllenblick.
Ein blaugetupfter Himmel, sattes Grün, mehr Kühe und Schafe als Menschen. Wir suchen eine Grenze, die zwar existent ist, für die man aber keinen Pass und kein Visum braucht. Wo fängt Friesland an? Und wo bitte hört Ostfriesland auf? Eine Spurensuche.
Wir fragen Leute, die von Berufs wegen eine Antwort auf diese Frage wissen müssten. Wie Imke Wemken vom Ostfriesland Tourismus. Imke lacht gerne und viel und ist der Typ: „Moin, moin, alles ist prima!” Nur bei der Friesland-Frage muss sie passen.
Ein schneller Blick in die Geschichte klärt auf. Friesland hoch im Norden grenzt östlich an Ostfriesland. Wenn man so will also „Ost-Friesland”. Seinen Namen verdankt der Landkreis FRI seiner Lage im nördlichen Oldenburger Land – also im friesischen Teil Oldenburgs. Die Trennungslinie zwischen dem ehemaligen Fürstentum Ostfriesland und der Grafschaft Oldenburg heißt Goldene Linie. Sie wurde vor über 300 Jahren auf denKarten ihrer Zeit mit goldener Tinte eingetragen und beendete – zumindest auf dem Papier – einen Streit zwischen den „Ossis” des Nordens und dem Jeverland, bei dem es um die Entwässerung von Neuland ging, das die Menschen dem Meer abgerungen hatten.
Unsere Spurensuche geht weiter. Bei Varel finden wir, mitten im Marschland, ein in die Jahre gekommenes Straßenschild: „Goldene Linie”. Leider aber: keine Erklärung. Auf dem Weg zum Fährhafen in Harlesiel werden wir in der Flächengemeinde Wangerland bei Middoge erneut fündig: ein Grenzhäuschen mit Schranke und der Aufschrift „Häuptlingssitz Middoge”. Ein Blick in die Karte beweist: links ist Ostfriesland, rechts Friesland. Geht doch!
Einen uralten goldenen Grenzstein soll es noch bei Carolinensiel geben, und da hoffen wir auf ortskundige Hilfe der Familie Onnen-Lübben. Die hat bei einer Ortschaft namens Förrien ein altes Bauernhaus aufgepeppelt, das „Ol Backhus”. Wo der Grenzstein ist, wissen sie aber auch nicht.
Auf Wangerooge holen wir uns fast eine rote Nase, als wir in der „Kogge” die Männer am Tresen nach Ostfriesland fragen. „Über die machen wir Witze, mehr nicht”, sagen sie und haben den guten alten Brauch „Drei Tassen Tee sind Friesenrecht” für ihren Durst uminterpretiert in „Drei herbe Pils sind Friesenrecht”. Mindestens.
Die Insel ist Familienland, auto- und schickimickifrei, gemütlich und besitzt eine Station des Nationalparks Wattenmeer. Geografisch zählt sie sich zu den ostfriesischen Inseln. Politisch-historisch ist die kleine Schöne aber eine friesische Insel, was die Kogge-Männer uns nachhaltig klar machen. Gut, dass bald schon unsere Fähre wieder fährt.
Jever wird im Stadtbild dominiert vom Schloss und noch mehr von futuristisch anmutenden „Spiegeltürmen” der gleichnamigen Brauerei. Auf unserer Spurensuche treffen wir Fräulein Maria. Nicht in echt natürlich, die Dame ist seit über 400 Jahren mausetot. Aber die Regentin im Jeverland zeigte den Ostfriesen im 16. Jahrhundert, was 'ne friesische Harke ist. Dafür wird sie bis heute verehrt. Und der Sage nach ist sie nicht gestorben, sondern nur einfach verschwunden. Vorsorglich läuten in der Stadt jeden Abend um zehn Uhr die Marienglocken, damit sie den Weg zurück findet.
Mutig waren auch Ulrich und Karin Judick, die im Ruhrgebiet ein Schuhgeschäft aufgaben, um sich inmitten plattester Marschlandschaft einen kreativen Lebenstraum zu erfüllen. Ihr Friesisches Landhotel „Nakuk” in der Nähe des Nordseeheilbads Horumersiel findet kein Navigationssystem – was für seine Lage spricht. Sein Reich ist die Küche, sie malt und betreut die Gäste. Friesland ist ihre ganz große Liebe geworden, auch, „wenn man hier noch mehr Projekte zum Laufen bringen könnte”, meint der Hausherr. Und nennt als Beispiel den Nordseeküsten-Radweg, den kaum ein Radler kennt.
Friesland Touristik, 04461/919 19 30 www.friesland-touristik.de Ostfriesland Tourismus, 0491/91 96 96 60 www.ostfriesland.de
Touristische Möglichkeiten gibt es in Friesland dennoch genügend: Die Strände sind sauber, bei der „Tour de Fries” heißt es 250 Kilometer kräftig in die Pedalen treten. Im Vareler Hafen lockt die mit zwei Quadratmetern wahrscheinlich kleinste Kneipe Deutschlands – und dazu passend eine Großbrauerei, die Besuchern offen steht.
Fazit der Grenztour: Wie das Land, so das Wasser: viel Weite und mächtig Tiefgang. Nur mit der Goldenen Linie hakt es noch.
17:48
Als ,in Ostfriesland lebenderWaltroper , muß ich einFriese in einem Punkt wiedersprechen. . Auch in Ostfriesischen Kneipen wird gelacht und gesungen . Meistens aber von Leuten aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet. Sonst stimmt es schon mit den unterschiedlichen Dialekten , allerdings nicht so eng auf Dorfebene ,sondern eher auf Kreisebene.
14:35
Als in Essen lebender FRIESE kann ich erklären, wie man die Grenze findet:
In OSTfriesischen Kneipen starren die Leute nur in ihr Kornglas und sind ruhig. Zudem verstehen die Dörfer untereinander ihren Dialekt nicht. FRIESLAND ist da, wo die Menschen in den Kneipen lachen und singen!
22:20
dARUM HABE ICH DAS NOCH SCHÖN HINGEMALT; FÜR DIE vISUELLEN1
16:10
An der Küste wird NIE Moin,Moin als Gruss gesagt!!
13:57
http://www.moin-westkueste.de/MOIN_Logo2pg.JPG